TKMS Aktie: 20,1 Milliarden Euro Auftragsbestand
TKMS verzeichnet 20,1 Mrd. Euro Auftragsbestand und hebt Jahresziele erneut an. Der freie Cashflow bleibt jedoch negativ.

- Auftragsbestand erreicht 20,1 Milliarden Euro
- Umsatz wächst um 19 Prozent
- Jahresprognose zum zweiten Mal erhöht
- Freier Cashflow bleibt vorerst negativ
Die Prognoseanhebung vom vergangenen Donnerstag ist an der Börse abgehakt, doch die zugrunde liegenden Zahlen liefern weiter Diskussionsstoff. TKMS meldete für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres 2025/26 einen Auftragsbestand von 20,1 Milliarden Euro zum Stichtag 30. Juni. Das Wachstum speist sich aus einer ganzen Reihe neuer Großaufträge, die weit über den ursprünglich erwarteten Rahmen hinausgehen.
Der Umsatz der ersten neun Monate lag bei 1,890 Milliarden Euro, ein Plus von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBIT stieg um 13 Prozent auf 110 Millionen Euro.
Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen inzwischen mit einem Umsatzwachstum von 10 bis 12 Prozent und einer bereinigten EBIT-Marge von bis zu 6,5 Prozent – die zweite Anhebung dieser Ziele innerhalb von sechs Monaten.
Wo das Neugeschäft herkommt
Getrieben wird die Dynamik von mehreren Fronten gleichzeitig. Nach Angaben des Unternehmens hat die Nachfrage aus dem Nahen Osten nach dem Iran-Krieg spürbar zugenommen, vor allem bei Minenabwehrtechnologie. Reuters berichtete zudem, dass TKMS zusätzliche Nachfrage nach Fregatten und Sonartechnologie gewonnen hat – ein Zusammenhang, den die Nachrichtenagentur direkt mit der angehobenen Prognose verknüpfte.
Medienberichten zufolge erhielt TKMS zudem einen Großauftrag über vier MECO A200-Fregatten für die Deutsche Marine, mit einer Option auf vier weitere Einheiten. Parallel dazu wurde das Unternehmen laut Reuters als bevorzugter Bieter im kanadischen U-Boot-Programm genannt, das potenziell bis zu zwölf Boote umfassen könnte.
Beide Vorhaben sind noch nicht final vertraglich abgeschlossen, zeigen aber die Breite der internationalen Nachfrage nach Überwasserschiffen, Sensoren und U-Boot-Technologie.
Cashflow bleibt vorerst negativ
Ein Wermutstropfen bleibt die Liquiditätsseite: Der freie Cashflow lag in den ersten neun Monaten bei minus 204 Millionen Euro. Das Unternehmen begründet dies mit Vorleistungen für die wachsende Auftragsfülle und erwartet für das Gesamtjahr wieder einen positiven Mittelzufluss.
Angesichts des Auftragsbestands von 20,1 Milliarden Euro, der einem Mehrfachen des Jahresumsatzes entspricht, dürfte die Umsetzung der Projekte über Jahre hinweg Kapital binden, bevor sich das in Zahlungsströmen niederschlägt.
Kursbild nach der Rally
Die Aktie hatte auf die Prognoseanhebung am Donnerstag mit einem kräftigen Sprung reagiert, seither hat sich die Bewegung wieder etwas beruhigt. Am Freitag schloss das Papier bei 92,60 Euro, ein Rückgang von 0,9 Prozent auf Tagesbasis.
Auf Wochensicht steht ein Minus von 12 Prozent zu Buche, während der Titel auf Sicht von 30 Tagen weiterhin ein Plus von 14 Prozent verzeichnet. Der Rücksetzer relativiert sich vor dem Hintergrund des starken Jahresverlaufs: Seit Jahresbeginn liegt TKMS mit 40 Prozent im Plus, das 52-Wochen-Hoch von 108,80 Euro wurde erst Mitte des Monats erreicht.
Die operative Substanz hinter dem Kurs bleibt intakt: Wachsende Aufträge aus mehreren Weltregionen, eine zweite Prognoseanhebung binnen eines halben Jahres und ein Auftragspolster, das die kommenden Jahre absichert. Ob sich das in einer nachhaltigen Neubewertung niederschlägt, hängt nun stärker vom Fortschritt bei Cashflow und Margen ab als von weiteren Auftragsmeldungen.
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