TKMS Aktie: 20,1 Milliarden Euro Auftragsbestand

TKMS meldet Rekordauftragsbestand von 20,1 Mrd. Euro und intensiviert die Kooperation mit Navantia, um die globale Nachfrage nach U-Booten zu bedienen.

Die Kernpunkte:
  • Umsatzplus von 19 Prozent
  • Rekordauftragsbestand von 20,1 Mrd. Euro
  • Prognoseanhebung durch ThyssenKrupp
  • Kanada bevorzugt TKMS als Bieter

TKMS und die spanische Werft Navantia haben ihre strategische Partnerschaft im U-Boot-Bau vertieft. Beide Unternehmen unterzeichneten vor gut einer Woche eine Vereinbarung, die bis zum Jahresende in einen gemeinsamen Kooperationsrahmen für internationale Projekte münden soll. Für Anleger ist das mehr als eine Randnotiz: Die Allianz soll TKMS helfen, seine Kapazitäten für die wachsende Zahl an U-Boot-Aufträgen weltweit abzusichern.

Rekordauftragsbestand als Fundament

Die Kooperation mit Navantia fällt in eine Phase, in der TKMS von einer historisch starken Nachfrage nach seinen Marineprodukten profitiert. Die zum selben Zeitpunkt vorgelegten Zahlen für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres zeigten einen Umsatzsprung um 19 Prozent auf 1,89 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT wuchs um 13 Prozent auf 110 Millionen Euro.

Bemerkenswerter als die laufenden Erlöse ist jedoch der Auftragsbestand: Mit 20,1 Milliarden Euro markierte er einen neuen Rekordwert und unterstreicht, warum TKMS zusätzliche Fertigungspartner braucht, um Liefertermine einzuhalten.

Der Mutterkonzern ThyssenKrupp zog daraus ebenfalls Konsequenzen und hob die Untergrenze seiner bereinigten EBIT-Prognose für das laufende Geschäftsjahr auf 600 bis 900 Millionen Euro an, zuvor lag sie bei 500 bis 900 Millionen Euro. Der Konzern verwies dabei ausdrücklich auf die starke operative Performance und die Margenverbesserung bei TKMS.

Kanada als strategischer Hintergrund

Vor rund sechs Wochen hatte die kanadische Regierung unter Premierminister Mark Carney TKMS nach einem beschleunigten, achtmonatigen Vergabeprozess zum bevorzugten Bieter für ihr milliardenschweres U-Boot-Programm erklärt und damit den Wettbewerber Hanwha Ocean ausgestochen.

Konzernchef Oliver Burkhard hatte diesen Status als bedeutendsten Erfolg der Unternehmensgeschichte bezeichnet. Genau solche Großprojekte erklären, warum TKMS nun zusätzliche Werftkapazität über die Partnerschaft mit Navantia sucht: Ohne externe Fertigungspartner ließe sich ein Auftragsvolumen dieser Größenordnung kaum abarbeiten.

Kursverlauf spiegelt hohe Erwartungen

An der Börse hat sich die operative Stärke bereits deutlich niedergeschlagen. Die Aktie notiert seit Jahresbeginn 46 Prozent im Plus, wenngleich sie sich zuletzt vom 52-Wochen-Hoch von 108,80 Euro gelöst hat und am Mittwoch bei 96,50 Euro schloss – ein Abstand von 11 Prozent zur Bestmarke.

Über die vergangenen sieben Tage verlor das Papier 7,0 Prozent, nachdem der starke Lauf der Vorwochen offenbar zu Gewinnmitnahmen einlud. Die annualisierte Volatilität von 52 Prozent zeigt, wie nervös der Handel auf die Nachrichtenflut aus Werftaufträgen und Rüstungsgeschäften reagiert.

Mit Blick auf die anhaltenden Kooperationen und den prall gefüllten Auftragsbestand bleibt die grundsätzliche Wachstumsstory jedoch intakt. Die Navantia-Vereinbarung liefert dafür einen weiteren Baustein, der zeigt, wie TKMS seine industrielle Basis auf die gestiegene globale Nachfrage nach U-Booten ausrichtet.

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