TKMS Aktie: 27 Prozent unter Jahreshoch
TKMS verzeichnet trotz Rekordaufträgen und Umsatzplus einen deutlichen Kursrückgang, der im Kontrast zu den soliden Fundamentaldaten steht.

- Aktie fällt trotz Rekordauftragseingang
- Deutliche Underperformance gegenüber MDAX
- Umsatz und EBIT legen zu
- Free Cashflow dreht ins Minus
Starke Bücher, schwacher Kurs. TKMS verliert seit Tagen deutlich an Wert — obwohl das Unternehmen operativ zuletzt Rekordwerte gemeldet hat. Der Widerspruch zwischen Fundamentaldaten und Kursentwicklung wird immer auffälliger.
Relative Schwäche gegenüber dem MDAX
Am 2. Juni 2026 schloss die Aktie bei 78,00 Euro. Das entspricht einem Tagesverlust von 3,70 Prozent — nach einem Minus von 5,60 Prozent am Vortag. Auf Monatssicht summiert sich der Rückgang auf gut zehn Prozent.
Der MDAX legte im selben Zeitraum rund 7,6 Prozent zu. Diese Lücke ist das eigentliche Signal. TKMS läuft dem deutschen Nebenwerteindex klar hinterher — ohne dass eine konkrete Unternehmensmeldung den Kursabstand erklärt.
Das 52-Wochen-Hoch liegt bei 107,26 Euro vom Oktober 2025. Vom aktuellen Kurs aus fehlen damit mehr als 27 Prozent. Vom Jahrestief bei 56,85 Euro hat sich die Aktie zwar erholt — aber ein erheblicher Teil der Kursgewinne ist bereits wieder abgeschmolzen.
Operative Zahlen zeigen ein anderes Bild
Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/26 erzielte TKMS einen Auftragseingang von 3,4 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand kletterte auf 20,6 Milliarden Euro. Das sind keine schwachen Zahlen.
Der Umsatz stieg um zehn Prozent auf rund 1,17 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT legte auf 60 Millionen Euro zu, die Marge verbesserte sich leicht auf 5,1 Prozent.
Ein Wermutstropfen: Der Free Cashflow drehte auf minus 72 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es noch plus 756 Millionen Euro. TKMS erklärt das mit geplanten Mittelabflüssen aus der Projektabarbeitung und mit hohen Vorauszahlungen im Zusammenhang mit dem U-Boot-Programm 212CD Ende 2024 — die den Vorjahreswert künstlich aufgebläht hatten.
Jahresziel bestätigt, Q3 rückt näher
Für das Gesamtjahr 2025/26 hält TKMS an seinen Zielen fest: Umsatzwachstum von 2 bis 5 Prozent und eine bereinigte EBIT-Marge von über 6 Prozent. Mittelfristig peilt das Unternehmen mehr als 7 Prozent an.
Kapitalmarktkontakte gibt es schon bald. Am 22. Juni folgt die Deutsche Bank Defence Conference, am 24. Juni zwei weitere Investorenkonferenzen. Belastbare neue Zahlen liefert dann die Q3-Mitteilung am 12. August 2026. Bis dahin bleibt der Markt mit der Frage, ob ein Auftragsbestand von über 20 Milliarden Euro den Kurs irgendwann wieder stützt.
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