TKMS Aktie: 30-Milliarden-Ausschreibung im Fokus

ThyssenKrupp Marine Systems profitiert von milliardenschwerem U-Boot-Projekt Kanadas und starkem Elektronikgeschäft.

Die Kernpunkte:
  • Kanada-Deal für zwölf U-Boote
  • Aktie springt über fünf Prozent
  • Atlas Elektronik mit Rekordaufträgen
  • Auftragsbestand über 20 Milliarden Euro

Zwölf neue U-Boote für Kanada — und TKMS ist mittendrin. Das Kieler Rüstungsunternehmen gilt als einer der aussichtsreichsten Bieter für das „Canadian Patrol Submarine Project“. Der Markt reagiert: Die Aktie springt heute um mehr als fünf Prozent auf 86,60 Euro und führt den MDAX an.

Milliardenwette auf Nordamerika

Ottawa plant den Kauf von bis zu zwölf konventionellen U-Booten. Das Auftragsvolumen wird auf mehr als 30 Milliarden Euro geschätzt. TKMS setzt auf den Typ 212 CD — ein Modell, das Deutschland und Norwegen bereits gemeinsam entwickeln und betreiben.

Kanada sucht dabei keinen reinen Lieferanten. Das Land will einen langfristigen Partner für die Arktis-Sicherheit. Das spielt TKMS in die Karten. Schärfster Konkurrent ist ein südkoreanischer Anbieter.

Elektronik-Sparte mit Rekordwachstum

Parallel dazu liefert die Tochter Atlas Elektronik starke Zahlen. Der Auftragseingang kletterte im abgelaufenen Halbjahr auf 1,8 Milliarden Euro — fast das Zwölffache des Vorjahreszeitraums. Die EBIT-Marge in der Elektroniksparte erreichte 10,9 Prozent.

Das zeigt den Wandel: TKMS ist längst kein reiner Schiffbauer mehr. Der gesamte Auftragsbestand überschritt zuletzt die Marke von 20 Milliarden Euro. Das sichert Umsatz für Jahre.

Analysten betonen, dass dieser margenstarke Elektronik- und Softwareanteil die Bewertung zunehmend trägt. Das klassische Werftgeschäft belastet den Cashflow in der Bauphase — im zweiten Quartal lag der Free Cashflow bei minus 72 Millionen Euro. Das Dienstleistungsgeschäft federt das ab.

Technische Erholung mit Rückenwind

Seit dem Börsengang im Oktober 2025 hat sich die Aktie gefangen. Im laufenden Jahr steht ein Plus von rund 25 Prozent. Mit dem heutigen Anstieg übersprang das Papier die 50-Tage-Linie bei gut 82 Euro — die es tags zuvor noch unterschritten hatte.

Der RSI liegt bei 32 und signalisiert, dass die Aktie zuletzt überverkauft war. Das 52-Wochen-Hoch bei 100,60 Euro bleibt knapp 14 Prozent entfernt.

Für das Geschäftsjahr 2025/26 peilt TKMS ein Umsatzwachstum von rund zehn Prozent an. Die operative Marge soll perspektivisch über sieben Prozent steigen. Neben der Kanada-Entscheidung warten Investoren auf mögliche Großaufträge aus Indien und Deutschland — beide werden noch im laufenden Jahr erwartet.

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