TKMS Aktie: 3,9-Prozent-Rücksetzer auf 93,10 Euro

TKMS-Papier fällt nach jüngstem Rekordhoch um 12 Prozent. Hohe Investitionen und verzögerter Kanada-Deal belasten die Stimmung der Anleger.

Die Kernpunkte:
  • Kursrutsch nach Rekordhoch
  • Rekordauftragsbestand von 25 Milliarden
  • Investitionen in Wismar geplant
  • Kanada-Deal verzögert sich

Die TKMS-Aktie hat einen Rekordlauf hinter sich. Doch jetzt zeigt sich: Selbst ein Rüstungskonzern mit vollen Auftragsbüchern ist vor Gewinnmitnahmen nicht sicher.

Am Donnerstag verlor das Papier 3,9 Prozent und schloss bei 93,10 Euro. Auf Wochensicht steht ein Minus von 12 Prozent zu Buche. Erst am 14. August hatte die Aktie mit 108,80 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch markiert.

Kapitalbedarf drückt auf die Stimmung

Der Auslöser für die Korrektur liegt nicht im operativen Geschäft. Im Gegenteil: TKMS sitzt auf einem Rekord-Auftragsbestand von über 25 Milliarden Euro. Eingerechnet sind die jüngsten Fregatten-Optionen für die Bundeswehr.

Um diese Aufträge abzuarbeiten, muss der Konzern massiv investieren. Allein in den Standort Wismar fließen über 200 Millionen Euro. Das Geld baut unter anderem eine moderne Fertigungslinie für U-Boot-Druckkörper auf.

CEO Oliver Burkhard erläuterte die Pläne diese Woche auf einer Roadshow in London. Sein „Masterplan 2030“ sieht vor, die ehemaligen MV-Werften zu einer Hybrid-Werft für Unterwasser- und Überwasserprojekte umzubauen. Anleger fürchten nun kurzfristige Belastungen für den freien Cashflow.

Kanada-Deal lässt länger auf sich warten

Ein zweiter Faktor verstärkt die Zurückhaltung: das Milliardenprojekt in Kanada. TKMS wurde zwar als bevorzugter Bieter für bis zu zwölf U-Boote der Klasse 212CD ausgewählt. Burkhard dämpfte aber zuletzt die Erwartungen an einen schnellen Vertragsabschluss.

Die finalen Verhandlungen könnten zwischen sechs und 18 Monaten dauern. Die erste Auslieferung nach Kanada plant TKMS erst für 2033 — Kapazitäten aus Deutschland und Norwegen haben Vorrang.

Das Auftragsvolumen für den Bau soll über 15 Milliarden Euro erreichen. Genau diese lange Vorlaufzeit sorgt für Ernüchterung: Die finanziellen Zuflüsse aus dem Megaprojekt werden erst gegen Ende des Jahrzehnts spürbar.

Aufwärtstrend bleibt intakt

Trotz des Rücksetzers steht die Aktie seit Jahresbeginn mit 41 Prozent im Plus. Damit gehört TKMS weiterhin zu den stärksten Werten im Verteidigungssektor. Der RSI von 54,5 signalisiert eine neutrale Zone — der zuvor überkaufte Zustand ist abgebaut.

Nach unten bietet der 50-Tage-Durchschnitt bei 83,65 Euro eine Unterstützung. Solange dieser Bereich hält, bleibt der langfristige Aufwärtstrend bestehen.

Am 27. August präsentiert TKMS auf den Hamburger Investorentagen weitere Details. Im Fokus stehen die operative Umsetzung der Großaufträge und die mittelfristige Margenzielsetzung von über 7 Prozent.

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