TKMS Aktie: 60 Milliarden-Entscheidung in Halifax

Kanada gibt bevorzugten Bieter für milliardenschweres U-Boot-Projekt bekannt. TKMS-Aktie steigt deutlich.

Die Kernpunkte:
  • Kanada wählt Bieter für U-Boote
  • TKMS konkurriert mit Hanwha Ocean
  • Auftragswert von bis zu 60 Milliarden
  • Aktie legt um fast fünf Prozent zu

In Halifax geht es heute um den größten Exportauftrag der Unternehmensgeschichte. Die kanadische Regierung entscheidet über ein gigantisches Rüstungsprojekt im Marinebereich. Für TKMS steht ein potenzielles Projektvolumen von bis zu 60 Milliarden kanadischen Dollar auf dem Spiel. Die Börse reagiert bereits. Die Aktie klettert um 4,9 Prozent auf 87,80 Euro.

Das Ringen um die U-Boot-Milliarden

Kanadas Premierminister Mark Carney gibt am späten Abend den bevorzugten Bieter bekannt. Das Land braucht zwölf neue konventionelle U-Boote. Sie sollen die veraltete Victoria-Klasse ersetzen.

TKMS schickt das Modell Type 212CD ins Rennen. Der schärfste Konkurrent kommt aus Südkorea. Hanwha Ocean bietet dort sein Modell KSS-III Batch-II an.

Die reinen Anschaffungskosten liegen bei bis zu 30 Milliarden US-Dollar. Inklusive Wartung verdoppelt sich das Volumen nahezu über die Lebensdauer. Eine enorme Summe.

Wirtschaftskraft gegen Liefergeschwindigkeit

Industrielle Gegengeschäfte entscheiden voraussichtlich das Rennen. TKMS verspricht massive wirtschaftliche Vorteile für Kanada. Das Projekt soll rund 86 Milliarden kanadische Dollar zum Bruttoinlandsprodukt beitragen. Das Angebot umfasst Hafenausbauten und Kooperationen mit lokalen Firmen.

Hanwha Ocean wählt eine andere Strategie. Die Südkoreaner locken mit einer schnellen Lieferung ab dem Jahr 2032. Sie bieten obendrein weitreichende Handelszusagen für Wasserstoff und Stahl an.

Experten halten auch einen Kompromiss für möglich. Beide Anbieter könnten den Auftrag teilen und jeweils sechs Einheiten bauen. Das minimiert geopolitische Risiken.

Solide Basis trifft auf Kursfantasie

Der aktuelle Kurssprung setzt einen klaren Aufwärtstrend fort. Auf Sicht von 30 Tagen hat die Aktie gut 16 Prozent gewonnen. Mit dem heutigen Plus nähert sich der Kurs wieder dem 52-Wochen-Hoch von 102,90 Euro an.

Auch fundamental steht TKMS stabil da. Ende März lag der Auftragsbestand bei 20,6 Milliarden Euro. Zuletzt sicherte sich das Unternehmen einen Milliardenauftrag für neue deutsche Fregatten.

Ausblick: Bündnisdruck und Verhandlungen

Der Zeitpunkt der Bekanntgabe ist strategisch gewählt. Am Dienstag startet der NATO-Gipfel in der Türkei. Kanada will seine Verteidigungsausgaben massiv erhöhen und bis 2035 fünf Prozent des Wirtschaftsprodukts erreichen.

Ein Zuschlag für TKMS markiert allerdings nur den Start exklusiver Vertragsverhandlungen. Diese können noch mehrere Jahre dauern. Ein kompletter Verlust an Hanwha Ocean bleibt indes das größte Rückschlagrisiko für den aktuellen Aktienkurs.

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