TKMS Aktie: 7. Juli entscheidet in Kanada
Kanada entscheidet am 7. Juli über U-Boot-Auftrag für TKMS. Der deutsche Werftkonzern steht vor einem historischen Milliardenprojekt.

- Entscheidung über 40-Milliarden-Auftrag steht bevor
- TKMS-Aktie legt deutlich zu
- Heimatauftrag über sechs Milliarden Euro gesichert
- Rekordauftragsbestand von 20 Milliarden Euro
Für TKMS geht es in den nächsten Tagen um alles. Am 7. Juli 2026 entscheidet Kanada über ein U-Boot-Programm im Wert von bis zu 40 Milliarden Euro. Der deutsche Marineschiffbauer steht als einer von zwei Finalisten im Rampenlicht. An der Börse löst diese Aussicht einen regelrechten Run auf das Papier aus. Die Aktie springt am Donnerstag um 5,48 Prozent auf 80,90 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus damit auf fast 17 Prozent.
Alles oder Nichts in Ottawa
Im Zentrum steht das Canadian Patrol Submarine Project. Ottawa will den Gewinner für zwölf neue U-Boote küren. Die Entscheidung fällt exakt einen Tag vor dem NATO-Gipfel in Ankara. TKMS kämpft gegen den südkoreanischen Konkurrenten Hanwha Ocean um den Zuschlag. Eine Auftragsaufteilung schließen Beobachter aus Kostengründen aus.
Ein Alles-oder-Nichts-Szenario. Gewinnt TKMS, wäre das der größte Exportauftrag der Firmengeschichte. Die Werften des Unternehmens wären für Jahrzehnte ausgelastet.
Milliarden aus Berlin
Den Rücken stärkt ein gewaltiger Heimatauftrag. TKMS erhält 6,63 Milliarden Euro für vier neue U-Jagd-Fregatten der Klasse F128. Pro Schiff kalkuliert das Verteidigungsministerium mit rund 1,57 Milliarden Euro. Der Bundestag muss noch vor der Sommerpause zustimmen.
Eine Option auf vier weitere Einheiten liegt bereits vor. Diese haben einen Wert von 5,3 Milliarden Euro. Hierüber fällt die Politik ihre Entscheidung bis zum Jahresende. Dieser Deal sichert TKMS als zentralen Lieferanten der Bundeswehr ab.
Volle Bücher, schwacher Cashflow
Auch abseits der Großprojekte brummt das operative Geschäft. Im ersten Halbjahr sammelte die Werft neue Aufträge für 3,4 Milliarden Euro ein. Darunter fallen U-Boote und Torpedos für Norwegen. Der gesamte Auftragsbestand markiert mit gut 20 Milliarden Euro ein Rekordniveau.
Der Halbjahresumsatz kletterte um zehn Prozent. Der operative Gewinn legte um 14 Prozent auf 60 Millionen Euro zu. Einziger Wermutstropfen bleibt die Kassenlage. Der freie Cashflow rutschte ins Minus. Das Management verweist hierbei auf geplante Ausgaben für die Abwicklung laufender Projekte.
Der Fokus richtet sich nun komplett auf den 7. Juli. Bekommt das deutsche Type-212CD-Angebot den Zuschlag, zementiert TKMS seine Rolle als führender NATO-Lieferant. Sichert sich hingegen Hanwha Ocean den Deal, droht ein rascher Abverkauf der jüngsten Kursgewinne. Bis zur offiziellen Verkündung durch Premierminister Carney reitet die Aktie auf einer massiven Welle der Spekulation.
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