TKMS Aktie: Auftragsbestand wächst auf 38 Milliarden

Nach dem Rekordhoch durch den kanadischen U-Boot-Auftrag korrigiert die TKMS-Aktie. Analysten blicken auf die langwierigen Verhandlungen.

Die Kernpunkte:
  • Aktie fällt um 4,25 Prozent
  • Kanada wählt TKMS als Lieferant
  • Vertragsabschluss erst 2027 erwartet
  • Auftragsbestand steigt auf 38 Milliarden Euro

Ein Milliarden-Auftrag aus Kanada hatte die TKMS-Aktie zuletzt auf Rekordkurs getrieben. Am Donnerstag nehmen Anleger Gewinne mit. Das Papier des Kieler Marineschiffbauers fällt um 4,25 Prozent auf 85,60 Euro, nach einem Schlusskurs von 89,40 Euro am Vortag.

Trotz des Rücksetzers bleibt die Bilanz beeindruckend. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 23,61 Prozent – TKMS zählt damit zu den auffälligsten Werten im deutschen Rüstungssektor.

Kanada wählt TKMS – der Vertrag fehlt noch

Auslöser der vorangegangenen Rally war eine Entscheidung aus Halifax. Premierminister Mark Carney erklärte, TKMS sei als bevorzugter Lieferant für ein U-Boot-Programm ausgewählt. Kanada plant den Kauf von bis zu zwölf U-Booten des Typs 212CD. TKMS setzte sich damit gegen den südkoreanischen Konkurrenten Hanwha Ocean durch.

Für Anleger zählt jedoch ein Detail: Der Vertrag ist noch nicht unterschrieben. Kanada nimmt nun exklusive Verhandlungen mit TKMS auf. Hanwha bleibt offiziell Reserveanbieter, falls diese Gespräche scheitern.

Sechs bis achtzehn Monate Verhandlung, Zweifel an Arktis-Tauglichkeit

Wie lange die Gespräche dauern, ist unklar. Carney selbst nannte laut dem Fachmagazin Marineforum eine Spanne von sechs bis achtzehn Monaten. Sein Ziel: ein Vertragsabschluss bis Ende 2027.

Bis dahin bleibt ein Restrisiko bestehen, auch wenn ein Scheitern als unwahrscheinlich gilt. Hinzu kommt fachliche Kritik: Viele Marineexperten bezweifeln, dass dieselelektrische U-Boote für Arktis-Einsätze geeignet sind. Nukleargetriebene Boote könnten unbegrenzt getaucht bleiben, ohne zum Batterieladen aufzutauchen.

Auftragsbestand wächst auf fast 38 Milliarden Euro

Parallel zum Kanada-Geschäft bewegt sich auch das heimische Fregatten-Programm F128. Der Haushaltsausschuss des Bundestags gab den Bau von vier U-Boot-Jagd-Fregatten für 6,3 Milliarden Euro frei. Eine Option auf vier weitere Schiffe besteht zusätzlich.

Die kompaktere F128 ersetzt das gescheiterte Projekt F126, dessen Bau das Verteidigungsministerium wegen explodierender Kosten stoppte. Zusammen mit dem kanadischen Großauftrag wächst der TKMS-Auftragsbestand auf fast 38 Milliarden Euro.

1.500 neue Stellen in Kiel und Wismar

Der kanadische Auftrag wirkt sich auch auf die Beschäftigung an den deutschen Standorten aus. TKMS plant zusätzliche Fertigungskapazitäten in Kiel und Wismar. Nach Medienberichten kündigt der Konzern bis zu 1.500 neue Stellen an.

Ausblick

Zwei Entwicklungen bestimmen die kommenden Wochen: der Fortschritt der exklusiven Kanada-Verhandlungen und die konkrete Umsetzung des F128-Programms.

Technisch bewegt sich die Aktie mit einem RSI von 55,5 in neutralem Terrain, der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 78,79 Euro. Zum 52-Wochen-Hoch von 102,90 Euro aus dem Januar fehlen aktuell noch rund 16,8 Prozent. Der angepeilte Vertragsabschluss bis Ende 2027 markiert den nächsten konkreten Meilenstein für die Aktie.

Anzeige

TKMS-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue TKMS-Analyse vom 9. Juli liefert die Antwort:

Die neusten TKMS-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für TKMS-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 9. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

TKMS: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu TKMS