TKMS Aktie: Bundeswehr plant acht MEKO-Fregatten

TKMS könnte mit acht MEKO-A-200-Fregatten das gestoppte Marineprojekt ersetzen. Der Auftrag würde den Auftragsbestand weiter vergrößern.

Die Kernpunkte:
  • Bundeswehr prüft acht MEKO-A-200-Fregatten
  • Auftragsbestand über 25 Milliarden Euro
  • Kanada-Geschäft mit U-Booten steht bevor
  • TKMS-Aktie 17 Prozent unter Jahreshoch

Die Bundeswehr sucht einen neuen Partner für ihr Fregattenprogramm – und TKMS steht bereit. Das Verteidigungsministerium plant laut Berichten die Beschaffung von acht Fregatten des Typs MEKO A-200 vom Kieler Marinespezialisten. Die Schiffe sollen das gestoppte F126-Programm von Rheinmetall und NVL ersetzen und Verzögerungen sowie Kostenrisiken bei der Marinebeschaffung minimieren.

Für TKMS wäre das ein weiterer Baustein in einem ohnehin prall gefüllten Orderbuch. Das Unternehmen meldete für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres 2025/26 bereits einen Auftragsbestand von über 25 Milliarden Euro – ein neues Fregattenprogramm ist darin, weil es nach dem Bilanzstichtag hinzukam, noch gar nicht vollständig erfasst. Sollte der MEKO-A-200-Deal zustande kommen, würde er zusätzlich zu Buche schlagen.

Auftragspipeline bleibt breit gefächert

Der mögliche Fregattenauftrag reiht sich in eine ganze Serie laufender Geschäftsanbahnungen ein. Medienberichten zufolge steht TKMS zudem unmittelbar vor dem Abschluss eines Großauftrags über die Lieferung neuer U-Boote an Kanada.

Parallel dazu verhandelt das Unternehmen laut Branchenkreisen über ein weiteres U-Boot-Geschäft mit Griechenland im Zuge von dessen Marinemodernisierung – hier handelt es sich allerdings noch um ein Gerücht ohne bestätigten Stand.

Diese Diversifizierung über mehrere Marinenationen hinweg reduziert die Abhängigkeit von Einzelaufträgen. Zugleich profitiert TKMS vom aktuellen Schiffbauboom in Norddeutschland, der laut Branchenberichten zu einem deutlichen Beschäftigungszuwachs in den Werften führt – ein Umfeld, das dem Konzern bei der Abarbeitung des wachsenden Auftragsbergs zugutekommt.

Konzernstruktur und Ausblick

Nach dem Börsengang im Oktober 2025 hält Thyssenkrupp weiterhin eine Mehrheitsbeteiligung von 51 Prozent an TKMS – das bestätigt eine Analyse zur Konzernstrategie „ACES 2030“.

Die operative Stärke der Marinesparte gilt dabei als wesentlicher Werttreiber für die Mutter: JPMorgan hob vor rund einer Woche das Kursziel für Thyssenkrupp von 12,80 auf 15,00 Euro an und stufte die Aktie weiterhin mit „Neutral“ ein, verwies dabei ausdrücklich auf die operative Stärke von TKMS.

Vorstandschef Oliver Burkhard hatte die Prognose für das laufende Geschäftsjahr bereits deutlich angehoben und für den Zeitraum bis 2027/28 einen kumulierten freien Cashflow von über 400 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Die vor rund zwei Wochen vorgelegten Quartalszahlen mit 19 Prozent Umsatzwachstum auf 1,89 Milliarden Euro und einem Ergebnis je Aktie von 0,39 Euro hatten die Aktie zunächst belastet, sie notiert seither 6,5 Prozent niedriger. Die vor rund einem Monat unterzeichnete Absichtserklärung mit Navantia hatte dagegen für einen Kursschub von 9,9 Prozent gesorgt.

Kurs pendelt zwischen Rekordhoch und Konsolidierung

Am Freitag schloss die TKMS-Aktie bei 90,10 Euro, ein Minus von 1,2 Prozent auf Tagesbasis und 3,0 Prozent auf Wochensicht. Auf Monatssicht steht dennoch ein Plus von 13 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat sich der Kurs um 36 Prozent verteuert.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 108,80 Euro, erreicht am 14. August, notiert das Papier derzeit 17 Prozent entfernt – ein Abstand, der die jüngste Konsolidierung nach der starken Rally seit dem Jahrestief bei 56,75 Euro im November widerspiegelt.

Mwb Research bestätigte bereits vor gut einer Woche die Einstufung „Buy“ für TKMS und verwies auf die langfristige Sichtbarkeit durch den hohen Auftragsbestand. Für Anleger dürfte der Blick nun auf die konkrete Entscheidung des Verteidigungsministeriums zum Fregattenprogramm gerichtet sein – ein Zuschlag würde die Auftragspipeline weiter verlängern und die strategische Position von TKMS als bevorzugter Partner der Bundeswehr festigen.

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