TKMS Aktie: Duell mit Naval Group um Argentinien

Argentinien prüft Angebote von TKMS und Naval Group; Haushaltsberatungen und Bieterentscheid stehen noch aus.

Die Kernpunkte:
  • Drei konventionelle U-Boote vorgesehen
  • TKMS bietet Typ 209NG an
  • Naval Group tritt mit Scorpène an
  • Vergabe hängt von Haushaltsberatungen ab

Konkurrenzkampf mit Naval Group um Südamerika-Auftrag

Wie Generalstabschef Marcelo Della Nogare erklärte, liegt der argentinischen Regierung ein 100-prozentiges Finanzierungsangebot aus Deutschland und Frankreich vor.

Im Zentrum steht die Beschaffung von drei konventionell angetriebenen Angriffs-U-Booten mit einem Volumen von bis zu 2,3 Milliarden US-Dollar, die im argentinischen Haushaltsentwurf für 2027 verankert ist.

TKMS geht dabei mit dem Typ 209NG ins Rennen, während Frankreich das Modell Scorpène der Naval Group ins Feld führt. Beide Entwürfe erfüllen laut Della Nogare die technischen Anforderungen der Marine. Die entsprechenden Prüfberichte wurden der Regierung bereits übergeben.

Als künftiger Heimatstützpunkt der Einheiten ist Mar del Plata vorgesehen. Die Finanzierungsstruktur sieht ein Darlehen mit mindestens drei Jahren Tilgungsfrist vor, wobei das Vorhaben noch von den parlamentarischen Haushaltsberatungen abhängt.

Solide Auftragslage und juristische Altlasten

Für TKMS bietet der Vorstoß nach Südamerika die Chance auf ein weiteres Standbein im internationalen Exportgeschäft. Das Unternehmen stützt sich im Überwasserbereich bereits auf ein stabiles Auftragspolster.

Gleichzeitig bleibt das Umfeld öffentlicher Beschaffungsvorhaben von politischen und finanziellen Risiken begleitet. Rund um das vorzeitig beendete deutsche F126-Vorhaben stehen erhebliche Forderungen im Raum: Die niederländische Werft Damen Shipyards verlangt wegen der einseitigen Vertragskündigung 4,7 Milliarden Euro Schadenersatz vom Bund, nachdem für das Projekt zuvor bereits 2,3 Milliarden Euro verausgabt worden waren. Solche Altlasten unterstreichen die juristischen Risiken, die mit komplexen militärischen Großprojekten einhergehen können.

Kurs verharrt in der Konsolidierung

Am Markt stießen die Exportperspektiven bislang auf verhaltene Reaktionen. Am Freitag verzeichnete das Papier einen leichten Rückgang um 0,9 Prozent und ging bei 75,20 Euro aus dem Handel. Trotz dieser jüngsten Zurückhaltung weist der Titel seit Jahresanfang ein Kursplus von 14 Prozent auf.

Für Marktteilnehmer bleibt entscheidend, ob sich der Vorstoß in Argentinien in einem verbindlichen Vertrag niederschlägt. Zwar schafft die im Haushaltsentwurf vorgesehene Kreditermächtigung den formalen Rahmen für das Vorhaben, doch die finale Vergabe hängt von den Beratungen in Buenos Aires und dem Ausgang des Bieterwettstreits mit Frankreich ab.

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