TKMS Aktie: Größter Auftrag der Firmengeschichte

ThyssenKrupp Marine Systems sichert sich den größten Einzelauftrag der Firmengeschichte aus Kanada und baut die U-Boot-Flotte massiv aus.

Die Kernpunkte:
  • Größter Einzelauftrag der TKMS-Geschichte
  • Zwölf U-Boote vom Typ 212CD bestellt
  • Auftragsvolumen von rund 20 Milliarden Euro
  • Bau in Kiel und Wismar geplant

Zwölf U-Boote, ein geschlagener südkoreanischer Konkurrent und ein Premierminister, der die Entscheidung persönlich verkündet — der Auftrag aus Kanada ist mehr als nur eine gute Nachricht für die Kieler Werft. Es ist der größte Einzelauftrag, den TKMS je an Land gezogen hat.

Kanadas Premierminister Mark Carney gab die Entscheidung in Halifax bekannt, kurz bevor er zum Nato-Gipfel nach Ankara reiste. Der Zuschlag ging an TKMS und nicht an den koreanischen Rivalen Hanwha Ocean, der monatelang um denselben Deal geworben hatte. Verteidigungsminister Boris Pistorius war mehrfach nach Kanada gereist, um für das Geschäft zu werben — zuletzt im Mai.

Ein Deal mit vielen Nullen

Weder Kanada noch TKMS nannten offizielle Zahlen zum Auftragsvolumen. Insidern zufolge dürfte allein der Bau der U-Boote samt Service rund 20 Milliarden Euro kosten. Rechnet man Wartung und Betrieb über die gesamte Nutzungsdauer ein, geht es kanadischen Medienberichten zufolge um ein Finanzvolumen von umgerechnet rund 62 Milliarden Euro.

Gebaut werden sollen die U-Boote des Typs 212CD sowohl in Kiel als auch am zweiten Standort Wismar, wo TKMS bis zu 1.500 neue Arbeitsplätze schaffen will. Das Modell haben Deutschland und Norwegen gemeinsam entwickelt — mit Kanada steigt nun ein dritter großer Partner ein. Die Zahl der bestellten Boote dieser Klasse klettert damit insgesamt auf 24.

Die neuen Boote sind mit 72 Metern deutlich größer als die aktuelle Vorgängerklasse 212A und speziell für den Einsatz unter Eis in der Arktis ausgelegt. Nach früheren Angaben von TKMS soll Kanada die ersten Einheiten spätestens 2035 erhalten, wobei sich zuletzt eine frühere Auslieferung angedeutet hatte.

Auftragsbuch reicht schon bis in die 2040er

Der Kanada-Deal trifft auf ein Unternehmen, das bereits vor der Bestellung gut ausgelastet war. Zum Ende des ersten Geschäftshalbjahres 2025/26 stand der Auftragsbestand bei 20,6 Milliarden Euro — ein Höchstwert, der die Werft schon bis in die 2040er Jahre beschäftigt hätte. Der Umsatz legte im gleichen Zeitraum um zehn Prozent auf 1,17 Milliarden Euro zu, das bereinigte operative Ergebnis stieg um 14 Prozent auf 60 Millionen Euro.

Unter dem Strich blieb dennoch weniger übrig: Der Gewinn sank um 41 Prozent auf 27 Millionen Euro, weil TKMS kräftig in Forschung, Entwicklung und Vertrieb investiert. Angesichts des nun deutlich gewachsenen Auftragspolsters dürfte dieser Rückgang für Anleger zur Nebensache werden.

Mit rund 9.100 Beschäftigten und Standorten in Kiel, Wismar sowie im brasilianischen Itajaí steht TKMS nun vor der Aufgabe, den größten Auftrag der Unternehmensgeschichte über Jahrzehnte abzuarbeiten — parallel zu den laufenden Programmen für Deutschland und Norwegen.

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