TKMS Aktie: Kanada-Auftrag für zwölf U-Boote

TKMS präsentiert am 12. August Q3-Zahlen. Analysten streuen bei Kurszielen zwischen 76 und 135 Euro, während Milliardenaufträge aus Kanada und Indien winken.

Die Kernpunkte:
  • Quartalszahlen am 12. August
  • Analystenziele: 76 bis 135 Euro
  • Kanada-Auftrag treibt Wachstum
  • TKMS zieht GNYK-Angebot zurück

Der Kieler Marinekonzern TKMS steuert auf einen richtungsweisenden Termin zu: Am 12. August legt das Unternehmen die Zahlen zum dritten Geschäftsquartal des laufenden Geschäftsjahres 2025/26 vor. Ende Juli hatte TKMS in einer Vorabbekanntmachung gemäß den Vorgaben des Wertpapierhandelsgesetzes den Publikationstermin bestätigt. Vor dem Bilanztermin zeigt sich die Aktie schwankungsanfällig – und die Einschätzungen der Analysten könnten kaum weiter auseinanderliegen.

Volatile Woche vor der Bilanz

Am Freitag schloss die TKMS-Aktie bei 88,20 Euro und büßte damit 2,11 Prozent ein. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 7,96 Prozent, ein Beleg für die Nervosität, mit der der Markt dem Zahlenwerk entgegenblickt. Seit Jahresbeginn hat das Papier deutlich zugelegt, notiert aber weiterhin unterhalb seines im Oktober erreichten 52-Wochen-Hochs. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von knapp 57 Prozent unterstreicht, wie stark der Titel derzeit ausschlägt – ein Umfeld, in dem jede neue Analystenstimme und jede Auftragsmeldung den Kurs bewegen kann.

Analysten uneins: Spanne von 76 bis 135 Euro

Drei Analystenhäuser positionierten sich Ende Juli mit deutlich unterschiedlichen Kurszielen. Deutsche Bank Research bestätigte am 24. Juli die Einstufung „Buy“ mit einem Kursziel von 110 Euro. Die Projektabwicklung in den verschiedenen Geschäftsbereichen dürfte trotz der quartalsweisen Schwankungen bei der Umsatzrealisierung im Schiffbaugeschäft stetig vorangeschritten sein, schrieb Analyst Sriram Krishnan.

Noch optimistischer positionierte sich mwb research: Das Institut bekräftigte am 23. Juli seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 135 Euro und hielt den vorangegangenen Kursrückgang für unbegründet. Nach Einschätzung der Analysten könnte TKMS das Geschäftsjahr 2026 mit einem Auftragsbestand von rund 25 Milliarden Euro abschließen – und dieser könnte im Folgejahr auf über 40 Milliarden Euro anwachsen, sofern die Verträge mit Kanada und Indien zustande kommen.

Deutlich zurückhaltender äußerte sich am 24. Juli ein drittes Haus, Bernstein Research, mit dem Rating „Market-Perform“ und einem Kursziel von 76 Euro. Zwischen dem höchsten und dem niedrigsten der drei Kursziele liegen damit 59 Euro – eine Spanne, die die Unsicherheit über die weitere Entwicklung des Konzerns widerspiegelt. Bernstein hielt zugleich die Umsatzvorgabe des Unternehmens für 2026 für zu vorsichtig und traute dem Werftkonzern bei der operativen Marge mit rund 7 Prozent mehr zu als das Management selbst, das mehr als 6 Prozent anpeilt.

Kanada, Indien und der Rückzug von der GNYK-Übernahme

Den Hintergrund der optimistischen Einschätzungen bildet der milliardenschwere Auftrag aus Kanada. Anfang Juli hatten Kanadas Premierminister Mark Carney und TKMS den Zuschlag für bis zu zwölf U-Boote des Typs 212CD bestätigt – TKMS setzte sich damit gegen einen südkoreanischen Konkurrenten durch. Das Unternehmen selbst rechnet damit, dass sich der aktuelle Auftragsbestand dadurch um mehr als 50 Prozent erhöht.

Ein weiteres Großprojekt könnte hinzukommen: Indien und Deutschland nähern sich Medienberichten zufolge dem lange verhandelten Vorhaben Project-75(I), bei dem TKMS zusammen mit dem indischen Partner Mazagon Dock Shipbuilders sechs U-Boote der Baureihe Type 214 bauen soll. Das Projektvolumen wird mit über 90.000 Crore Rupien angegeben, umgerechnet rund 8 bis 9 Milliarden US-Dollar.

Nicht jede Wachstumsoption verfolgt TKMS jedoch weiter: Wie Handelsblatt berichtete, ist der Konzern Ende Juli aus dem Bieterrennen um die benachbarte Kieler Werft German Naval Yards ausgestiegen. Das zuvor kolportierte nicht bindende Angebot für die Werft ist damit vom Tisch.

Kiel wächst: CEO sucht neue Flächen

Parallel zur Auftragsdynamik wächst der Platzbedarf am Heimatstandort. In Interviews mit Handelsblatt und dem RedaktionsNetzwerk Deutschland äußerte sich TKMS-Vorstandschef Oliver Burkhard Ende Juli zur technologischen Positionierung des Unternehmens bei konventionellen U-Booten. Zudem berichtete das RedaktionsNetzwerk Deutschland, dass TKMS am Standort Kiel nach zusätzlichen Flächen sucht. „Wir schauen auf beiden Seiten der Förde“, zitierte das Medium den Konzernchef. Für Anleger dürfte der Blick nun auf den 12. August gerichtet sein: Erst die Zahlen zum dritten Quartal werden zeigen, ob sich die Auftragsdynamik aus Kanada bereits in der operativen Ergebnisentwicklung niederschlägt.

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