TKMS Aktie: Kanada-Vertrag für zwölf U-Boote offen

TKMS steigert den Auftragsbestand auf 20,1 Milliarden Euro, während der Kanada-Deal offen bleibt und der Aktienkurs deutlich schwankt.

Die Kernpunkte:
  • Kanada erklärt TKMS zum bevorzugten Bieter
  • Auftragsbestand steigt auf 20,1 Milliarden Euro
  • Atlas Elektronik steigert Umsatz um 28 Prozent
  • Aktie liegt 22 Prozent unter Jahreshoch

Während die Aktie von TKMS in dieser Woche moderat zulegte, richtet sich der Blick der Anleger zunehmend auf ein Geschäft, das noch gar nicht unterschrieben ist: den möglichen Bau von bis zu zwölf U-Booten für Kanada. Die kanadische Regierung hatte TKMS im Juli zum bevorzugten Bieter erklärt – ein Auftrag, der die Auftragslage des Kieler Rüstungskonzerns auf Jahre hinaus prägen könnte, sofern die Verhandlungen zum Abschluss kommen.

Auftragsbestand wächst weiter

Zahlen aus dem dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 unterstreichen, wie sehr TKMS derzeit von der Nachfrage nach maritimer Verteidigungstechnik profitiert. Zum 30. Juni stand ein Auftragsbestand von 20,1 Milliarden Euro in den Büchern, gegenüber 18,2 Milliarden Euro zum Ende des Vorjahresgeschäftsjahres.

Der größte Einzelauftrag der Firmengeschichte kam im August hinzu: Die Deutsche Marine unterschrieb einen Vertrag über vier MEKO A-200 DEU-Fregatten mit Option auf vier weitere, erstes Schiff soll Ende 2029 ausgeliefert werden.

Auch das Tochterunternehmen Atlas Elektronik trägt zum Wachstum bei. Der Umsatz des Segments legte in den ersten neun Monaten um 28 Prozent auf 612 Millionen Euro zu, der Auftragseingang sprang von 235 Millionen auf 1,95 Milliarden Euro – getrieben vom Torpedo DM2A5 und der Auftragslage rund um die U-Boot-Klasse 212CD.

Kanada als nächster Katalysator

Ein unterschriebener Kanada-Auftrag würde die Auftragsbücher von TKMS erneut deutlich verlängern. Bislang handelt es sich jedoch um eine Vorzugsposition ohne unterschriebenen Vertrag – ein Umstand, den Anleger im Blick behalten sollten, bevor sie das Potenzial des Geschäfts einpreisen.

Parallel dazu arbeitet TKMS an einer Vertiefung der industriellen Basis in Europa: Mit dem italienischen Werftkonzern Fincantieri soll bis Jahresende ein verbindlicher Kooperationsrahmen im U-Boot- und Unterwasserbereich entstehen, ebenso mit dem spanischen Anbieter Navantia, mit dem eine Bündelung von Kapazitäten und kürzere Lieferzeiten angestrebt werden.

Kursbild bleibt volatil

An der Börse zeigt sich das Papier zuletzt uneinheitlich. Der Kurs notiert bei 84,60 Euro und liegt damit rund 22 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 108,80 Euro, das Mitte August markiert wurde. Auf Monatssicht steht ein Rückgang von 12 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn bleibt mit einem Plus von 28 Prozent dennoch eine deutliche Wertsteigerung.

Die Kombination aus rekordhohem Auftragsbestand und schwankendem Kurs zeigt: Der Markt hat die operative Dynamik bereits teilweise eingepreist, tut sich mit der Bewertung der noch offenen Großaufträge aber schwer.

Für die kommenden Wochen dürfte entscheidend sein, ob aus der kanadischen Vorzugsposition ein unterschriebener Vertrag wird und ob die Kooperationsabsichten mit Fincantieri und Navantia bis Jahresende in verbindliche Rahmenwerke münden. Beides würde die Sichtbarkeit der Auftragspipeline über das laufende Geschäftsjahr hinaus erhöhen.

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