TKMS Aktie: Kanada wählt Preferred Bidder für zwölf U-Boote
TKMS sichert sich als bevorzugter Bieter den kanadischen U-Boot-Auftrag über 15 Milliarden Euro und verzeichnet Rekord-Auftragsbestand.

- Kanada wählt TKMS als Partner
- Milliardenschwerer U-Boot-Deal winkt
- Rekordbestellung für Kieler Werft
- Analysten erhöhen Kursziele deutlich
TKMS ist von der kanadischen Regierung als „Preferred Bidder“ für die Lieferung von bis zu zwölf konventionellen U-Booten im Rahmen des „Canadian Patrol Submarine Project“ ausgewählt worden.
Allein für die Boote wird das potenzielle Volumen auf über 15 Milliarden Euro geschätzt. Für den Kieler Marineschiffbauer ist das der bislang größte Einzelauftrag in der Unternehmensgeschichte – und ein weiterer Baustein für einen ohnehin schon prall gefüllten Orderbestand.
Rekord-Auftragsbestand von 20,1 Milliarden Euro
Nach einem starken dritten Quartal hatte TKMS bereits vor gut einer Woche die Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 deutlich angehoben und einen Rekord-Auftragsbestand von 20,1 Milliarden Euro gemeldet. Das Umsatzwachstum soll nun 10 bis 12 Prozent betragen, zuvor waren 2 bis 5 Prozent avisiert.
Die bereinigte EBIT-Marge wird bei bis zu 6,5 Prozent erwartet, nach zuvor über 6 Prozent. Parallel dazu billigte der Haushaltsausschuss des Bundestages die Beschaffung von vier Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU bei TKMS, inklusive einer Option auf vier weitere Einheiten – der größte Überwasser-Auftrag der Firmengeschichte.
Auch operativ zieht das Geschäft an: Im U-Boot-Segment stieg die Profitabilität in den ersten neun Monaten des Fiskaljahres deutlich, der Spartenumsatz kletterte auf rund eine Milliarde Euro, gestützt durch die Auslieferung von drei Einheiten.
Navantia-Kooperation soll Kanada-Auftrag absichern
Um das Kanada-Geschäft und weitere internationale Ausschreibungen abzusichern, hatten TKMS und die spanische Werft Navantia bereits vor rund zwei Wochen einen Kooperationsrahmen für eine strategische Partnerschaft im U-Boot-Segment unterzeichnet.
Ziel ist es, Synergien bei Kapazitäten und Fertigung zu heben – ein Aspekt, der angesichts des Volumens des kanadischen Projekts an Bedeutung gewinnt. Denn zwölf U-Boote binden über Jahre erhebliche Werftkapazität, und Partnerschaften wie jene mit Navantia könnten hier den Unterschied machen, ob TKMS Lieferzusagen im avisierten Zeitrahmen einhalten kann.
Analysten sehen weiteres Kurspotenzial
Die Nachrichtenlage hat auch bei Analysten Spuren hinterlassen. Der Deutsche-Bank-Analyst Sriram Krishnan hob das Kursziel für TKMS am 13. August auf 112,00 Euro an und stufte das Papier positiv ein.
Noch deutlicher fiel die Reaktion bei Bernstein Research aus: Analyst Adrien Rabier hob TKMS am selben Tag von „Market-Perform“ auf „Outperform“ und erhöhte das Kursziel von 76,00 auf 125,00 Euro – begründet mit der jüngsten Auftragswelle und steigenden Margenerwartungen bis 2030.
Bei deutschen Privatanlegern kam die Aktie im Juli entsprechend gut an: Medienberichten zufolge war TKMS unter den Titeln mit den höchsten Nettozuflüssen in Privatdepots, getrieben von den Spekulationen um den Großauftrag in Kanada.
Kursreaktion und Ausblick
Der Aktienkurs hat die Erwartungen an neue Aufträge längst vorweggenommen: Seit Jahresanfang steht ein Plus von 46 Prozent zu Buche, nach dem jüngsten Rücksetzer von 7 Prozent auf Wochensicht notiert das Papier bei 96,50 Euro. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 108,80 Euro liegt bei elf Prozent – Spielraum, den die frischen Kursziele der Analysten und der Kanada-Zuschlag nun neu befeuern dürften.
Mit Blick auf die geprüften Jahresergebnisse für das Geschäftsjahr 2025/26, die für den 7. Dezember angesetzt sind, dürfte sich zeigen, wie sich der Auftragsschub aus Kanada und die Fregatten-Bestellung konkret in Umsatz und Marge niederschlagen. Bis dahin bleibt der Mehrheitsaktionär Thyssenkrupp mit einer Beteiligung von 51 Prozent zentraler Ankerinvestor der TKMS AG & Co KGaA.
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