TKMS Aktie: Kooperation mit Seaspan Shipyards
Im Bieterkampf um kanadische U-Boote setzt TKMS auf NATO-Partnerschaft, während Rivale Hanwha mit Werbung punktet. Die Aktie bleibt angespannt.

- Werbungsoffensive von Hanwha in Kanada
- TKMS setzt auf NATO-Bündnisse
- Kooperation mit Seaspan vereinbart
- Aktie unter 50-Tage-Linie gefallen
Der Kampf um den kanadischen U-Boot-Markt wird lauter. Während TKMS auf stille Diplomatie und NATO-Bündnisse setzt, flutet der südkoreanische Rivale Hanwha Ocean das Land mit Werbung. Ein ungewöhnlicher Schritt im Rüstungsgeschäft, der die heiße Phase im Bieterwettbewerb einläutet.
Werbekampf statt stiller Vergabe
Die kanadische Regierung sucht bis zu zwölf neue U-Boote. Sie sollen unter Eis fahren und die Marine auf drei Ozeanen stärken. Hanwha nutzt die Tage vor der Entscheidung für eine aggressive Offensive. Südkoreanische Medien berichten von Werbespots im kanadischen Fernsehen und auf Streaming-Plattformen.
Auch an Flughäfen und in küstenfernen Städten wie Calgary buhlt der Konzern um Aufmerksamkeit. Das Ziel: Öffentlicher Druck für schnelle Lieferungen und wirtschaftliche Zusagen.
Die Kieler Werft TKMS wählt einen anderen Weg. Die Deutschen betonen die militärische Verlässlichkeit innerhalb der westlichen Bündnisstrukturen. Sie setzen auf die reibungslose Zusammenarbeit in der NATO.
Parallel dazu baut TKMS auf lokale Partner. Bereits im Januar vereinbarte das Unternehmen eine Kooperation mit Seaspan Shipyards. Die Kanadier sollen die Instandhaltung der U-Boote im eigenen Land übernehmen.
Kurs bleibt unter Druck
An der Börse macht sich derweil Nervosität breit. Die Aktie schloss am Dienstag bei 73,50 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen verlor das Papier rund elf Prozent.
Damit rutschte der Kurs unter die 50-Tage-Linie bei 79,23 Euro. Seit Jahresbeginn retten die Papiere dennoch ein Plus von gut sechs Prozent. Das technische Bild erklärt die Schwäche allerdings nur teilweise. Der Markt wartet auf handfeste Vertragsabschlüsse.
Die Entscheidung aus Ottawa fällt voraussichtlich noch in dieser Woche oder spätestens Anfang Juli. Ein Zuschlag für das kanadische Großprojekt bringt massive Auftragsfantasie für den deutschen Marineschiffbau. Verliert TKMS gegen die südkoreanische Konkurrenz, dürfte sich der jüngste Abwärtsdruck auf die Aktie weiter verschärfen.
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