TKMS Aktie: Navantia-Kooperation geplant
TKMS verfügt über 20,1 Milliarden Euro Aufträge und hebt die Umsatzprognose an. Kooperationen sollen zusätzliche Werftkapazitäten erschließen.

- Marineaufträge erreichen 20,1 Milliarden Euro
- Umsatzplus von 10 bis 12 Prozent erwartet
- EBIT-Marge bis 6,5 Prozent angestrebt
- Kooperation mit Navantia weiter vorbereitet
Nach einer Serie gewonnener Großprojekte und angehobenen Jahreszielen blickt TKMS auf ein spürbar ausgeweitetes Geschäftsvolumen. Die operative Aufmerksamkeit des Schiffbauers verlagert sich zunehmend auf die termingerechte Abwicklung der anstehenden Bauprogramme. Gleichzeitig bleibt der Blick auf strategische Partnerschaften gerichtet, um Kapazitäten abzusichern.
Maßgeblich gestützt wird das Projektvolumen durch die jüngsten Flottenaufträge der öffentlichen Hand. Für die Deutsche Marine fertigt das Unternehmen vier Fregatten des Typs MEKO A-200 in einem Gesamtwert von 6,3 Milliarden Euro. Durch diesen und weitere Abschlüsse schwoll der gesamte Auftragsbestand des Marinespezialisten auf 20,1 Milliarden Euro an.
Diese Bestellungen sichern den Werftstandorten eine mehrjährige Grundauslastung. Für das Unternehmen bedeutet das prall gefüllte Orderbuch jedoch auch wachsende Herausforderungen in der industriellen Fertigung. Vor allem Lieferketten und Werftkapazitäten müssen reibungslos ineinandergreifen, um Zeitpläne und Budgets verlässlich einzuhalten.
Angehobene Erwartungen für das Geschäftsjahr
Die hohe Nachfrage veranlasste die Unternehmensführung bereits vor über einem Monat dazu, die Jahresziele heraufzusetzen. Beim Umsatz rechnet TKMS für das laufende Geschäftsjahr mit einem Zuwachs zwischen 10 und 12 Prozent. Zuvor war man in der Planung lediglich von einem Plus im Bereich von 2 bis 5 Prozent ausgegangen.
Als wichtigste Triebfedern für diese Dynamik gelten die Segmente Atlas Electronics sowie Surface Vessels, für die kräftig anziehende Umsatzerlöse erwartet werden. Der Bereich Submarines dürfte derweil mit moderaterem Tempo zulegen. Die breitere Verteilung über verschiedene Marinesparten federt Schwankungen in einzelnen Projektzyklen ab.
Parallel zum Umsatz soll sich auch die Ertragskraft spürbar verbessern. Das Management strebt für das laufende Geschäftsjahr eine bereinigte EBIT-Marge von bis zu 6,5 Prozent an. Auf mittlere Sicht peilt das Unternehmen sogar einen Wert von über 7 Prozent an.
Kooperationen und internationale Großprojekte
Um die Produktionskapazitäten über die eigenen Docks hinaus flexibel zu erweitern, setzt der Konzern auf internationale Allianzen. Vor über einem Monat unterzeichnete das Unternehmen eine zweite Absichtserklärung mit der spanischen Werft Navantia.
Ziel ist die Vereinbarung eines gemeinsamen Kooperationsrahmens bis zum Jahresende, um ausgewählte U-Boot-Projekte effizienter zu vermarkten und Fertigungszeiten zu verkürzen. Eine gesellschaftsrechtliche Verflechtung oder gegenseitige Beteiligung ist dabei ausgeschlossen.
Zusätzliches Potenzial zeichnet sich in Übersee ab. Im Juli wurde TKMS als bevorzugter Bieter für das kanadische Patrol Submarine Project benannt, das bis zu zwölf U-Boote umfasst.
Die Verhandlungen über diesen potenziellen Großauftrag laufen unter Beteiligung deutscher und norwegischer Stellen weiter. Ein endgültiger Vertragsabschluss würde die internationale Marktposition im U-Boot-Bau für das kommende Jahrzehnt maßgeblich stärken.
Kursentwicklung nach der Konsolidierung
Am Kapitalmarkt wird die veränderte Auftragslage aufmerksam verfolgt. Im deutschen Handel notiert die Aktie bei 83,30 Euro. Nach einer Korrektur von ihrem 52-Wochen-Hoch bei 108,80 Euro behauptet das Papier seit Jahresbeginn ein Kursplus von 26 Prozent.
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