TKMS Aktie: Q3-Zahlen am 12. August erwartet

TKMS präsentiert am 12. August Q3-Zahlen 2025/26. Analysten streiten über Kursziele zwischen 76 und 135 Euro, während Großaufträge den Ausblick stützen.

Die Kernpunkte:
  • Quartalszahlen am 12. August erwartet
  • Analystenziele zwischen 76 und 135 Euro
  • Rückzug aus Bieterverfahren um GNYK
  • Großaufträge für U-Boote und Fregatten

Der Kieler Marinekonzern TKMS steuert auf einen der wichtigsten Termine des Börsenjahres zu. Am 12. August legt das Unternehmen seine Zahlen zum dritten Geschäftsquartal 2025/26 vor – und die Erwartungen der Analysten könnten kaum weiter auseinanderliegen. Zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Kursziel liegen derzeit 59 Euro, ein für einen Einzelwert ungewöhnlich breites Spektrum.

Der Aktienkurs selbst zeigt sich davon vorerst unbeeindruckt und notiert im vorbörslichen Handel bei 89,90 Euro, ein moderates Minus von 0,22 Prozent gegenüber dem Donnerstagsschluss. Bemerkenswerter ist der Blick auf die vergangenen Monate: Vom 52-Wochen-Tief bei 56,75 Euro, markiert am 24. November, hat sich das Papier um 58,41 Prozent erholt. Zum bisherigen Rekordhoch vom 20. Oktober bei 106,58 Euro fehlen aktuell allerdings noch 15,65 Prozent. Die Aktie bewegt sich damit klar im Aufwärtstrend, ohne die Höchststände des Vorjahres bereits wieder erreicht zu haben.

Rückzug bei German Naval Yards Kiel

Für Bewegung sorgte zuletzt der Ausgang des Bieterwettstreits um die Werft German Naval Yards Kiel (GNYK). TKMS zog sein nicht-bindendes Übernahmeangebot am 21. Juli zurück, nachdem sich der Konzern mit dem französischen Eigentümer CMN Naval nicht auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einer Transaktion einigen konnte. Ein TKMS-Sprecher bestätigte einen entsprechenden Bericht des Handelsblatts. Konkurrent Rheinmetall bleibt mit einem eigenen, parallel eingereichten Angebot als einziger verbliebener Bieter im Rennen. CEO Oliver Burkhard ordnete den Rückzug als bewusste strategische Entscheidung ein: „Der Erwerb der German Naval Yards Kiel wäre eine schöne Option gewesen, aber kein Muss. Das haben wir immer gesagt, dazu stehen wir weiterhin.“

Analysten uneinig vor den Zahlen

Die Kursziel-Spanne der zuletzt aktiven Analysehäuser spiegelt die Unsicherheit über die operative Entwicklung wider. Bernstein Research bestätigte am 22. Juli die Einstufung „Market-Perform“ mit einem Kursziel von 76 Euro. Analyst Adrien Rabier hält das Umsatzziel des Rüstungskonzerns für 2026 angesichts der Entwicklung im ersten Halbjahr für übermäßig konservativ und rechnet bei der EBIT-Marge eher mit 7 Prozent statt der vom Unternehmen anvisierten mehr als 6 Prozent. Deutsche Bank Research zeigte sich zwei Tage später, am 24. Juli, deutlich zuversichtlicher und beließ die Einstufung „Buy“ mit einem Kursziel von 110 Euro. Noch optimistischer positionierte sich mwb research mit einer Kaufempfehlung und einer Zielmarke von 135 Euro; das Institut hält den jüngsten Kursrückgang für nicht gerechtfertigt und verweist auf die außergewöhnliche Planungssicherheit durch ein prall gefülltes Auftragsbuch. Die durchschnittlichen Kursziele auf gängigen Übersichtsseiten liegen Medienberichten zufolge derzeit spürbar unter dem aktuellen Kursniveau – angesichts der enormen Bandbreite der Einzeleinschätzungen sollte dieser Konsenswert allerdings nur mit Vorsicht als Orientierung dienen.

Auftragslage stützt die langfristige Perspektive

Unabhängig vom Ausgang des GNYK-Verfahrens hat TKMS zuletzt mit Großaufträgen für Rückenwind gesorgt. Anfang Juli sicherte sich der Konzern den Zuschlag für bis zu zwölf U-Boote des Typs 212CD für Kanada und setzte sich damit gegen einen südkoreanischen Konkurrenten durch. Das Unternehmen selbst erwartet dadurch eine Steigerung des Auftragsbestands um mehr als 50 Prozent, die Auslieferung des ersten U-Boots ist bis 2033 geplant. Kurz darauf billigte der Haushaltsausschuss des Bundestags die Beschaffung von vier Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU für die Deutsche Marine im Volumen von rund 6,3 Milliarden Euro, mit einer Option auf vier weitere Schiffe für rund 5,3 Milliarden Euro. Trotz dieser guten Nachricht reagierte die Aktie damals mit einem spürbaren Kursrückgang – ein Hinweis darauf, dass viele positive Nachrichten aus dem Auftragsbuch bereits eingepreist sein dürften.

Genau an diesem Punkt setzt die Debatte im Vorfeld des 12. August an: Während Bernstein die offizielle Guidance für zu vorsichtig hält, sehen Deutsche Bank und mwb research im gefüllten Orderbuch die Basis für deutlich höhere Kursziele. Welche Sichtweise sich durchsetzt, dürfte sich mit den Q3-Zahlen und einem möglichen Ausblick des Managements auf die Margenentwicklung zeigen.

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