TKMS Aktie: Saab-Deal über 800 Millionen

Thyssenkrupp Marine Systems vergibt 800-Millionen-Euro-Auftrag an Saab für Kampfsysteme neuer Fregatten.

Die Kernpunkte:
  • Saab liefert Kampfsysteme für vier Fregatten
  • Auftragswert von rund 800 Millionen Euro
  • Kanada-Projekt als zweites Milliardenvorhaben
  • Aktie trotz Auftragsflut unter Jahreshoch

Vier Fregatten für die deutsche Marine, ein Zulieferer aus Schweden – und ein Auftragswert von rund 800 Millionen Euro. Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) macht Tempo bei seinem größten deutschen Rüstungsprogramm. Der Konzern hat Saab mit der Lieferung zentraler Kampfsysteme für die neuen MEKO A-200 DEU Fregatten beauftragt.

Was Saab liefert

Der Auftrag umfasst die Ausrüstung von vier Fregatten. Saab liefert das Gefechtsführungssystem 9LV, die Radaranlagen Sea Giraffe 4A und 4A/1X sowie passive Sensorik. Die Integration läuft zwischen 2029 und 2032.

TKMS bleibt Generalunternehmer und baut die Schiffe in Deutschland. Der schwedische Konzern selbst nennt einen Wert von 8,7 Milliarden schwedischen Kronen – umgerechnet rund 800 Millionen Euro.

Die Vergabe folgt einem klaren Zeitplan. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hatte den Fregattenbau am 8. Juli 2026 freigegeben. Das Gesamtprogramm für die vier Schiffe ist mit rund 6,3 Milliarden Euro dotiert. Eine Option auf vier weitere Fregatten besteht zusätzlich.

Kanada als zweite große Baustelle

Der Saab-Deal ist nicht das einzige Großprojekt von TKMS. Die kanadische Regierung hat den Konzern als bevorzugten Bieter für das „Canadian Patrol Submarine Project“ benannt. Es geht um bis zu zwölf U-Boote der Klasse 212CD.

Hier braucht es allerdings Geduld. Die exklusiven Verhandlungen sollen rund 18 Monate dauern. Ein finaler Vertrag ist frühestens im vierten Quartal 2027 zu erwarten, erste Auslieferungen nicht vor 2033. Branchenschätzungen zufolge könnte der Deal inklusive Wartungsverträgen ein Volumen von rund 20 Milliarden Euro erreichen.

Volles Auftragsbuch, vorsichtiger Markt

TKMS zählt zu den führenden europäischen Anbietern für nicht-nuklear angetriebene U-Boote und Marineschiffe. Die deutschen Fregatten und das kanadische U-Boot-Projekt haben das Auftragsbuch zuletzt deutlich wachsen lassen.

Die Aktie honoriert das nur bedingt. Der Kurs notiert bei 80,50 Euro und liegt damit rund 24 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 106,58 Euro vom 20. Oktober 2025. Seit Jahresbeginn steht trotzdem ein Plus von 21,60 Prozent.

Anleger nehmen zuletzt eher Gewinne mit, statt der Auftragsflut blind zu folgen. Der Grund: lange Vorlaufzeiten und offene Vertragsdetails bei mehreren Großprojekten. Die eigentliche Skepsis richtet sich nicht gegen neue Aufträge, sondern gegen die Umsetzung – kann TKMS die prall gefüllte Pipeline über Jahre profitabel abarbeiten, ohne dass Kosten und Verzögerungen die Margen belasten?

Der Saab-Vertrag liefert darauf zumindest eine Teilantwort. TKMS setzt beim F128-Programm auf einen etablierten Zulieferer und startet die nächste Umsetzungsphase ohne Verzug. Ob sich dieses Tempo auch beim komplexeren Kanada-Projekt halten lässt, zeigt sich frühestens im vierten Quartal 2027.

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