TKMS Aktie: Sell the News nach 25-Prozent-Rally
TKMS erhält milliardenschweren U-Boot-Auftrag aus Kanada, die Aktie fällt jedoch nach vorheriger Kursrallye.

- Größter Auftrag der Firmengeschichte
- Aktie fällt nach Kursrallye
- Bauvolumen von bis zu 24 Mrd. CAD
- Exklusive Verhandlungen starten jetzt
Kanadas Premierminister Mark Carney macht es offiziell. TKMS baut bis zu zwölf U-Boote für die kanadische Marine. Es ist der größte Auftrag in der Geschichte des Kieler Unternehmens. Am Aktienmarkt löst die historische Zusage allerdings keine Euphorie aus. Im Gegenteil.
Sell the News nach Kursrallye
Investoren nehmen nach der Bekanntgabe direkt Gewinne mit. Die TKMS-Aktie rutschte am Dienstag leicht um 0,32 Prozent auf 94,00 Euro ab. Das Handelsvolumen lag bei 12,4 Millionen Stücken. Damit wechselten fünfmal mehr Papiere den Besitzer als an einem durchschnittlichen Handelstag.
Diese Reaktion folgt einem klassischen Muster. In den vergangenen sieben Tagen war der Kurs bereits um knapp 25 Prozent gestiegen. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf fast 36 Prozent. Die eigentliche Nachricht war in diesen Kursaufschlägen offensichtlich schon eingepreist.
Dimensionen des Mega-Auftrags
Der Zuschlag sichert die Perspektive der Werften in Kiel und Wismar auf Jahrzehnte. TKMS setzte sich dabei gegen den südkoreanischen Konkurrenten Hanwha Ocean durch. Das reine Bauvolumen für die neuen U-Boote liegt bei bis zu 24 Milliarden kanadischen Dollar.
Das volle Ausmaß zeigt sich erst bei einer langfristigen Betrachtung. Inklusive Wartung und Logistik rechnen Experten mit einem Gesamtvolumen von bis zu 60 Milliarden Euro. Allein am Standort Wismar sollen kurzfristig bis zu 1.500 neue Arbeitsplätze entstehen.
Verhandlungen bergen Restrisiko
Der politische Handschlag vor dem NATO-Gipfel ist ein starkes Signal. Er ist aber noch kein rechtlich bindender Vertrag. Jetzt beginnen exklusive Verhandlungen zwischen der kanadischen Regierung und TKMS. Diese Gespräche können sich über Monate hinziehen.
Scheitern die Details, steht Hanwha Ocean als Nachrücker bereit. Marshall Wace hat seine Netto-Leerverkaufspositionen gegen TKMS passend dazu kürzlich aufgestockt. Analysten der Deutschen Bank bewerten die Aktie hingegen weiterhin positiv. Ein finaler Vertragsabschluss in den kommenden Monaten würde das verbleibende Risiko für den Konzern endgültig ausräumen. Bis dahin bleibt der Deal eine politische Absichtserklärung.
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