TKMS Aktie: U-Boot INS DRAKON an Israel übergeben
Der genehmigte Ausbau des MEKO-Programms stärkt TKMS’ Auftragslage; Fertigungsort und Jahreszahlen bleiben noch offen.

- Acht MEKO-Fregatten genehmigt
- Zweiter Beschaffungsabschnitt: 5,3 Milliarden Euro
- EDGE-Kooperation zum Unterwasserschutz vereinbart
- Jahresfinanzbericht folgt am 7. Dezember
Milliardenschwere Flottenprogramme und weitreichende internationale Kooperationen bestimmen das operative Bild beim Marineschiffbauer TKMS. Obwohl das Unternehmen auf den größten Überwasser-Auftrag seiner Geschichte blickt und parallel neue Vorhaben im Unterwasserbereich vorantreibt, spiegelt die Börsenbewertung die Auftragslage derzeit nur gedämpft wider. Am Freitag ging die Aktie mit einem Schlusskurs von 75,20 Euro aus dem Handel.
Rekordprogramm für die Deutsche Marine
Im Zentrum der industriellen Auslastung steht die Ausweitung des MEKO-Fregattenprogramms auf acht Einheiten. Nachdem der Haushaltsausschuss des Bundestags die Beschaffung gebilligt hat, beläuft sich der zweite Beschaffungsabschnitt auf etwa 5,3 Milliarden Euro.
Für das gesamte Vorhaben ergibt sich ein Volumen von rund 11,6 Milliarden Euro. TKMS stuft das Projekt als historisch größten Überwasser-Auftrag des Unternehmens ein. Wo die zusätzlichen Schiffe gebaut werden, ist allerdings noch offen. Ein Sprecher stellte klar, dass die Fertigung nicht in Kiel stattfinden wird.
Parallel dazu verzeichnet der Konzern Fortschritte im internationalen Marinegeschäft. Vor rund zwei Wochen unterzeichnete TKMS während des Staatsbesuchs der Vereinigten Arabischen Emirate in Deutschland eine Absichtserklärung mit der EDGE Group. Gegenstand sind gemeinsame Fähigkeiten zum Unterwasserschutz.
Vor gut drei Wochen erteilte zudem das britische Verteidigungsministerium der Tochtergesellschaft TKMS ATLAS UK einen Auftrag für das Torpedoabwehrsystem Next Generation Countermeasure, was 80 Arbeitsplätze in Großbritannien sichert. Am 1. September übergab die Werft zudem das U-Boot „INS DRAKON“ an die israelische Marine, welches Kiel in Richtung Israel verließ.
Branchenkonflikte und Perspektiven vor dem Jahresbericht
Während das operative Geschäft wächst, sorgt das Umfeld deutscher Beschaffungsvorhaben für Nebengeräusche. Vor gut einer Woche erhob die niederländische Werft Damen Schelde Naval Shipbuilding nach dem Abbruch des F126-Projekts Zahlungs- und Freistellungsansprüche von rund 4,7 Milliarden Euro gegen die Bundesrepublik.
Diese Forderung richtet sich gegen den Bund und berührt keine Ansprüche von TKMS. Im Handel gaben die Papiere Medienberichten zufolge am Freitagnachmittag nach, ohne dass dafür ein unternehmensspezifischer Auslöser vorlag.
Trotz der jüngsten Konsolidierung verzeichnet das Papier seit Jahresanfang ein Kursplus von 14 Prozent. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 108,80 Euro zeigt jedoch die Zurückhaltung der Investoren vor dem anstehenden Geschäftsabschluss. Detaillierte Kennzahlen zur wirtschaftlichen Entwicklung folgen zum Jahresende: Am 7. Dezember 2026 legt TKMS seinen Jahresfinanzbericht vor.
Stand heute, 11. Oktober: TKMS – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in TKMS investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 11. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.




