Tokyo Electron Aktie: KI-Boom trifft Sektorverkauf

Der Quartalsgewinn stieg um 26,7 Prozent; ein Rückkauf über bis zu 150 Milliarden Yen trifft auf einen schwachen Technologiesektor.

Die Kernpunkte:
  • Quartalsgewinn steigt um 26,7 Prozent
  • Umsatz legt um 20,9 Prozent zu
  • Rückkaufprogramm über bis zu 150 Milliarden Yen beschlossen
  • Aktie verliert zeitweise rund fünf Prozent

Starke Zahlen, schwacher Kurs: Tokyo Electron übertrifft im zweiten Quartal die eigenen Prognosen und kündigt einen milliardenschweren Aktienrückkauf an. Die Aktie gibt trotzdem deutlich nach, weil der gesamte asiatische Techsektor unter Druck steht.

Zahlen über den Erwartungen

Der Nettogewinn stieg im Juli-September-Quartal um 26,7 Prozent auf 104,78 Milliarden Yen. Der Umsatz legte um 20,9 Prozent auf 588,50 Milliarden Yen zu. Im Halbjahr wuchs der Erlös um 41,3 Prozent auf 1,67 Billionen Yen, das operative Ergebnis sprang um 67,2 Prozent auf 506,78 Milliarden Yen.

Der Konzern lag damit klar über der eigenen Planung. Beim operativen Ergebnis übertraf er die Erwartungen um 10,6 Prozent, beim Umsatz um 2,9 Prozent. Treiber ist die Nachfrage nach KI-Servern und Rechenzentrumsinfrastruktur, die Kunden zu höheren Investitionen in Chipfertigungsanlagen bewegt.

Erstmals Prognose für das Geschäftsjahr 2027

Für das neue Geschäftsjahr legt Tokyo Electron erstmals eine Jahresprognose vor. Der Umsatz soll auf 3,7 Billionen Yen steigen, das operative Ergebnis auf 1,169 Billionen Yen. Der Nettogewinn soll bei 865 Milliarden Yen liegen.

Aktionäre profitieren zusätzlich. Das Unternehmen hat ein Rückkaufprogramm von bis zu 150 Milliarden Yen beschlossen. Es läuft vom 1. November 2026 bis zum 31. März 2027.

Nach dem Aktiensplit im Verhältnis fünf zu eins zum 1. Oktober beziffert der Konzern die erwartete Jahresend-Dividende auf 108 Yen je Aktie. Vor dem Split entspräche das 540 Yen. Die Jahresdividende summiert sich vor dem Split auf 955 Yen, inklusive 415 Yen Zwischendividende.

Sektorweiter Abverkauf drückt den Kurs

Die Börse honorierte das zunächst nicht. Tokyo Electron verlor zeitweise rund 5 Prozent. Auslöser war ein breiter Ausverkauf asiatischer Technologiewerte, nachdem enttäuschende Zahlen großer US-Techkonzerne Zweifel geweckt hatten, ob sich die KI-Ausgaben nachhaltig auszahlen. SoftBank und Murata standen ebenfalls unter Druck.

Hinzu kam die Bank of Japan. Sie ließ die Zinsen unverändert, erklärte aber, die Inflation habe das Zwei-Prozent-Ziel erreicht. Der Markt liest das als Signal für weitere Zinserhöhungen. Außerdem will die Notenbank ihre ETF-Bestände schneller abbauen, was den japanischen Aktienmarkt direkt belastet. Der Nikkei 225 gab um mehr als 2 Prozent nach.

Der Rückkauf ab November liefert Tokyo Electron nun einen konkreten Kaufimpuls für die eigene Aktie. Ob er den Sektordruck abfedert, zeigt sich schon in den ersten Handelswochen des Programms.

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