Tomra: Citadel senkt Short-Position unter 0,5%
Citadel reduziert Short-Position, Großauftrag aus Australien und Analysten-Upgrade treiben die Tomra-Aktie an.

- Citadel verringert Short-Anteil deutlich
- Milliardenprojekt für Erzsortierung in Australien
- Handelsbanken hebt Einstufung und Kursziel an
- EU-Verordnung stärkt Recycling-Geschäftsfeld
Die Aktie von Tomra ASA verzeichnete gestern eine deutliche Entspannung an der Short-Seller-Front. Nachdem sich ein prominenter Leerverkäufer zurückgezogen hat, rücken operative Erfolge sowie regulatorische Impulse für den norwegischen Spezialisten für Sortier- und Recyclinglösungen wieder stärker in den Fokus.
Insbesondere ein neuer Großauftrag im Bergbausektor und eine Analysten-Hochstufung stützen das Vertrauen der Anleger in die mittelfristige Entwicklung.
Entspannung bei den Leerverkaufspositionen
Medienberichten zufolge hat Citadel Advisors seine Netto-Leerverkaufsposition in Tomra gestern auf unter 0,5 Prozent gesenkt. Damit ist die Investmentfirma nicht mehr als öffentlicher Short-Seller für das Unternehmen gelistet. Das gesamte Leerverkaufsinteresse an Tomra beläuft sich damit aktuell auf 2,88 Prozent.
Diese Entwicklung spiegelt sich auch im US-Handel wider: Bei den ADRs des Unternehmens (TMRAY) sank das Short-Interest im jüngsten Berichtszeitraum signifikant um 37,0 Prozent.
Parallel dazu stärken Insider-Käufe die Position der Optimisten. Bereits am 30. Juli hatte das Vorstandsmitglied Pierre Couderc 1.600 Aktien zu einem Preis von 103 norwegischen Kronen pro Stück erworben. Sein Gesamtbestand erhöhte sich dadurch auf 8.288 Anteile. Diese Signale der internen Zuversicht treffen auf ein Marktumfeld, das durch neue gesetzliche Rahmenbedingungen geprägt wird.
Seit dem 12. August findet die EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR) offiziell Anwendung. Diese schafft einen verbindlichen Zeitplan für die EU-Mitgliedstaaten, in Sortier- und Recycling-Infrastrukturen zu investieren – ein Kernbereich des Geschäftsmodells von Tomra.
Operative Erfolge in Bergbau und Handel
Auf der operativen Seite meldete die Sparte Tomra Mining am Montag einen bedeutenden Erfolg in Australien. Das Unternehmen wurde von Pilgangoora Operations, einer Tochtergesellschaft der PLS Group Limited, mit der Lieferung von sensorgestützten Erzsortieranlagen beauftragt. Das Projekt in Westaustralien soll nach seiner Fertigstellung die weltweit größte Anlage ihrer Art sein.
Die Technologie von Tomra beweist ihre Effizienz zudem in unabhängigen Tests: So berichtete CMX Gold & Silver am 15. August, dass in Tomra-Laboren in Sydney bei Versuchen mit einer 395 Kilogramm schweren Probe eine Rückgewinnungsquote von mindestens 70 Prozent der Metalle erreicht wurde.
Auch im klassischen Segment der Leergutrücknahme (Reverse Vending) gibt es Fortschritte. Am 17. August wurde bekannt, dass Tomra als Lieferant für rund 1.200 Automaten einer führenden internationalen Einzelhandelskette im Vereinigten Königreich ausgewählt wurde. Die Auslieferung der Modelle S2 und T100 soll planmäßig im ersten Halbjahr 2027 beginnen.
Analysten-Upgrade und technische Erholung
Die Analysten von Handelsbanken reagierten auf die Gesamtlage und stuften das Papier am 20. August von „Sell“ auf „Hold“ hoch. Dabei wurde das Kursziel von 90 auf 115 norwegische Kronen angehoben. Medienberichten zufolge passte der Analysten-Konsens sein Kursziel jüngst auf 120 Kronen an, nachdem zuvor 150 Kronen avisiert worden waren, was nun realistischere Annahmen zum Umsatzwachstum und den Gewinnmargen widerspiegeln soll.
Im heutigen Handel notiert die Aktie bei 16,40 Euro, was einem Zuwachs von 0,5 Prozent entspricht. Damit kann sich das Papier weiter von seinen Tiefstständen lösen und weist aktuell einen Abstand von 4,0 Prozent zum 50-Tage-Durchschnitt von 15,77 Euro auf.
Anleger blicken nun auf den 23. Oktober, wenn Tomra die Finanzergebnisse für das dritte Quartal 2026 vorlegen wird. Zudem wurde der Termin für das kommende Capital Markets Update am Montag leicht korrigiert: Die Veranstaltung für Investoren und Analysten im norwegischen Asker findet nun am 24. November statt.
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