TotalEnergies SE Aktie: HSBC traut 93 Euro zu

HSBC stuft TotalEnergies auf Kaufen hoch und erhöht das Kursziel; andere Analysehäuser setzen teils abweichende Marken.

Die Kernpunkte:
  • HSBC hebt Kursziel auf 93 Euro
  • RBC hält an Kaufempfehlung fest
  • JPMorgan stuft auf Neutral zurück
  • Kapitalmarktkonferenz für 29. September angesetzt

Steigende Ölpreise, ein möglicher Deeskalationspfad im Nahen Osten und ein Analystenhaus, das seine Meinung um 180 Grad dreht — bei TotalEnergies verdichten sich gerade mehrere Fäden zu einer Geschichte. HSBC hat die Aktie von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft und das Kursziel von 80 auf 93 Euro angehoben. Die Titel notieren aktuell nahe ihres Allzeithochs bei 81,36 Euro.

Höhere Preise trotz Krise als Kalkül

Die Begründung der Briten liest sich zunächst widersprüchlich: HSBC geht in seinem Basisszenario von einer andauernden Störung in der Straße von Hormus aus — rechnet aber trotzdem mit spürbaren Gewinnrevisionen nach oben.

Der Grund liegt in höheren Preisen und Margen, die den Ausfall bei den Fördermengen mehr als ausgleichen sollen. Über ein Viertel der Upstream-Produktion des Konzerns liegt normalerweise in der Region, betroffen sind unter anderem Katar, der Irak, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Der Brent-Preis hatte binnen zwei Tagen rund zehn Prozent zugelegt, bevor er zuletzt wieder etwas nachgab. Ein neuer iranischer Vorschlag zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus binnen sieben Tagen sorgte für vorsichtige Hoffnung auf Entspannung — ohne belastbare Einigung dürfte sich Brent nach Einschätzung von Marktbeobachtern aber weiter in einer Spanne zwischen 100 und 110 Dollar je Barrel bewegen.

Analystenlager bleibt gespalten

Nicht alle Häuser ziehen mit. Während HSBC nun auf 93 Euro zielt und RBC bei ihrer Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 85 Euro bleibt, hatte JPMorgan die Aktie erst kürzlich auf „Neutral“ zurückgestuft, mit einem Kursziel von 83 Euro.

Mizuho wiederum startete die Coverage mit „Outperform“ und einem deutlich höheren Ziel von 103 Dollar. Die Spanne der Einschätzungen zeigt: Einig ist sich die Analystenzunft vor allem darin, dass die operative Stärke des Konzerns intakt bleibt — über das Ausmaß der Kursfantasie gehen die Meinungen auseinander.

Mit Blick auf die für den 29. September in New York angesetzte Kapitalmarkt-Konferenz erwartet HSBC keine grundlegende strategische Kursänderung. Im Zentrum dürften diszipliniertes Investieren, profitables Wachstum über Öl, LNG und Stromgeschäft sowie die Aussagen zur Aktionärsrendite stehen.

Für den Umgang mit den Störungen im Nahen Osten will das Management dort auch Details zu möglichen Pipeline-Umgehungslösungen liefern, etwa zur ADCOP-Erweiterung in den Emiraten oder zu alternativen Routen über Syrien und Saudi-Arabien.

Die Aktie hat seit Jahresbeginn bereits kräftig zugelegt und bietet bei aktuellem Kurs eine Dividendenrendite von knapp vier Prozent. Ob der Sprung über das bisherige Rekordhoch gelingt, dürfte auch davon abhängen, wie glaubwürdig sich die diplomatischen Signale aus Teheran in den kommenden Tagen entwickeln.

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