Trulieve Aktie: Q2-Umsatz sinkt 10 Prozent auf 271 Millionen

Trulieve verlegt seinen Rechtssitz in die USA und meldet zugleich rückläufige Quartalsumsätze. Analysten reagieren gespalten auf die jüngsten Geschäftszahlen.

Die Kernpunkte:
  • Sitzwechsel nach Delaware abgeschlossen
  • Alle 207 Filialen bei DEA registriert
  • Umsatz sinkt um zehn Prozent
  • Bereinigter Gewinn übertrifft Erwartungen

Trulieve Cannabis Corp. hat einen zentralen strukturellen Schritt vollzogen: Die Gesellschaft ist von British Columbia nach Delaware umgezogen. Nach der Zustimmung der Aktionäre am 5. August und einer finalen Anordnung des Obersten Gerichtshofs von British Columbia am 10. August ist der Rechtssitzwechsel seit dem 11. August abgeschlossen. Das Unternehmen meldete den Vorgang per Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC als wesentliches Ereignis.

Der Umzug fällt in eine Phase, in der Trulieve seine US-Präsenz weiter formalisiert. Am Montag bestätigte das Unternehmen, dass sämtliche 207 medizinischen Filialen inzwischen bei der US-Drogenbehörde DEA registriert sind. Möglich wurde dies durch die Neueinstufung von medizinischem Marihuana in die Schedule-III-Kategorie im April.

Am Dienstag läuteten Trulieve-Führungskräfte zudem die Closing Bell an der New York Stock Exchange – ein symbolischer Akt zum Gedenken an die Notierung des Unternehmens als erstes US-Cannabisunternehmen an dieser Börse im Juni.

Zahlen zeigen zwiespältiges Bild

Hinter der regulatorischen Aufräumarbeit steht ein Geschäft, das operativ unter Druck steht. Für das zweite Quartal meldete Trulieve einen Umsatz von 271 Millionen Dollar, ein Rückgang von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Unter dem Strich stand ein GAAP-Nettoverlust von 406 Millionen Dollar, der maßgeblich durch eine nicht zahlungswirksame Belastung von 403,3 Millionen Dollar im Zusammenhang mit der Entkonsolidierung der Harvest-Mischnutzungsaktivitäten getrieben wurde.

Auf bereinigter Basis fiel das Bild freundlicher aus: Der Nettogewinn lag bei 20,4 Millionen Dollar beziehungsweise 0,11 Dollar je Aktie und übertraf damit die Konsensschätzung von 0,06 Dollar deutlich. Für das dritte Quartal stellte Trulieve einen Umsatz von rund 222 Millionen Dollar in Aussicht, was dem nun auf das Medizinsegment fokussierten Berichtsrahmen entspricht.

Gleichzeitig senkte das Unternehmen seine Prognose für den operativen Cashflow 2026 auf mindestens 225 Millionen Dollar, nachdem zuvor 250 Millionen Dollar angepeilt worden waren. Der Ausblick für Investitionsausgaben wurde dagegen auf 95 Millionen Dollar angehoben – eine Folge der Harvest-Entkonsolidierung sowie der Expansion in Georgia und Texas.

Von dem im ersten Halbjahr aufgelegten Aktienrückkaufprogramm über bis zu 50 Millionen Dollar hat Trulieve im zweiten Quartal keinen Gebrauch gemacht: Die Zahl der zurückgekauften Aktien lag bei null.

Analysten uneins nach Quartalszahlen

Die Reaktionen der Analysten fielen nach der Vorlage der Quartalszahlen am 7. August unterschiedlich aus. Cantor Fitzgerald bekräftigte an diesem Tag ihre Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 15,00 Dollar. Wall Street Zen hatte bereits am 8. August die Einstufung von „Buy“ auf „Hold“ zurückgenommen.

Blick nach vorn: Rescheduling und Konsolidierung

Der nächste bedeutende Termin für die Branche steht Ende des Monats an: Für den 31. August ist eine abschließende regulatorische Anhörung zur breiteren föderalen Neueinstufung von Marihuana angesetzt – ein Vorgang mit direkter Relevanz für Trulieves Steuersituation und Börsenstatus.

Parallel dazu verdichten sich die Anzeichen für eine Konsolidierungswelle im nordamerikanischen Cannabissektor: Konkurrent Curaleaf hat Medienberichten zufolge ein Übernahmeangebot über 260 Millionen Dollar für den kanadischen Produzenten Aurora Cannabis vorgelegt.

Für Trulieve-Anleger bleibt damit ein Nebeneinander aus struktureller Normalisierung – US-Sitz, DEA-Registrierung, NYSE-Listing – und operativem Gegenwind durch sinkende Umsätze und eine zurückgefahrene Cashflow-Prognose bestimmend.

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