Trumps 150-Tage-Offensive, der Fall der 25.000er und Deutschlands stille Resilienz

Neue US-Zölle stürzen Märkte ins Chaos, der DAX verliert die 25.000er Marke. Trotz globaler Turbulenzen zeigt der ifo-Index erste Anzeichen einer fragilen deutschen Erholung.

Die Kernpunkte:
  • DAX fällt nach neuen US-Zollankündigungen
  • Ifo-Index erreicht höchsten Stand seit August
  • Novo Nordisk Aktie nach Studiendaten eingebrochen
  • Bitcoin verliert weiter an Wert

Liebe Leserinnen und Leser,

die Erleichterung über das Supreme-Court-Urteil vom Freitag hielt exakt ein Wochenende. Was viele für den Schlusspunkt im Zollstreit hielten, entpuppte sich als bloßer Federstrich vor der nächsten Eskalation. Donald Trump griff zum nächsten juristischen Werkzeugkasten – und die Märkte quittierten es mit einem unmissverständlichen Vertrauensentzug.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Nvidia?

Doch während die geopolitischen Erschütterungen die Indizes weltweit nach unten drücken, sendet ausgerechnet die deutsche Wirtschaft ein zartes, fast trotziges Lebenszeichen. Ein Montag der Widersprüche.

Das Zoll-Chaos eskaliert – die 25.000er kapituliert

Es ist die Unberechenbarkeit, die das Kapital vertreibt. Nachdem das oberste US-Gericht Trumps Notstandszölle am Freitag kassierte, zog der Präsident am Wochenende den nächsten Hebel: Abschnitt 122 des Handelsgesetzes von 1974. Die Ankündigung eines weltweiten Basiszolls – zunächst 10, dann plötzlich 15 Prozent für bis zu 150 Tage – entzog den Märkten jede Planungsgrundlage.

Die Quittung kam prompt. Der DAX rutschte um 1,1 Prozent ab und schloss bei 24.992 Punkten. Die psychologisch bedeutsame 25.000er-Marke, Mitte Januar noch triumphal überschritten, ist vorerst gefallen. Auch die Wall Street litt: Der Dow Jones gab zeitweise um 1,5 Prozent nach. Brüssel reagierte mit dem Einfrieren der Ratifizierung des ohnehin fragilen EU-US-Handelsabkommens. Was als Zollstreit begann, ist zum regelrechten Chaos mutiert.

Das deutsche Paradoxon: Rüstung als Konjunkturstütze

Inmitten dieses globalen Getöses wirkt die Nachricht aus München fast surreal: Der ifo-Geschäftsklimaindex kletterte im Februar auf 88,6 Punkte – der höchste Stand seit August 2025. Ifo-Präsident Clemens Fuest spricht von „ersten Signalen einer Belebung“.

Ein genauer Blick offenbart die Anatomie dieser fragilen Erholung. Es handelt sich keineswegs um einen breiten Aufschwung der Exportnation. Vielmehr treibt eine selektive Belebung die Zahlen – paradoxerweise stark befeuert von staatlichen Verteidigungsausgaben, die insbesondere der Metallindustrie zugutekommen. Der Einzelhandel hingegen dümpelt weiter. Deutschland versucht sich an einer Stabilisierung aus der Binnenwirtschaft heraus. Ein zartes Pflänzchen, das nun dem rauen Wind aus Washington trotzen muss.

Anzeige

Die jüngsten Entwicklungen im Verteidigungssektor eröffnen eine historische Investmentchance, die weit über klassische Rüstungskonzerne hinausgeht. Carsten Müller analysiert in seinem kostenlosen Webinar „Bytes statt Bomben“, wie die NATO gerade 500 Milliarden Euro in eine völlig neue Generation von Verteidigungstechnologie investiert – KI-gesteuerte Drohnenschwärme, automatisierte Grenzschutzsysteme und Cyber-Abwehr statt tonnenschwerer Panzer. Er stellt vier spezialisierte Tech-Unternehmen vor, die diese digitale Revolution anführen und bei denen er ein Gewinnpotenzial von bis zu +934% errechnet hat. Sie erfahren konkret, welche Firmen die automatisierte Schutzzone an der NATO-Ostflanke aufbauen und warum Software-Margen in diesem Sektor regelrechte Kursexplosionen ermöglichen. Details zur New-Defence-Strategie

Novo Nordisk unter Schock, SAP im Kreuzfeuer

Wie unerbittlich der Kapitalmarkt derzeit Einzeltitel abstraft, zeigte sich in Kopenhagen. Die Aktien von Novo Nordisk brachen um fast 15 Prozent ein. Der Auslöser: eine enttäuschende Phase-3-Studie zum Abnehm-Hoffnungsträger Cagrisema. Im hochkompetitiven Markt für Adipositas-Medikamente verzeihen Investoren keine Rückschläge. Der US-Konkurrent Eli Lilly bedankte sich prompt mit einem Kursplus von über 3 Prozent.

Auch im DAX zeigte sich die Nervosität bei den Schwergewichten. SAP geriet unter Druck – eine Mischung aus Zoll-Ängsten und der wachsenden Furcht vor KI-Konkurrenz durch Anbieter wie Anthropic. Europäische Tech-Werte stehen derzeit an zwei Fronten unter Beschuss: Geopolitik und technologische Disruption zugleich.

Krypto taumelt, Uran triumphiert

Wer noch Beweise suchte, dass Bitcoin in Krisenzeiten nicht als digitales Gold fungiert, bekam sie über das Wochenende geliefert. Die Kryptowährung rutschte zeitweise um 5 Prozent ab und fiel unter die Marke von 65.000 Dollar. Seit dem Allzeithoch von über 125.000 Dollar im Oktober 2025 hat Bitcoin damit fast die Hälfte seines Wertes eingebüßt.

Die Gründe sind vielschichtig: massive Abflüsse aus Bitcoin-ETFs, die Ernennung des krypto-skeptischen Kevin Warsh zum neuen Fed-Vorsitzenden und eine hochsensible Reaktion auf geopolitische Spannungen. Die Verlegung des US-Flugzeugträgers USS Gerald R. Ford nach Kreta als Signal an den Iran ließ den echten Goldpreis auf ein Drei-Wochen-Hoch klettern – während Krypto-Assets liquidiert wurden.

Das große Geld fließt derweil in handfeste Rohstoffe: Uran-Aktien setzten ihre Rally fort, nachdem Washington extrem beschleunigte Genehmigungsverfahren für den Bergbau angekündigt hatte. Deregulierung schlägt Krypto-Träume.

Was das für Sie bedeutet

Wir erleben eine Phase exekutiver Unberechenbarkeit. Wenn Gerichtsurteile innerhalb von 48 Stunden durch neue Dekrete ausgehebelt werden, verliert der Markt seinen wichtigsten Anker: die Verlässlichkeit von Spielregeln.

Entscheidend wird nun, wie Europa auf die 15-Prozent-Drohung aus Washington reagiert. Das Einfrieren des Handelsabkommens ist nur der erste Schritt. Gleichzeitig sollten wir die zarten Signale aus München nicht ignorieren. Dass die deutsche Wirtschaft in diesem toxischen globalen Umfeld vorsichtigen Optimismus wagt, zeugt von einer Resilienz, die in den kommenden Monaten noch dringend gebraucht wird.

Ich wünsche Ihnen einen kühlen Kopf in dieser hitzigen Handelswoche.

Nvidia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nvidia-Analyse vom 23. Februar liefert die Antwort:

Die neusten Nvidia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nvidia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Nvidia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...