Trumps 44-Stunden-Eskalation, die Shenzhen-Blockade und der 83-Milliarden-Poker
Neue US-Strafzölle gegen Europa und eine Blockade für Nvidia-Chips in China belasten die Märkte. Zugleich entbrennt ein Milliarden-Bieterkampf um Streaming-Content.

- Trump kündigt Strafzölle gegen acht EU-Länder an
- Chinesische Zollblockade trifft Nvidias KI-Chip-Lieferungen
- Netflix bietet 83 Milliarden Dollar für Warner Bros
- US-Firma kauft Klöckner & Co mit 100% Prämie
Liebe Leserinnen und Leser,
es dauerte exakt 44 Stunden. So lange hielt sich das Erkundungsteam der Bundeswehr auf Grönland auf, bevor es heute die Arktisinsel wieder verließ und den Rückflug nach Kopenhagen antrat. Was wie eine logistische Randnotiz klingt, hat sich binnen Stunden zu einem handfesten geoökonomischen Sturm entwickelt, der morgen früh die Handelssäle in Frankfurt dominieren wird.
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Denn die Reaktion aus Washington folgte prompt und mit der Präzision eines Vorschlaghammers: US-Präsident Trump kündigte heute Zölle von 10 Prozent auf Waren aus acht europäischen Ländern an – darunter Deutschland – gültig ab dem 1. Februar. Der Auslöser ist der Streit um Grönland, doch die Implikationen reichen weit tiefer. Wenn Frankreichs Präsident Macron nun bereits die „Bazooka des Handels” fordert und die deutsche Wirtschaft vor einer Eskalation warnt, wissen wir: Die geopolitische Risikoprämie ist mit Wucht zurück im Markt.
Willkommen zu Ihrem Wochenausblick.
Der Kälteschock für den Handel
Die Nachricht, dass die Bundeswehr heute „wichtige Erkenntnisse” gesammelt und dann wetterbedingt (oder wohl eher politisch bedingt) abgezogen ist, dürfte die Gemüter kaum beruhigen. Die Drohung Trumps ist konkret: 10 Prozent Strafzölle auf Importe aus Deutschland, Frankreich, Dänemark und weiteren Partnern. Das ist kein Wahlkampfgetöse mehr, das ist Realpolitik im Jahr 2026.
Für den DAX, der zuletzt um die Marke von 25.500 Punkten rang, ist das Gift. Die deutsche Exportwirtschaft, die gerade erst vorsichtig optimistisch in das Jahr gestartet war, blickt nun auf den 1. Februar wie auf eine Deadline. Dass Italien sich heute als Vermittler anbot, ist ehrenwert, dürfte aber kurzfristig die Algorithmen kaum beruhigen.
Die Analyse: Die Märkte verabscheuen Unsicherheit mehr als schlechte Nachrichten. Ein Handelskrieg, der sich an einer arktischen Insel entzündet, war in kaum einem Analystenmodell für das erste Quartal eingepreist.
In diesem Marktumfeld bietet sich eine Trading-Strategie an, die gerade aus Volatilität und Unsicherheit Kapital schlägt. Ein neu zugängliches System zeigt, wie Anleger in den nächsten 10 Wochen mit 20 konkreten Trades durchschnittlich 1.506 Euro Gewinn pro Woche erzielen können – unabhängig davon, ob Märkte steigen oder fallen. Die Strategie kombiniert technische Ausbruchssignale mit Volumenanalyse und fundamentalen Katalysatoren und liefert zweimal wöchentlich klare Handelssignale. Bisherige Trades zeigten durchschnittlich +62,5% Gewinn pro Position, von Rheinmetall (+136,5%) über Siemens Energy (+96,9%) bis zu Cameco (+60,2%). Das System funktioniert branchenübergreifend – ob Rüstung, Energie, Tech oder Rohstoffe – und passt sich flexibel an, wo gerade die größten Bewegungen stattfinden. Details zur Cash-Rallye und kostenloser erster Trade
Nvidias Flaschenhals in Shenzhen
Während wir besorgt nach Westen blicken, braut sich im Osten das nächste Problem zusammen – und es trifft den Liebling der Börse. Berichte von heute Abend bestätigen, dass eine Zoll-Blockade in Shenzhen die Auslieferung von Nvidias KI-Chips (H200) faktisch stoppt. Chinesische Zollbeamte sollen Logistikfirmen angewiesen haben, keine Anträge mehr zu stellen.
Das ist die physische Kehrseite der digitalen KI-Rally: Sie hängt an realen Lieferketten. Wenn Nvidia, das Zugpferd der globalen Aktienmärkte, in den Mühlen des sino-amerikanischen Tech-Kriegs hängen bleibt, könnte das die gesamte Tech-Stimmung dämpfen. Zulieferer haben angeblich bereits die Produktion gestoppt.
Die Streaming-Schlacht wird teuer
Abseits der Geopolitik wird die Medienlandschaft neu kartiert. Am Dienstag öffnet Netflix die Bücher für das vierte Quartal. Doch die Zahlen (erwartet wird ein starkes EPS-Wachstum) verblassen fast neben dem gigantischen M&A-Poker: Netflix hat 83 Milliarden US-Dollar für Warner Bros Discovery geboten.
Das klingt viel, doch Paramount hält mit einem Barangebot von 108,4 Milliarden Dollar dagegen. Wir erleben hier live den Kampf um die Vorherrschaft im Content-Geschäft. Analysten von HSBC sehen Netflix trotz des geringeren Gebots gut positioniert, da die Bewertung attraktiv sei. Für Anleger bedeutet dieser Bieterwettstreit vor allem eines: garantierte Volatilität.
Deutsche Industrie: Ausverkauf oder Chance?
Ein bemerkenswerter Deal ging heute fast im geopolitischen Lärm unter, sagt aber viel über den Zustand der „Deutschland AG” aus: Worthington Steel übernimmt den Duisburger Stahlhändler Klöckner & Co für rund 2 Milliarden Euro.
Der Preis von 11 Euro pro Aktie entspricht einer Prämie von 100 Prozent. Lesen Sie das noch einmal: 100 Prozent Aufschlag. Das zeigt drastisch, wie niedrig deutsche Industriewerte derzeit bewertet sind – und wie attraktiv sie für US-Investoren mit starkem Dollar erscheinen. Es könnte der Startschuss für weitere Übernahmen im deutschen Mittelstand sein.
Ein Hoffnungsschimmer erreicht indes die Bayer-Aktionäre: Der US Supreme Court befasst sich erneut mit dem Glyphosat-Fall. Die „Börsen-Zeitung” nennt das treffend „Amphetamin für die Bayer-Aktie”. Nach Jahren der Rechtsunsicherheit ist hier jede positive Nachricht Gold wert.
Der Ausblick: China und die Inflation
Morgen früh, wenn wir unseren ersten Kaffee trinken (und die US-Börsen wegen des Martin Luther King Days geschlossen bleiben), kommen die BIP-Zahlen aus China. Erwartet werden 4,6 Prozent Wachstum für das vierte Quartal.
Doch spannender ist eine andere Zahl, die bereits durchgesickert ist: Chinas Handelsüberschuss erreichte 2025 den Rekordwert von 1,19 Billionen US-Dollar. Das entspricht der Wirtschaftsleistung einer Top-20-Volkswirtschaft. Während der Westen über Zölle diskutiert, flutet China die Weltmärkte – besonders im globalen Süden und Europa.
Termine der Woche:
* Montag: China BIP & Industrieproduktion (US-Börsen geschlossen).
* Dienstag: Netflix Zahlen, deutscher Erzeugerpreisindex.
* Donnerstag: EZB-Verbrauchervertrauen, US PCE-Daten (das Inflationsmaß der Fed) und Intel-Zahlen.
* Freitag: Zinsentscheid der Bank of Japan.
Schlussgedanke
Mario Draghi erhält 2026 den Karlspreis, wie heute bekannt wurde. Die Begründung: Er warne davor, dass der Kontinent zum „Spielball anderer Mächte” werde. Angesichts der Nachrichtenlage dieses Wochenendes – US-Zölle wegen Grönland, chinesische Chip-Blockaden – wirkt diese Ehrung fast prophetisch. Europa muss schnell lernen, nicht nur Spielball, sondern Spieler zu sein.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Rest des Wochenendes und starke Nerven für den Handelsstart morgen früh.
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