Trumps Absage an Iran schürt Zins- und Inflationssorgen
Nach Trumps Absage verteuert sich Brent, während steigende Anleiherenditen und Zinserwartungen die Finanzmärkte belasten.

- Brent steigt auf über 106 Dollar
- US-Rendite überschreitet fünf Prozent
- Bundesanleihe erreicht höchsten Stand seit 2009
- Märkte rechnen mit möglicher Fed-Zinserhöhung
US-Präsident Donald Trump hat einen iranischen Friedensvorschlag zur Beilegung des Nahost-Konflikts und zur Wiederöffnung der Straße von Hormus abgelehnt. Die unmittelbare Folge an den globalen Finanzmärkten: Der Ölpreis zieht erneut spürbar an, und mit der Verteuerung der Energie kehren an den Börsen die Inflationsängste und die Furcht vor weiteren Zinsschritten zurück.
Brent-Rohöl verteuerte sich am Montag um bis zu drei Prozent auf über 106 Dollar je Barrel. Damit notiert der Rohstoff bereits die dritte Woche in Folge oberhalb der Schwelle von 100 Dollar. Teheran hatte seinen Entwurf über Vermittler aus Katar übermittelt. Obwohl Trump das Papier zurückwies, sollen die Gespräche auf diplomatischer Ebene in dieser Woche fortgeführt werden.
Anleiherenditen ziehen weltweit an
Die Aussicht auf anhaltend hohe Treibstoffpreise belastet die Rentenmärkte spürbar. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen kletterte über die Marke von fünf Prozent und verharrt damit in der Nähe von Mehrjahreshöchstständen. Parallel dazu erreichte die Rendite der zehnjährigen deutschen Bundesanleihe mit 3,63 Prozent den höchsten Stand seit Juni 2009.
Höhere Anleiherenditen verteuern die Refinanzierung von Unternehmen und schmälern die Attraktivität zinsloser Anlagen. Vor allem Aktien von Edelmetallproduzenten gerieten im vorbörslichen US-Handel unter Druck, während die großen US-Aktienindizes mit spürbaren Abschlägen in die Woche starteten.
Notenbanken bleiben im Straffungsmodus
An den Geldmärkten schwindet die Erwartung rascher Zinssenkungen. Für die Sitzung der Federal Reserve Ende Oktober signalisieren die Terminmärkte eine Wahrscheinlichkeit von rund 65 bis 70 Prozent für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte. Marktbeobachter gehen zunehmend davon aus, dass die Notenbanken das Zinsniveau über Jahre hinweg hoch halten müssen, um ein Übergreifen der Energiekosten auf andere Wirtschaftsbereiche zu verhindern.
Der Zinsdruck beschränkt sich keineswegs auf die Vereinigten Staaten. Am Dienstag entscheidet die Reserve Bank of Australia über ihren Leitzins, wobei Ökonomen eine Erhöhung um einen Viertelpunkt auf 4,60 Prozent erwarten. Aufschluss über den tatsächlichen Preisdruck in den USA geben am Mittwoch die Daten zum persönlichen Konsum sowie am Freitag der offizielle Arbeitsmarktbericht für September.
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