Trumps Fed-Attacke, das deutsche Investitions-Wunder und die Woche der Wahrheit

Die US-Notenbank sieht sich politischen Angriffen ausgesetzt, während Tech-Konzerne ihre KI-Investitionen rechtfertigen müssen. In Deutschland übersteigen ausländische Direktinvestitionen erstmals wieder die Auslandsinvestitionen.

Die Kernpunkte:
  • Politische Attacken auf Unabhängigkeit der US-Notenbank
  • Tech-Giganten müssen KI-Investitionen rechtfertigen
  • Auslandsinvestitionen in Deutschland steigen überraschend
  • Goldpreis nähert sich der Marke von 5.000 Dollar

Liebe Leserinnen und Leser,

es gibt Sonntage, die sich nicht wie ein ruhiger Ausklang anfühlen, sondern wie das tiefe Einatmen vor dem Sprung. Wenn wir heute Abend auf die Terminkalender der kommenden fünf Tage blicken, sehen wir eine Konstellation, die selbst erfahrenen Händlern Respekt einflößt. Die mächtigste Notenbank der Welt gerät in den schwersten politischen Sturm ihrer Geschichte, und die wertvollsten Konzerne des Planeten müssen beweisen, dass ihre KI-Milliarden mehr sind als nur teure Versprechen.

Während in Washington die politische Axt an die Unabhängigkeit der Geldpolitik gelegt wird, bereitet sich das Silicon Valley auf einen Realitätscheck vor, der die Richtung für das Börsenjahr 2026 vorgeben dürfte.

Das Duell: Trump gegen Powell (und Nagel schaltet sich ein)

Es ist längst kein Flurtratsch mehr: Die Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed ist Donald Trump eine offene Zielscheibe. Doch die Qualität der Angriffe hat sich verändert. Der US-Präsident fordert nicht nur Zinssenkungen; er droht unverhohlen mit Personalwechseln und bringt sogar strafrechtliche Ermittlungen gegen den Vorsitzenden Jerome Powell ins Spiel.

Hier wird die Angelegenheit für uns Europäer brisant. Joachim Nagel, Präsident der Deutschen Bundesbank, wählte am Wochenende ungewöhnlich drastische Worte. Er zeigte sich „erschüttert bis ins Mark” über den Umgang mit Powell und erinnerte mahnend daran, dass es einst die USA waren, die Deutschland 1948 die Bedeutung einer unabhängigen Zentralbank lehrten.

Die Ironie der Märkte: Trotz des Donnergrollens aus dem Weißen Haus rechnen die Akteure für den Zinsentscheid am Mittwoch (28.01.) mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent damit, dass die Fed stillhält. Der Leitzins dürfte in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent verharren. Die Inflation ist noch nicht besiegt, und die Währungshüter wollen ihre Souveränität demonstrieren. Doch der offene Konflikt zwischen Fiskal- und Geldpolitik in den USA entwickelt sich zum größten Risikofaktor für die globale Stabilität.

Die „Magnificent 7″ müssen liefern

Während die Politik streitet, müssen die Unternehmen Zahlen liefern. Wir stehen vor der vielleicht wichtigsten Woche der Berichtssaison. Microsoft, Meta und Tesla öffnen am Mittwoch ihre Bücher, Apple folgt am Donnerstag.

Die Anspannung ist greifbar. Der „Magnificent Seven”-Index markierte im Oktober 2025 sein Hoch, doch seitdem bröckelt die Fassade. Die Zeit der Visionen ist vorbei; Investoren wollen Cashflow aus den massiven KI-Investitionen sehen.

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Besonders bei Tesla liegen die Nerven blank: Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 300 und sinkenden Auslieferungszahlen im Jahr 2025 (-9 Prozent) ist die Bewertung extrem ambitioniert. Analysten sprechen von „High Risk, High Reward” – eine Wette auf Robotaxis, während das Kerngeschäft stottert.

Für den Gesamtmarkt steht viel auf dem Spiel: Sollten Microsoft oder Apple beim Ausblick enttäuschen, könnte das den S&P 500, der mit einer Bewertung von über dem 22-Fachen der erwarteten Gewinne ohnehin teuer bezahlt ist, empfindlich treffen.

Das deutsche Paradoxon: Schlechte Laune, gutes Geld

Wenden wir den Blick nach Deutschland, wo die Stimmung traditionell schlechter ist als die Lage. Eine neue Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) liefert eine faustdicke Überraschung: Im Jahr 2025 haben ausländische Unternehmen erstmals seit Langem wieder mehr in Deutschland investiert als deutsche Firmen im Ausland.

„In einer immer unsichereren Welt zählt Berechenbarkeit mehr als früher”, so das Fazit der Ökonomen. Während wir uns intern in Debatten verstricken – sei es beim Streit um das MAN-Werk in Salzgitter oder dem bizarren Kompetenzgerangel zwischen Finanzminister Klingbeil und Kulturstaatsminister Weimer über Investitionspflichten für Netflix –, sehen internationale Investoren den Standort offenbar als Anker in stürmischen Zeiten.

Dennoch gibt es Warnsignale, die wir nicht ignorieren dürfen: Fast die Hälfte (48,5 Prozent) der privaten Windows-PCs in Deutschland läuft noch mit Windows 10, dessen Support im Oktober ausläuft. Ein fast schon poetisches Symbolbild für den Investitionsstau in unserer digitalen Infrastruktur.

Markt-Monitor: Gold klopft an die 5.000er Marke

Ein Blick auf die Preistafeln, die uns in die neue Woche begleiten:

  • Gold: Das Edelmetall handelte zum Wochenausklang bei 4.981 US-Dollar. Die psychologisch massive Mauer von 5.000 Dollar ist nur noch einen Wimpernschlag entfernt. In Zeiten geopolitischer Spannungen ist dies das ultimative Misstrauensvotum gegen Papierwährungen.
  • DAX: Unser Leitindex startet bei knapp 24.887 Punkten in die Woche. Die Charttechnik mahnt zur Vorsicht (neutral bis bärisch), doch die Hoffnung ruht auf einem starken Ifo-Geschäftsklima am Montagmorgen.
  • Hidden Champion: Ein Blick in die zweite Reihe lohnt sich oft mehr als auf die großen Namen. Das Heidelberger Softwarehaus SNP meldete am Wochenende vorläufige Rekordzahlen für 2025 (EBIT +64 Prozent). Ein Beweis dafür, dass deutsche Tech-Exzellenz existiert – und hochprofitabel funktioniert.

Was die Woche bringt

Neben dem Fed-Entscheid und den Tech-Zahlen sollten Sie am Freitag die deutschen BIP-Zahlen und die Inflationsdaten im Auge behalten. Auf der geopolitischen Bühne werden der Streit um die WHO, die von den USA unter Beschuss genommen wird, und die unklare Lage in Israel bezüglich der Öffnung des Grenzübergangs Rafah die Schlagzeilen dominieren.

Es wird eine Woche, in der man besser nicht blinzelt.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Rest des Wochenendes und starke Nerven für die kommenden Tage.

Herzlichst,

Ihr

Felix Baarz

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