TSMC Aktie: 100 Milliarden für Arizona
TSMC übertrifft Erwartungen mit Rekordzahlen, doch die Ankündigung massiver Investitionen in den USA und weltweit verunsichert Anleger und drückt den Aktienkurs.

- Umsatz von 40,2 Milliarden Dollar
- Nettogewinn steigt um 77 Prozent
- Investitionsprognose deutlich angehoben
- Aktie fällt trotz Rekordquartal
Taiwan Semiconductor Manufacturing hat für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 40,2 Milliarden US-Dollar gemeldet und den Nettogewinn um 77 Prozent gesteigert. Die Bruttomarge kletterte auf 67,7 Prozent, die operative Marge auf 60,3 Prozent – nach eigenen Angaben das fünfte Rekordquartal in Folge. Trotzdem geriet die Aktie unter Druck: Der massive Ausbau der Investitionspläne verunsicherte Anleger mehr, als die Rekordzahlen sie beruhigen konnten.
Kapazitätsausbau in Rekordhöhe
Der Auslöser für die Kursreaktion liegt weniger in den Geschäftszahlen selbst als in der Kapitalplanung. TSMC erhöhte die Investitionsprognose für 2026 von zuvor 52 bis 56 Milliarden US-Dollar auf nun 60 bis 64 Milliarden Dollar. Parallel kündigte der Konzern eine zusätzliche Investition von 100 Milliarden Dollar in Arizona an – damit summiert sich das US-Engagement auf insgesamt 265 Milliarden Dollar. Firmenchef C.C. Wei bezeichnete das Vorhaben als die größte ausländische Direktinvestition in der Geschichte der USA und verwies zugleich auf staatliche Unterstützung für das Projekt. Geplant sind in den Vereinigten Staaten drei zusätzliche Fabriken, zwei Anlagen für fortgeschrittene Verpackungstechnik sowie ein Forschungszentrum. Die zweite Fabrik soll in der zweiten Jahreshälfte 2027 starten, die dritte erst gegen Ende des Jahrzehnts. Parallel dazu plant TSMC 13 neue Werke in Taiwan sowie weitere Standorte in Japan und Deutschland. Das Unternehmen selbst rechnet mit einer Verwässerung der Bruttomarge durch die Auslandsfabriken von 2 bis 3 Prozentpunkten in der Anfangsphase und 3 bis 4 Punkten im Vollausbau.
Operativ bleibt das Geschäft von der Nachfrage nach Hochleistungsrechenchips getragen: Nodes mit 7 Nanometern und darunter erreichten 77 Prozent des Wafer-Umsatzes. Für 2026 hob TSMC die Umsatzwachstumsprognose auf über 40 Prozent an. Für das dritte Quartal stellte der Konzern einen Umsatz zwischen 44,6 und 45,8 Milliarden Dollar in Aussicht, bei einer erwarteten Bruttomarge von 65 bis 67 Prozent und einer operativen Marge von 56 bis 58 Prozent. Apple hat sich Berichten zufolge bereits mehr als die Hälfte der kommenden 2-Nanometer-Kapazität gesichert.
Analysten bleiben trotz Kursrücksetzer optimistisch
Die Reaktion der Analysehäuser fiel überwiegend zustimmend aus. Zacks Research stufte TSMC von Hold auf Strong-Buy hoch. TD Cowen sieht ein Kursziel von 440 US-Dollar bei einer Hold-Einstufung, DA Davidson nennt 500 Dollar bei Kaufempfehlung, Barclays traut der Aktie mit einer Overweight-Einstufung sogar 650 Dollar zu. Das durchschnittliche Konsensziel liegt bei rund 520 Dollar, verbunden mit einer Strong-Buy-Einschätzung. Zugleich mehren sich skeptische Stimmen zur gesamten Branche: Goldman Sachs warnte, dass die Investitionen in Künstliche Intelligenz überschätzt sein könnten, während der breitere Philadelphia Semiconductor Index binnen einer Woche deutlich nachgab und damit in einen technischen Bärenmarkt rutschte.
Kursbild bleibt angeschlagen
Am deutschen Handelsplatz schloss die TSMC-Aktie am Freitag bei 347,00 Euro, ein Rückgang von 3,21 Prozent im Tagesvergleich. Auf Monatssicht steht ein Minus von 7,71 Prozent zu Buche. Zum 52-Wochen-Hoch von 420,50 Euro, das die Aktie Anfang Juli erreicht hatte, beträgt der Abstand nun 17,48 Prozent. Die jüngste Investitionsoffensive und die verhaltene Reaktion des breiteren Halbleitersektors haben damit auch bei TSMC selbst spürbare Spuren im Kursverlauf hinterlassen, obwohl die operativen Zahlen des Konzerns weiterhin auf ungebrochene Nachfrage nach fortschrittlichen Chips hindeuten.
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