TSMC Aktie: 265 Milliarden Dollar für Arizona

TSMC erholt sich von asiatischem Ausverkauf und präsentiert Rekordquartal. Finanzchef bekräftigt US-Expansion trotz höherer Kosten.

Die Kernpunkte:
  • TSMC steigt um 2,4 Prozent
  • Rekordgewinn im zweiten Quartal
  • US-Investitionen auf 265 Milliarden Dollar erhöht
  • Analysten heben Kursziele an

Der Wochenauftakt an den asiatischen Börsen war turbulent: Nach einem Kursrutsch in Taiwan und einem Ausverkauf an der südkoreanischen Börse zeigte sich TSMC bemerkenswert stabil. Während der Taiex am Montag zeitweise um mehr als 1.100 Punkte schwankte, konnte sich der Chipkonzern von den Verlusten der Vorwoche erholen und stützte den Gesamtmarkt maßgeblich.

Kräftige Erholung nach dem Ausverkauf

Am Freitag zuvor war der Taiex um 2.953,71 Punkte beziehungsweise 6,47 Prozent eingebrochen und damit in eine technische Korrektur gerutscht. TSMC verlor an diesem Tag 7,29 Prozent, nachdem ausländische Investoren an einem einzigen Tag Aktien im Nettowert von umgerechnet rund 189 Milliarden Taiwan-Dollar abgestoßen hatten. Auslöser der Verkaufswelle war laut Berichten eine Deleveraging-Bewegung in Südkorea, die auf andere asiatische Märkte übergriff. Am Montag drehte TSMC jedoch ins Plus und stieg um 2,4 Prozent auf 2.345 Taiwan-Dollar, womit die Aktie über ihrem 60-Tage-Durchschnitt von 2.328 Taiwan-Dollar notierte. Lokale Investmentfonds stützten den Markt mit Nettokäufen von umgerechnet 14,65 Milliarden Taiwan-Dollar, während sich die Verkäufe ausländischer Investoren gegenüber der Vorwoche deutlich abschwächten.

An den europäischen Handelsplätzen zeigt sich die Erholung ebenfalls: Die Aktie notiert aktuell bei 355,00 Euro und legt am Tag um 2,31 Prozent zu, nach einem Schlusskurs von 347,00 Euro am Freitag. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 420,50 Euro, das am 1. Juli 2026 markiert wurde, fehlen dennoch weiterhin gut 15 Prozent. Auch zum 50-Tage-Durchschnitt von 371,13 Euro liegt der Kurs noch gut 4 Prozent im Rückstand – ein Zeichen dafür, dass die jüngste Erholung die vorangegangenen Verluste erst teilweise ausgleicht.

Finanzchef Huang: Fokus auf Fundamentaldaten statt Marktlärm

Inmitten der Turbulenzen meldete sich Finanzvorstand Wendell Huang zu Wort und stellte klar, dass das Unternehmen die Marktbewegungen nicht beeinflussen könne und sich stattdessen auf die operative Substanz konzentriere. Zugleich bekräftigte er die milliardenschwere Expansionsstrategie in den USA: TSMC stockt die Investitionen in Arizona um weitere 100 Milliarden Dollar auf, womit sich die Gesamtsumme auf 265 Milliarden Dollar beläuft. Geplant sind bis zu zwölf Fabriken, zwei Verpackungsanlagen und ein Forschungszentrum. Die erste Fabrik läuft bereits mit Ausbeuten, die dem Taiwan-Niveau entsprechen, die zweite befindet sich in der Ausrüstungsphase, die dritte im Bau. Huang bezeichnete die KI-Nachfrage als strukturelles Mehrjahresphänomen, das mindestens bis 2030 anhalten dürfte. Die Fertigung in den USA bleibe allerdings vier- bis fünfmal teurer als in Taiwan, während die technologisch fortschrittlichsten Prozesse zunächst in Taiwan hochgefahren werden sollen.

Rekordquartal stützt die Zuversicht

Die Zahlen aus dem zweiten Quartal untermauern den optimistischen Ausblick: Der Nettogewinn kletterte auf 706,6 Milliarden Taiwan-Dollar, ein Plus von 77 Prozent gegenüber dem Vorjahr und über den Erwartungen. Der Umsatz legte um 34 Prozent auf 40,2 Milliarden Dollar zu, die Bruttomarge erreichte mit 67,7 Prozent einen Rekordwert. Hochleistungsrechnen für KI-Anwendungen steuerte 66 Prozent des Quartalsumsatzes bei. Für das dritte Quartal stellt TSMC einen Umsatz zwischen 44,6 und 45,8 Milliarden Dollar in Aussicht, die 2-Nanometer-Fertigung soll dabei erstmals als spürbarer Umsatztreiber wirken. Das Management hob die Wachstumsprognose für das Gesamtjahr 2026 von zuvor über 30 Prozent auf nun über 40 Prozent an und erhöhte gleichzeitig die Investitionsplanung für dieses Jahr auf 60 bis 64 Milliarden Dollar.

Analysten heben Kursziele an

Mehrere internationale Analysehäuser reagierten auf die Zahlen und den Ausblick mit angehobenen Kurszielen für die in Taipeh notierte Aktie: Macquarie sieht nun 4.200 Taiwan-Dollar als Ziel, Citi 3.800, Goldman Sachs 3.100, Daiwa 3.000 und Morgan Stanley 2.988 Taiwan-Dollar. Die Einstufungen unterstreichen, dass die Investmenthäuser trotz der kurzfristigen Marktverwerfungen an der langfristigen Wachstumsgeschichte rund um Künstliche Intelligenz festhalten. Mit einem RSI von 41,8 zeigt sich die Aktie derzeit weder überkauft noch überverkauft, was Spielraum für eine weitere Stabilisierung lässt, sollte sich die Beruhigung an den asiatischen Märkten fortsetzen.

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