TSMC Aktie: 5 Prozent Ausverkauf trotz Rekordgewinn
Trotz Rekordgewinn bei Samsung verliert TSMC über fünf Prozent. Analysten sehen die Erwartungshaltung als Grund für den Ausverkauf.

- Kursrutsch trotz Samsungs Rekordgewinn
- Sell-the-News-Reaktion erfasst Chipbranche
- Margendruck durch 2-Nanometer-Produktion
- Investorenkonferenz Ende Juli erwartet
Ein Rekordgewinn bei Samsung sollte eigentlich für gute Stimmung sorgen. Stattdessen reißt er die gesamte asiatische Chipbranche mit nach unten. TSMC verliert am Dienstag 5,04 Prozent und rutscht auf 376,50 Euro ab.
Der Kurs entfernt sich damit weiter von seinem 52-Wochen-Hoch bei 420,50 Euro, erreicht erst am 1. Juli. Auf Wochensicht steht nun ein Minus von 9,93 Prozent. Seit Jahresbeginn bleibt die Aktie mit einem Plus von 37,91 Prozent dennoch deutlich im grünen Bereich.
Samsungs Rekordgewinn löst Ausverkauf aus
Der Auslöser sitzt in Südkorea. Samsung Electronics meldete vorläufige Zahlen für das zweite Quartal mit einem operativen Rekordgewinn von 89,4 Billionen Won. Das entspricht einem Anstieg von mehr als 1.800 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Trotzdem verkaufen Investoren die Aktie. Der Markt hatte offenbar noch mehr erwartet. Diese „Sell-the-News“-Reaktion sprang schnell auf die gesamte Region über.
Der taiwanesische Leitindex TAIEX brach um 1.077,28 Punkte ein. Das ist der achtgrößte Tagesverlust in der Geschichte des Index. TSMC schloss als Schwergewicht des Index an der Heimatbörse bei 2.440 Neuen Taiwan-Dollar.
Analysten sprechen von einer „AI-Messlatte“, die inzwischen so hoch liegt, dass selbst Rekordgewinne nicht mehr ausreichen. Ausländische institutionelle Investoren nutzten die Gelegenheit zu breiten Gewinnmitnahmen.
Margendruck durch 2-Nanometer-Anlauf
Neben der Marktstimmung rückt bei TSMC ein hausgemachtes Thema in den Fokus: die Marge. Im ersten Halbjahr 2026 hielt der Konzern noch stark durch, mit 66,2 Prozent Bruttomarge im ersten Quartal und geschätzten 66,5 Prozent im zweiten.
Für die zweite Jahreshälfte zeichnen sich jedoch Belastungen ab. Der Anlauf der neuen 2-Nanometer-Fertigung dürfte die Bruttomarge um 2 bis 3 Prozentpunkte drücken. Hinzu kommen steigende Chemikalienkosten, teils bedingt durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten, sowie die laufenden Kosten der globalen Werksexpansion.
Blick auf die Investorenkonferenz
Technisch hat sich die Lage entspannt. Der RSI steht bei 48,6 und signalisiert damit eine neutrale Position, nachdem die Aktie Anfang des Monats noch nahe der überkauften Zone lag. Der Kurs notiert aktuell nur 2,64 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 366,80 Euro, liegt aber weiterhin 29,13 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt.
Investoren richten den Blick nun auf die offizielle Investorenkonferenz von TSMC, die für Ende Juli angesetzt ist. Dort erwarten Marktteilnehmer Klarheit zu drei Punkten: die Nachhaltigkeit der KI-Nachfrage und der damit verbundenen Investitionen, die Ausbeuteraten der neuen 2-Nanometer-Fertigung sowie aktualisierte Prognosen zu den Margeneffekten der Auslandswerke.
An der Grundthese ändert die aktuelle Korrektur wenig. TSMC bleibt für viele High-End-KI-Chips der einzige Fertiger überhaupt. Diese Marktstellung dürfte auch nach dem Kursrutsch der zentrale Baustein der langfristigen Bewertung bleiben.
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