TSMC Aktie: Inflationssorgen schlagen durch?
Im dritten Quartal 2026 wuchsen Umsatz und Nettogewinn deutlich; Barclays erhöhte das Kursziel, während Texas-Optionen geprüft werden.

- Umsatz gegenüber Vorjahr um 50,9 Prozent gestiegen
- Nettogewinn legte um 68,7 Prozent zu
- Barclays hob Kursziel auf 670 Dollar
- TSMC prüft zusätzliche Expansionsoptionen in Texas
Im Sog des Ausverkaufs bei Chipaktien verzeichnete TSMC gestern eine Tagesveränderung von -2,5%. Das belastete Branchenumfeld stand damit weiter im Gegensatz zu den starken Geschäftszahlen.
Bereits am Donnerstag hatten Medienberichte überraschend hohe US-Inflationsdaten als Belastung genannt. Sie schürten Sorgen vor Zinserhöhungen und vor den Kosten des Ausbaus künstlicher Intelligenz. Auch eine gestern gemeldete Kurszielanhebung von Barclays konnte dieses Umfeld nicht aufwiegen.
Geschäftswachstum bietet ein Gegengewicht
TSMC meldete am Donnerstag für das dritte Quartal 2026 einen Umsatz von 1.494,24 Milliarden NT$. Der Nettogewinn erreichte 763,06 Milliarden NT$. Damit übertraf das Unternehmen die Gewinnerwartungen.
Die operative Entwicklung und die Börsenreaktion liefen somit auseinander. Der Rückgang stand im Zusammenhang mit einem breiteren Verkaufsdruck bei Chipwerten und nicht mit einer gemeldeten Verfehlung der Gewinnerwartungen. Das ist für die Einordnung entscheidend: Die Inflationssorgen betreffen das Marktumfeld, während die Geschäftszahlen kräftiges Wachstum dokumentieren.
Gegenüber dem Vorjahresquartal stieg der Umsatz um 50,9%. Der Nettogewinn legte um 68,7% zu. Das Ergebnis wuchs damit stärker als die Erlöse.
Die Zahlen bilden ein Gegengewicht zur Sorge um die Finanzierung des KI-Ausbaus. Sie beseitigen allerdings nicht die Zinsrisiken, die Anleger im Technologiesektor beschäftigen. Auch die Kosten künftiger Investitionen bleiben Teil dieser Abwägung.
Barclays setzt höheres Kursziel
Barclays hob das Kursziel gestern Medienberichten zufolge von 665 auf 670 $ an. Die Einstufung „Übergewichten“ behielt das Haus bei. Eine weitergehende Begründung lässt sich daraus nicht ableiten; die Richtung der Analystenaktion war dennoch positiv.
Damit liefert die Bewertung des Hauses einen Gegenpol zur schwachen Kursentwicklung. Die Anhebung ist jedoch kein Beleg dafür, dass die marktweiten Belastungen bereits verarbeitet sind. Analysteneinschätzung und kurzfristige Risikobereitschaft der Anleger können auseinanderlaufen.
Texas bleibt eine Expansionsoption
Parallel prüft TSMC zusätzliche Möglichkeiten in Texas. Laut Reuters sagte Konzernchef C.C. Wei am Donnerstag, das Unternehmen habe Teams zur Bewertung von Expansionsoptionen entsandt. Außerdem spreche TSMC mit einem Kunden über eine mögliche Nutzung von Kapazitäten im Zusammenhang mit dessen Terafab-Projekt.
Eine endgültige Investition oder Vereinbarung wurde nicht angekündigt. Für Anleger ist diese Abgrenzung wesentlich: Die Gespräche eröffnen eine mögliche Ausbauperspektive, stehen aber noch nicht für verbindlich beschlossene Kapazitäten. Das Bild bleibt damit zweigeteilt: Starkes Geschäftswachstum und eine positive Analystenaktion treffen auf ein belastetes Branchenumfeld; die Texas-Pläne befinden sich weiterhin in der Prüfung.
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