TSMC Aktie: Musk bestätigt Terafab-Gespräche
Musk machte Kontakte mit TSMC öffentlich; Vereinbarung, Technologie und Finanzierung des Terafab-Projekts sind noch ungeklärt.

- Musk bestätigt laufende Kooperationsgespräche
- Noch keine verbindliche Vereinbarung getroffen
- Terafab plant Bauarbeiten ab Dezember
- ASML-Lieferkapazitäten bleiben ein Unsicherheitsfaktor
Gestern bestätigte Elon Musk auf der Plattform X, dass Gespräche über eine Kooperation zwischen TSMC und seinem Terafab-Projekt laufen. Mit den Worten, es handele sich lediglich um Diskussionen, aus denen jedoch etwas entstehen könne, machte Musk die Kontakte öffentlich.
Eine feste Vereinbarung gibt es bislang nicht, und von TSMC liegt bisher keine Stellungnahme vor. An der Börse stieß die Nachricht dennoch auf reges Interesse. Die Aktie von TSMC schloss am Freitag bei 420,00 Euro und notierte damit nur 0,5 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 422,00 Euro.
Gigantische Ausbaupläne in Texas
Das Vorhaben hinter den Gesprächen besitzt enorme Dimensionen. Terafab bereitet im texanischen Grimes County derzeit das Gelände vor, bevor im Dezember die groß angelegten Bauarbeiten anlaufen sollen.
Für die erste Phase des Projekts ist eine Investition von rund 16,8 Milliarden US-Dollar veranschlagt, während die langfristigen Gesamtkosten bis zu 119 Milliarden US-Dollar erreichen könnten. Das ehrgeizige Ziel lautet, eine jährliche Rechenleistung von etwa einem Terawatt für künstliche Intelligenz bereitzustellen.
Bislang galt Intel als einziger offiziell gehandelter Fertigungspartner für Terafab, vorgesehen mit seinem 14A-Prozess. Eine Einbindung von TSMC könnte diese Konstellation grundlegend verändern.
Der Analyst Lu Xingzhi merkte dazu an, dass die geplante Fabrik faktisch wie eine von TSMC geführte Auftragsfertigung agieren würde, falls der taiwanische Konzern Technologie, Finanzierung und Betrieb übernähme. Tesla und SpaceX würden in diesem Fall als Kernkunden auftreten.
Ungelöste Fragen bei Fertigung und Ausrüstung
Konkrete Parameter einer möglichen Kooperation sind bislang völlig offen. Weder zur Eigentumsstruktur noch zur Fertigungstechnologie, den Investitionssummen oder festen Kapazitätszuteilungen existieren verbindliche Absprachen.
Zudem prüft TSMC, das vor über einem Monat US-Investitionen genehmigt hatte (seither plus 7,6 Prozent), ohnehin die Machbarkeit eines eigenen Campus im Bundesstaat Texas. Bloomberg beziffert die potenziellen Kosten einer solchen Fabrik auf mindestens 20 Milliarden US-Dollar, während TSMC in Arizona bereits Verpflichtungen über 265 Milliarden US-Dollar eingegangen ist.
Zu den größten Hürden für das Vorhaben zählt die Verfügbarkeit moderner Produktionsanlagen. Christophe Fouquet, Vorstandschef des Ausrüsters ASML, bestätigte direkte Gespräche mit Musk über das Terafab-Projekt. Zwar nehme Musk das Vorhaben sehr ernst, der Fortschritt hänge jedoch maßgeblich von den Lieferkapazitäten für moderne Lithografiesysteme ab.
Da ASML seine Ausrüstung über Jahre im Voraus an bestehende Großkunden zuteilen muss, bleibt die rechtzeitige Belieferung einer neuen Großfabrik eine zentrale Unwägbarkeit. Ob aus den Gesprächen zwischen Musk und TSMC ein verbindliches Großprojekt entsteht, müssen die kommenden Verhandlungsrunden zeigen.
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