TSMC Aktie: Nettogewinn springt 77,4 Prozent

TSMC verzeichnet dank KI-Chip-Nachfrage Rekordumsatz im Juli und hebt Investitionsprognose an. Analysten erhöhen Kursziele deutlich.

Die Kernpunkte:
  • Rekordumsatz im Juli dank KI-Boom
  • Nettogewinn steigt um 77 Prozent
  • Milliardeninvestition in japanisches Joint Venture
  • Analysten erhöhen Kursziele deutlich

Der weltweit führende Auftragsfertiger für Halbleiter, Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC), profitiert weiterhin massiv von der ungebrochenen Nachfrage nach Chips für Künstliche Intelligenz.

Gestern meldete das Unternehmen für den Monat Juli einen Rekordumsatz von 467,58 Milliarden New Taiwan Dollar, was einem Anstieg von 44,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Diese Entwicklung unterstreicht die robuste Marktposition des Konzerns, während die Branche auf den weiteren massiven Ausbau der globalen Produktionskapazitäten blickt.

Rekordumsatz im Juli und starke Quartalszahlen

In den Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026 zeigt sich die Dynamik noch deutlicher. Der Nettogewinn kletterte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 77,4 Prozent auf 706,6 Milliarden New Taiwan Dollar. Der Quartalsumsatz erreichte 1,27 Billionen New Taiwan Dollar, was einem Plus von 36 Prozent entspricht.

Besonders das Segment High Performance Computing (HPC), das einen Großteil der für KI-Anwendungen benötigten Prozessoren umfasst, trug mit einem Anteil von 66 Prozent maßgeblich zum Erfolg bei. Die Bruttomarge lag im zweiten Quartal bei 67,7 Prozent.

Das Management hat auf die anhaltend hohe Nachfrage reagiert und die Prognose für die Kapitalausgaben im Gesamtjahr 2026 auf eine Spanne von 60 bis 64 Milliarden US-Dollar angehoben.

Das Board des Unternehmens genehmigte zudem ein Kapitalbudget von rund 29,44 Milliarden US-Dollar, um die technologische Führung und die Fertigungskapazitäten weiter abzusichern. Für das laufende dritte Quartal stellt TSMC einen Umsatz zwischen 44,6 und 45,8 Milliarden US-Dollar in Aussicht.

Milliardeninvestition in Japan und technologische Fortschritte

Ein zentraler Bestandteil der globalen Expansionsstrategie ist ein neues Joint Venture mit Sony Semiconductor Solutions in Japan. Unter dem Namen „Advanced Vision Semiconductor Manufacturing“ investieren die Partner insgesamt 747 Milliarden Yen in eine Produktionsstätte in der Präfektur Kumamoto.

TSMC bringt hierfür rund 1,77 Milliarden US-Dollar ein, während Sony den größeren Anteil der Investitionsschultern trägt. Die Massenproduktion von spezialisierten Bildsensoren soll dort im Jahr 2029 anlaufen.

Technologisch meldet TSMC ebenfalls Fortschritte bei komplexen Verpackungsverfahren. Bei der sogenannten CoWoS-Technologie (Chip-on-Wafer-on-Substrate), die für leistungsstarke KI-Systeme von entscheidender Bedeutung ist, wurde Medienberichten zufolge eine Ausbeute von 98 bis 99 Prozent in der Produktion erreicht.

Bis 2029 plant der Konzern, diese Verfahren so weit zu skalieren, dass noch deutlich mehr Rechenkerne und Speicherstapel auf einem einzigen Modul vereint werden können.

Analysten sehen deutliches Kurspotenzial

Analysten bewerten die Aussichten für den Halbleiter-Giganten überwiegend positiv. Die Experten von Bernstein haben das Kursziel für die Aktie am heutigen Donnerstag von 430 auf 554 US-Dollar angehoben und die Einstufung auf „Outperform“ belassen. Sie sehen damit ein Aufwärtspotenzial von rund 29 Prozent.

Auch die Analysten der Bank of America äußerten sich zuversichtlich und nannten ein Ziel von 590 US-Dollar. Der Marktkonsens liegt derzeit bei einem durchschnittlichen Kursziel von rund 524 US-Dollar.

Am heutigen Donnerstag notiert die Aktie bei 371,50 € und weist damit seit Jahresbeginn ein Plus von 45% auf. Trotz der starken operativen Entwicklung liegt das Papier aktuell noch etwa -12% unter seinem 52-Wochen-Hoch, das Anfang Juli erreicht wurde.

Für Anleger bleibt zudem die Dividendenpolitik des Konzerns relevant: Das Board kündigte eine Quartalsdividende von 7 New Taiwan Dollar pro Aktie an, deren Ex-Tag auf den 10. Dezember festgelegt wurde. Die Auszahlung soll Anfang Januar erfolgen.

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