TSMC Aktie: Q1-Gewinn springt 58 Prozent auf Rekord

TSMC plant Boarderweiterung und setzt auf Nvidia-KI in der Fertigung. Rekordgewinne und Milliarden-Investitionen in US-Werke untermauern die globale Expansion.

Die Kernpunkte:
  • Aufsichtsrat soll vergrößert werden
  • Nvidia-KI optimiert Chip-Produktion
  • Viertes Rekordquartal in Folge
  • Milliarden für US-Fabriken in Arizona

Rekordgewinne, eine Milliarden-Kooperation mit Nvidia und eine Hauptversammlung, die die Konzernstruktur neu ausrichten soll — TSMC hat heute in Hsinchu viel auf der Agenda. Die Aktie notiert mit 377 Euro nahe ihres 52-Wochen-Hochs und hat sich binnen zwölf Monaten mehr als verdoppelt.

Boarderweiterung als Antwort auf globale Expansion

Im Mittelpunkt der heutigen Hauptversammlung im Sheraton Hsinchu steht eine weitreichende Governance-Reform. TSMC plant, die Zahl der Aufsichtsratssitze von bisher sieben bis zehn auf künftig neun bis zwölf zu erhöhen. Begründung: Das Unternehmen braucht mehr Expertise in internationalen Lieferketten, Geopolitik und US-Politik — Themen, die mit dem rasanten Ausbau der US-Präsenz immer drängender werden.

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Neben der Boarderweiterung stimmen Aktionäre über die Geschäftsergebnisse 2025, Gewinnausschüttung und Änderungen der Satzung ab. Für das erste Quartal 2026 hat der Vorstand eine Bardividende von 7,00 NT-Dollar je Aktie beschlossen.

Nvidia bringt KI direkt in die Chipfabrik

Kurz vor der HV sorgte eine Technologieankündigung für zusätzliche Aufmerksamkeit. Auf der NVIDIA GTC Taipei wurde bekannt, dass TSMC Nvidias KI- und Beschleunigungsplattform nun direkt in der Chipproduktion einsetzt — von der Lithografie über Transistorsimulation bis hin zur automatisierten Defekterkennung.

Konkret nutzt TSMC Nvidias cuLitho-Bibliothek für GPU-beschleunigte Maskenentwicklung. Das System liefert laut Nvidia eine Kostenersparnis oder Zeitverkürzung von 20 bis 50 Prozent gegenüber CPU-basierten Lösungen. Nvidia-CEO Jensen Huang verwies auf fast drei Jahrzehnte gemeinsamer Entwicklungsarbeit — die Partnerschaft geht also tief, auch wenn die KI-Integration eine neue Qualität erreicht.

Rekordquartal als solides Fundament

Die HV findet vor einer starken Kulisse statt. Im ersten Quartal 2026 stieg der Nettogewinn um 58 Prozent auf umgerechnet rund 572 Milliarden NT-Dollar — der vierte Rekordquartal in Folge. Den Umsatz bezifferte TSMC auf 1,134 Billionen NT-Dollar.

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Management ein Umsatzwachstum von mehr als 30 Prozent in US-Dollar. Das zweite Quartal soll zwischen 39 und 40,2 Milliarden US-Dollar bringen — ein sequenzielles Plus von rund zehn Prozent.

Phoenix als zweites Hsinchu

Parallel zur HV wächst TSMCs US-Fußabdruck weiter. Das Gesamtinvestitionsvolumen in den USA beläuft sich derzeit auf 165 Milliarden US-Dollar; Branchenquellen halten bis zu 250 Milliarden für möglich. Das Modell des Hsinchu Science Parks soll in Phoenix repliziert werden — inklusive Zulieferer-Cluster.

Der Vorstand genehmigte Kapitalmaßnahmen von rund 31 Milliarden US-Dollar für neue Fertigungskapazitäten sowie eine Kapitaleinlage von bis zu 20 Milliarden US-Dollar in die TSMC-Tochter in Arizona. Die zweite Arizona-Fab ist bereits fertiggestellt; die Massenproduktion im 3-Nanometer-Verfahren soll in der zweiten Jahreshälfte 2027 anlaufen.

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