TSMC Aktie: Waferpreise steigen ab 2027

TSMC bereitet für Januar 2027 durchschnittliche Aufschläge von 3 bis 6 Prozent vor. Hohe Nachfrage und Ausbaukosten prägen die Preispläne.

Die Kernpunkte:
  • Waferpreise sollen ab 2027 steigen
  • 2- und 3-Nanometer-Knoten besonders betroffen
  • Fertigungslinien teils bis 2030 ausgelastet
  • August-Umsatz über 500 Milliarden Taiwan-Dollar

Der weltgrößte Auftragsfertiger TSMC stellt die Weichen für die künftige Preisgestaltung. Berichten aus Halbleiterkreisen zufolge bereitet der Konzern vor, die Preise für die Waferfertigung ab Januar 2027 um durchschnittlich 3 bis 6 Prozent anzuheben. Besonders kräftig dürften die Aufschläge bei den modernsten Fertigungsknoten in der 2-Nanometer- und 3-Nanometer-Klasse ausfallen.

Für reifere Halbleiterstrukturen und Spezialverfahren sollen die Konditionen dagegen individuell nach Produktart, Auslastung und Kundenprofil verhandelt werden. Das Unternehmen selbst kommentierte die Marktberichte nicht und verwies lediglich darauf, dass die eigene Preisstrategie stets wertorientiert bleibe.

Volle Auftragsbücher bis 2030

Hinter der anhaltenden Preissetzungsmacht steht eine unverändert massive Nachfrage nach Hochleistungschips für Künstliche Intelligenz. Neben Grafikprozessoren (GPUs) und anwendungsspezifischen Beschleunigern (ASICs) treibt der weltweite Ausbau von Rechenzentren auch den Bedarf an Begleitkomponenten wie Energiemanagement-ICs, Controllern und Treiberschaltkreisen.

Die Fertigungsstätten laufen entsprechend an der Belastungsgrenze: Fabriken für 8-Zoll-Wafer weisen eine Auslastung von über 100 Prozent auf, und auch Anlagen für Prozesse unterhalb von 45 Nanometern sind vollständig belegt. Bei zentralen Fertigungslinien reicht die Auftragssichtbarkeit bereits bis in das Jahr 2030 hinein.

Zudem bleibt das fortschrittliche CoWoS-Packaging ein Nadelöhr der gesamten Branche. Da Partner wie Apple, Nvidia oder Google ihre Kernaufträge kaum kurzfristig an andere Foundries verlagern können, festigt die angespannte Angebotssituation die Verhandlungsposition der Taiwaner weiter.

Kostendruck durch Expansion und Hochlauf

Die geplanten Preisanpassungen dienen TSMC nicht zuletzt dazu, steigende Kosten abzufedern. Vor gut drei Wochen wurde der globale Fabrikausbau weiter vorangetrieben, was erhebliche finanzielle Mittel bindet.

Allein die Errichtung von Produktionsstätten in den USA erfordert Schätzungen zufolge das Vier- bis Fünffache der vergleichbaren Kosten in Taiwan. Diese Auslandsstandorte belasten die Bruttomarge voraussichtlich über mehrere Jahre um 2 bis 3 Prozentpunkte.

Hinzu kommt der anstehende Hochlauf der nächsten Chipgeneration: Der Produktionsstart im 2-Nanometer-Verfahren dürfte die Bruttomarge zunächst um weitere 3 bis 4 Prozentpunkte verwässern. Mit den moderaten Aufschlägen auf breiter Front federt TSMC diesen Margendruck frühzeitig ab.

Zuletzt demonstrierte der Konzern eine außergewöhnliche Ertragskraft: Im August 2026 kletterte der Monatsumsatz erstmals über die Marke von 500 Milliarden neuen Taiwan-Dollar auf 514,81 Milliarden.

Aktie behauptet hohes Bewertungsniveau

An den Finanzmärkten spiegelt sich die starke Marktstellung im laufenden Jahr deutlich wider. Das Wertpapier notiert seit Jahresanfang um 53 Prozent im Plus. Gestern ging die TSMC-Aktie mit einem Schlusskurs von 393,00 Euro aus dem europäischen Handel. Damit trennt das Papier ein Abstand von minus 6,5 Prozent von seinem bisherigen 52-Wochen-Hoch.

Für die Kunden in der Halbleiterindustrie bedeutet der Schritt, dass sich die Kosteninflation bei Fertigung und Materialien bis weit in die zweite Hälfte des Jahrzehnts fortsetzen dürfte.

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