TSMCs 56-Milliarden-Wette, BlackRocks Krypto-Comeback und der Münchner Realitätsschock
TSMC kündigt Rekordinvestitionen für KI-Chips an, während BlackRock mit neuem Vermögensrekord und starkem Bitcoin-ETF-Zufluss überrascht. Gleichzeitig entspannt sich die geopolitische Lage und drückt die Ölpreise.

- TSMC plant Kapitalausgaben von bis zu 56 Milliarden Dollar
- BlackRock erreicht Rekordvermögen von 14 Billionen Dollar
- Diplomatische Entspannung lässt Ölpreise deutlich fallen
- MAN baut in Deutschland 2.300 Arbeitsplätze ab
Liebe Leserinnen und Leser,
es gibt Handelstage, an denen die schiere Wucht der Zahlen die Nachrichtenlage nicht nur dominiert, sondern regelrecht erdrückt. Heute war ein solcher Tag. Wir sprechen an diesem Donnerstagabend nicht von Millionen, sondern von Dimensionen, die das ökonomische Vorstellungsvermögen dehnen. Während in Taiwan ein einziger Konzern die Zukunft der Künstlichen Intelligenz mit einer Investitionssumme zementiert, die fast surreal anmutet, meldet sich aus New York der „Kapitalismus in Reinform” mit einem neuen Allzeithoch zurück.
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Doch das vielleicht wichtigste Signal für Ihr Depot war heute kein Dollarzeichen, sondern eine politische Stille. Die befürchtete Eskalation im Nahen Osten blieb aus – und die Märkte atmeten mit einer Heftigkeit auf, die den Ölpreis in die Tiefe riss.
Lassen Sie uns die Puzzleteile dieses bemerkenswerten 15. Januar zusammensetzen.
Der taiwanesische Turbo zündet
Wenn TSMC hustet, bekommt der Tech-Sektor eine Grippe. Wenn TSMC aber – wie heute geschehen – einen Marathon in Rekordzeit läuft, zieht das den gesamten globalen Markt mit nach oben. Der weltgrößte Auftragsfertiger für Chips legte Zahlen vor, die selbst die kühnsten Optimisten überraschten. Ein Nettogewinn-Sprung von 35 Prozent im vierten Quartal ist beeindruckend, doch die eigentliche Musik spielt in der Zukunftsprognose.
Das Management kündigte für 2026 Kapitalausgaben (CapEx) zwischen 52 und 56 Milliarden US-Dollar an. Um diese Zahl einzuordnen: Das ist eine massive, unmissverständliche Wette auf den unersättlichen Hunger der Welt nach KI-Chips. Die Botschaft aus Hsinchu ist klar: Der KI-Boom ist kein Strohfeuer, er fängt gerade erst an zu brennen.
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Diese Zuversicht schwappte sofort nach Europa über. Der DAX, der zuletzt eine Atempause eingelegt hatte, drehte im späten Handel ins Plus und schloss bei 25.352 Punkten (+0,26%). Vor allem Chip-Ausrüster und Tech-Werte ließen sich von der Euphorie anstecken. In den USA startete die TSMC-Aktie mit einem Plus von über 6 Prozent durch und zog den Sektor inklusive Nvidia mit sich.
Der 14-Billionen-Gigant
In New York lieferte BlackRock heute den Beweis, dass Größe in der Finanzwelt der entscheidende Faktor bleibt. Das verwaltete Vermögen erreichte den historischen Rekordwert von 14,04 Billionen US-Dollar – eine Summe, die fast das Dreifache des deutschen Bruttoinlandsprodukts beträgt. Der Quartalsgewinn übertraf die Erwartungen deutlich, garniert mit einer Dividendenanhebung um 10 Prozent.
Interessant ist hierbei ein Detail, das vor wenigen Jahren bei einem konservativen Vermögensverwalter noch undenkbar gewesen wäre: BlackRock entwickelt sich zum Wal im Krypto-Teich. Allein am gestrigen Mittwoch flossen 648,4 Millionen Dollar in den IBIT-Bitcoin-ETF des Hauses. Nach den Nettoabflüssen zu Jahresbeginn kehrt der Risikoappetit der institutionellen Anleger mit Wucht zurück. Der Bitcoin-Kurs, der zuletzt noch richtungslos wirkte, reagierte prompt und notiert heute Abend fest im Bereich von 96.000 bis 97.000 US-Dollar.
Das Schweigen der Waffen
Die geopolitische Risikoprämie, die in den letzten Tagen schwer auf den Märkten lastete, entwich heute wie Luft aus einem Ballon. Berichte über eine diplomatische Offensive arabischer Staaten und Signale aus dem Weißen Haus, dass US-Präsident Trump vorerst auf einen militärischen Schlag gegen den Iran verzichtet, sorgten für Entspannung. Auch die Schweiz hat ihre Vermittlerrolle angeboten.
Die Reaktion an den Rohstoffmärkten war brutal und eindeutig: Die Ölpreise für Brent und WTI brachen um über 3 bis 4 Prozent ein, wobei Brent auf rund 64 US-Dollar fiel. Für die Weltwirtschaft und die Inflationsbekämpfung ist das eine erlösende Nachricht, für die Energie-Aktien im S&P 500 war es heute eher ein Belastungsfaktor.
Der deutsche Realitätscheck: MAN baut ab
Während in Taiwan Milliarden investiert werden und in New York die Billionen fließen, holt uns hierzulande die industrielle Realität ein. MAN, die Lkw-Sparte des VW-Konzerns, hat sich heute mit der IG Metall auf den Abbau von 2.300 Stellen in Deutschland geeinigt.
Betroffen sind vor allem München (1.300 Stellen), Salzgitter und Nürnberg. Der Abbau soll sozialverträglich bis 2035/40 gestreckt werden; betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen. Im Gegenzug investiert MAN fast eine Milliarde Euro in deutsche Standorte. Es ist der schmerzhafte, aber wohl notwendige Umbau der „Old Economy”, um im Wettbewerb bestehen zu können. Die Nachricht passt ins Bild einer deutschen Konjunktur, der für 2025 nur ein mageres BIP-Wachstum von 0,2 Prozent zugetraut wird.
Was sonst noch wichtig war
- US-Konjunktur: Das „Soft Landing” lebt: Der Empire State Manufacturing Index sprang überraschend von negativen Werten auf +7,7 Punkte. Gleichzeitig fielen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf 198.000. Die US-Wirtschaft zeigt sich erstaunlich resilient.
- Banken glänzen: Neben BlackRock legten auch Goldman Sachs und Morgan Stanley starke Zahlen vor, getrieben durch ein wiedererwachtes Investmentbanking.
- Unruhe im Norden: Während sich die Lage im Nahen Osten beruhigt, richten sich die Blicke nach Grönland. Nach gescheiterten Gesprächen entsenden NATO-Verbündete, darunter Dänemark und Deutschland (via Fliegerhorst Wunstorf), eine Erkundungsmission. Ein potenzieller neuer geopolitischer Hotspot, den man auf dem Radar haben muss.
Schlussgedanke
Der heutige Tag hat eindrucksvoll gezeigt, wie selektiv der Markt geworden ist. Wir sehen eine Zweiteilung der Welt: Hier der boomende Tech- und Finanzsektor, getrieben von KI-Fantasie und massiver Liquidität. Dort die traditionelle Industrie, die sich mühsam gesundschrumpfen muss. Für Anleger bedeutet das: Der Indexstand des DAX erzählt nur die halbe Wahrheit. Die wirklichen Geschichten spielen sich unter der Oberfläche ab – in den prall gefüllten Auftragsbüchern der Chip-Giganten und den Personalabteilungen der Industriekonzerne.
Ich wünsche Ihnen einen entspannten Abend.
Ihr
Felix Baarz
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