TUI Aktie: 11,40 Euro Steuersenkung pro Passagier
Trotz gesenkter Luftverkehrsteuer und weiterer Gebührensenkungen bleibt der TUI-Aktienkurs unter der 8-Euro-Marke gefangen.

- Luftverkehrsteuer zum Juli gesenkt
- Weitere Entlastung im November erwartet
- Kurs scheitert an 8-Euro-Hürde
- Hohe Kerosinpreise belasten Aktie
Die Politik liefert. Am Aktienmarkt kommt diese operative Entlastung bisher aber nicht an. Seit Anfang Juli profitiert der Touristikkonzern TUI von einer spürbar gesenkten Luftverkehrsteuer. Parallel dazu winken im Herbst weitere Gebührensenkungen. Soweit so gut. Dennoch steckt das Papier im Kurskeller fest.
Luftverkehrsteuer sinkt spürbar
Der Bund hat die Luftverkehrsteuer zum 1. Juli 2026 deutlich reduziert. Die Abgabesätze fallen damit auf das Niveau vor Mai 2024 zurück. Das spart Fluggesellschaften bis zu 11,40 Euro pro Passagier.
Für Kurzstreckenflüge sinkt die Steuer auf gut 13 Euro. Auf der Langstrecke zahlen Airlines nur noch rund 59 Euro. Dem Bundeshaushalt entgehen im kommenden Jahr dadurch Steuereinnahmen von 330 Millionen Euro.
Die Reisebranche begrüßt den Schritt. Albin Loidl vom Deutschen Reiseverband sieht darin eine wichtige Maßnahme für bezahlbaren Urlaub. Er fordert allerdings weitere Erleichterungen. So sollen die Flugsicherungskosten ab dem Jahr 2026 sinken.
Für TUI fällt die Kostenbasis im Flugbetrieb durch die Steuersenkung direkt. Ob das Unternehmen diese Ersparnis an die Kunden weitergibt, bleibt offen. Alternativ könnte der Konzern damit seine eigenen Margen aufbessern.
Weitere Kostensenkung im Herbst
Im November zeichnet sich die nächste finanzielle Hilfe ab. Dann sollen die Gebühren für den Reisesicherungsfonds fallen. TUI gehört zu den größten Einzahlern in dieses System. Ein geringerer Beitrag würde die operativen Ausgaben im kommenden Geschäftsjahr weiter drücken.
Die 8-Euro-Marke blockiert
Trotz dieser positiven Signale kommen die Käufer nicht aus der Deckung. Die TUI-Aktie beendete den Handel am Dienstag bei 7,17 Euro. Damit scheitert der Kurs immer wieder an der psychologisch wichtigen Marke von acht Euro. Hohe Kerosinpreise und Rekord-Beschwerden der Kunden belasten das Sentiment.
Auf Jahressicht verzeichnet das Papier ein Minus von 19,70 Prozent. Kurzfristig sieht das Bild etwas freundlicher aus. In den vergangenen 30 Tagen kletterte der Kurs um 5,75 Prozent nach oben.
Damit hat TUI den 50-Tage-Durchschnitt hinter sich gelassen. Der übergeordnete Trend zeigt jedoch weiter nach unten. Die wichtige 200-Tage-Linie verläuft bei 7,65 Euro und deckelt den Kurs.
Die Entlastungen bei Steuern und Fondsgebühren schaffen wichtigen finanziellen Spielraum. Das Umfeld bleibt wegen hoher Kerosinkosten und geopolitischer Risiken trotzdem schwierig. Ein Ausbruch über die 8-Euro-Marke erfordert nun starke fundamentale Impulse. Diese liefert der Konzern frühestens mit neuen konkreten Buchungsdaten aus dem laufenden Sommergeschäft.
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