TUI Aktie: 2,6 Prozent Minus trotz Schiff-Befreiung

Trotz dramatischer Vorfälle im Persischen Golf hält TUI an seiner Jahresprognose fest. Der anstehende Halbjahresbericht wird zeigen, ob die Buchungen die Erwartungen erfüllen.

Die Kernpunkte:
  • Drohungen gegen Kreuzfahrtschiffe im Persischen Golf
  • Aktienkurs fällt trotz Freigabe der Schiffe
  • Logistischer Kraftakt für Start der Mittelmeersaison
  • Halbjahresbericht am 13. Mai als nächster Belastungstest

Iranische Revolutionsgarden, ein Einschlag in unmittelbarer Nähe, Drohungen per Funk — die „Mein Schiff 4″ hat eine der dramatischsten Passagen in der Geschichte der deutschen Kreuzfahrt hinter sich. Seit Samstag sind beide Schiffe frei. Die TUI-Aktie interessiert das kaum.

Bedrohung, Bodenbildung, Bodenbildung

Am 18. April verließen „Mein Schiff 4″ und „Mein Schiff 5″ den Persischen Golf — auf der südlichen Route nahe der omanischen Küste, abseits der üblichen Schifffahrtskorridore. Während der Passage meldete die Sicherheitsfirma Vanguard Tech einen Zwischenfall: Iranische Revolutionsgarden hätten der „Mein Schiff 4″ per Funk gedroht, zu schießen und das Schiff zu zerstören. Ein Einschlag in der Nähe wurde registriert, Schäden blieben aus.

Wochenlang lagen beide Schiffe im Hafen — „Mein Schiff 4″ in Abu Dhabi, „Mein Schiff 5″ in Doha. TUI musste Passagiere evakuieren, Crews reduzieren, Rückerstattungen leisten. Branchenberichte beziffern allein mögliche Passage-Gebühren auf bis zu 1,7 Millionen Euro pro Schiff.

Trotzdem verlor die TUI-Aktie zum Wochenbeginn 2,6 Prozent auf 7,33 Euro. Seit dem Jahreshoch bei 9,41 Euro ist das Papier um mehr als ein Fünftel gefallen. Der RSI liegt bei 36 — technisch nahe überkauftem Territorium, aber kein klares Kaufsignal.

Mittelmeer-Saison noch nicht gesichert

Jetzt beginnt der logistische Kraftakt. Beide Schiffe nehmen die Route südlich um Afrika — rund um Kapstadt, dann Richtung Mittelmeer. Knapp 1.000 Crewmitglieder müssen für jedes Schiff eingeflogen werden, bevor der Betrieb aufgenommen werden kann.

Die Abfahrtstermine stehen im Kalender: „Mein Schiff 5″ soll ab 22. Mai von Heraklion aus in die Mittelmeersaison starten, „Mein Schiff 4″ ab 24. Mai für Adria-Kreuzfahrten in Triest. Offiziell bestätigt ist beides noch nicht.

Was der 13. Mai zeigt

Das Management hält an seiner Jahresprognose fest: Umsatzwachstum von 2 bis 4 Prozent, EBIT-Zuwachs von 7 bis 10 Prozent. Die Sommerbuchungen liegen rund zwei Prozent unter Vorjahresniveau — TUI erklärt das mit dem Last-Minute-Trend und schlechtem Wetter in Deutschland und Großbritannien.

Am 13. Mai legt TUI den Halbjahresbericht vor. Dann werden konkrete Buchungszahlen zeigen, ob die Delle bei den Vorabreservierungen tatsächlich durch Last-Minute-Nachfrage aufgeholt wird — oder ob die Golf-Krise tiefere Spuren hinterlassen hat, als der Markt bislang eingepreist hat. Für die Aktie ist das der nächste echte Belastungstest.

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