TUI Aktie: DRSF-Gebühr halbiert auf 0,25 Prozent

Der Deutsche Reisesicherungsfonds senkt seine Abgaben für TUI. Steigende Treibstoffkosten und makroökonomische Belastungen trüben jedoch die Aussichten.

Die Kernpunkte:
  • DRSF halbiert Beitragssatz für TUI
  • Kerosinbedarf nur teilweise abgesichert
  • Tankrabattende belastet Verbraucher
  • Aktie notiert unter 200-Tage-Linie

Der Deutsche Reisesicherungsfonds senkt seine Abgaben — und TUI atmet auf. Ob das reicht, um die schwache Kursentwicklung des laufenden Jahres umzukehren, ist eine andere Frage.

Halbe Gebühr, ganzer Streit

Der DRSF halbiert seinen Beitragssatz: von 0,5 auf 0,25 Prozent des absicherungspflichtigen Umsatzes. Die Entscheidung fiel am 27. Juni. TUI begrüßt das — hätte aber lieber einen vollständigen Wegfall der Gebühren gesehen, um mehr Kapital für Investitionen freizusetzen.

Der Fonds wurde nach der Thomas-Cook-Pleite eingerichtet, um Pauschalreisende bei Firmeninsolvenzen abzusichern. Nach der FTI-Abwicklung im Sommer 2024 gilt er als ausreichend finanziert. Für TUI bedeutet die Senkung eine spürbare Entlastung — auch wenn die Branche auf mehr gehofft hatte.

Kerosin, Ölpreis, Naher Osten

TUI hat 83 Prozent seines Kerosinbedarfs für die Sommersaison abgesichert. Das schützt vor kurzfristigen Preisschocks. Für Spätsommer- und Herbstbuchungen gilt das nicht mehr — dort könnten steigende Treibstoffkosten die Preise nach oben treiben.

Bereits gebuchte Pauschalreisen schützt ein EU-Beschluss vor nachträglichen Aufschlägen. Kunden mit laufenden Buchungen sind also abgesichert.

Rückenwind kommt aus dem Nahen Osten. Nachlassende Spannungen und sinkende Ölpreise werteten Investoren zuletzt positiv. Die Aktie kletterte zeitweise wieder über sieben Euro.

Makro drückt auf die Stimmung

Ab 1. Juli entfällt der Tankrabatt in Deutschland. Der Kraftstoffpreis steigt damit um rund 16,7 Cent pro Liter. Das belastet das verfügbare Einkommen der Haushalte — und könnte die Reiselaune dämpfen.

An der Börse spiegelt sich das gemischte Bild wider. Am Freitag schloss die TUI-Aktie bei 7,38 Euro, ein Tagesminus von 3,66 Prozent. Seit Jahresanfang liegt das Papier rund 17 Prozent im Minus. Der Kurs notiert unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 7,67 Euro — technisch also in schwachem Terrain.

Immerhin: Gegenüber dem 52-Wochen-Tief von 6,11 Euro hat die Aktie bereits mehr als 20 Prozent zugelegt. Wie weit die Erholung trägt, hängt davon ab, ob die Nachfrage im zweiten Halbjahr stabil bleibt — und ob TUI beim DRSF noch weitere Zugeständnisse heraushandeln kann.

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