TUI Aktie: Festsitzende Schiffe

Der Nahost-Konflikt entwickelt sich zum handfesten Problem für TUI: Zwei Kreuzfahrtschiffe mit insgesamt über 5.000 Passagierplätzen stecken in Golfhäfen fest. Die Evakuierung läuft schrittweise, doch die Kosten steigen. Während die ersten Urlauber heimkehren, rechnen Analysten bereits den finanziellen Schaden hoch.

Evakuierung in mehreren Wellen

Die „Mein Schiff 4″ liegt in Abu Dhabi, die „Mein Schiff 5″ in Doha. Nach tagelangem Stillstand begann TUI am 3. März mit der organisierten Rückholung. Bislang kehrten 840 Gäste über Dubai mit Emirates-Flügen zurück. Weitere 660 sollten am Freitag folgen. Zusätzlich charterte die Bundesregierung zwei Evakuierungsflüge, die mehr als 500 Passagiere ausfliegen sollen.

Die Lage hatte sich am 1. März nochmals verschärft, als ein iranisches Geschoss nahe der „Mein Schiff 4″ einen Marinestützpunkt traf. TUI sagte daraufhin alle Kreuzfahrten der beiden Schiffe bis Mitte März ab.

Was die Blockade kostet

AlphaValue-Analystin Yi Zhong kalkuliert mit einem Umsatzausfall von 23 Millionen Euro, sollten bis Ende März sechs weitere Kreuzfahrten gestrichen werden. Das Brokerhaus mwb research geht in seinem Basisszenario – Normalisierung ab April – von 50 Millionen Euro Umsatzausfall und 25 Millionen Euro EBIT-Rückgang aus.

Ein längeres Festsitzen hätte weitere Konsequenzen: Müssten die Schiffe über das Kap der Guten Hoffnung nach Europa zurückkehren, würde die 25-tägige Route zusätzliche 22 Millionen Euro verschlingen. Der Suezkanal gilt weiterhin als Hochrisikogebiet.

Buchungen weichen auf andere Ziele aus

TUI-Chef Ebel berichtet von stabiler Nachfrage. Kunden würden auf Spanien, Portugal, Griechenland und die Kapverden ausweichen. Der „unheimlich starke Winter“ helfe dem Konzern, die Nahost-Situation finanziell abzufedern. Größtes Risiko bleibe eine Ausweitung des Konflikts auf die Türkei (20 Prozent der Sommerbuchungen) oder Ägypten (5 Prozent).

Parallel treibt TUI die Expansion voran: Im Juni öffnet das „TUI Blue Yangtze Shanghai“, im März 2027 folgt das „Robinson Boa Vista“ auf den Kapverden. Über 70 weitere Hotelprojekte befinden sich in der Pipeline.

Die Unternehmensprognose – 2 bis 4 Prozent Umsatzwachstum, 7 bis 10 Prozent EBIT-Plus – gilt weiterhin als erreichbar, sofern sich die Lage im April normalisiert. Entscheidend wird sein, wann die Lufträume wieder öffnen und ob die Sommerbuchungen stabil bleiben. Am 13. Mai folgen die Quartalszahlen.

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