TUI Aktie: Iran-Krieg kostet 40 Millionen Euro

TUI verzeichnet steigende Buchungen für den Sommer 2026, bleibt aber hinter dem Vorjahr zurück. Der Iran-Krieg belastete das Ergebnis mit 40 Millionen Euro.

Die Kernpunkte:
  • Sommerbuchungen ziehen wieder an
  • Iran-Krieg kostete 40 Millionen Euro
  • Gewinnprognose wurde gesenkt
  • Kerosinbedarf zu 83 Prozent abgesichert

Nach wochenlanger Flaute meldet TUI eine spürbare Erholung der Sommerbuchungen. Der Iran-Konflikt hatte den Konzern hart getroffen — jetzt dreht die Nachfrage wieder.

Trendwende nach dem Wochenende

TUI Österreich meldet seit dem vergangenen Wochenende wieder steigende Buchungszuwächse für den Sommer 2026. Besonders Griechenland, die Türkei und Zypern verzeichnen deutliche Nachholeffekte. Die Erklärung: Viele Reisende, die wochenlang gezögert hatten, sichern sich nun kurzfristig verfügbare Angebote.

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Das Buchungsverhalten hat sich dabei verschoben. Nach einer Phase früher Planung im Winter kehren Urlauber wieder zu Last-Minute-Entscheidungen zurück — ein Muster, das TUI vor strukturelle Planungsprobleme stellt.

Gemessen am Vorjahr bleibt der Rückstand erheblich. Gebuchte Umsätze im Segment Markets und Airline lagen zuletzt sieben Prozent unter dem Vorjahresniveau — in Großbritannien sogar zehn Prozent, in Deutschland drei Prozent. Insgesamt verweist der Konzern auf 7,9 Millionen Buchungen für die Sommersaison.

Iran-Krieg als teuerster Einzelfaktor

Der Nahost-Konflikt hat TUI operativ und finanziell belastet. Allein im zweiten Quartal drückte der Iran-Krieg das bereinigte EBIT um 40 Millionen Euro — durch Rückholaktionen, Fürsorgekosten und entgangene Margen. Ein Hurrikan auf Jamaika verursachte weitere 5 Millionen Euro Einmalbelastung.

TUI repatriierte rund 10.000 Gäste im März, darunter etwa 5.000 Passagiere der Kreuzfahrtschiffe Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5. Beide Schiffe lagen in Abu Dhabi und Doha fest, alle Fahrten wurden bis Mitte Mai abgesagt. Am 19. April konnten sie den Persischen Golf während einer Feuerpause verlassen.

Trotz dieser Belastungen verbesserte sich das Q2-bereinigte EBIT um rund 14 Millionen Euro auf minus 192,7 Millionen Euro. Für das gesamte erste Halbjahr weist TUI das bisher beste H1-Ergebnis aus: Der Verlust schrumpfte auf minus 115,6 Millionen Euro. Der Umsatz blieb mit 8,56 Milliarden Euro knapp unter Vorjahr, die Nettoverschuldung stabil bei 3,0 Milliarden Euro.

Prognose gesenkt, Kerosin abgesichert

Die ursprüngliche Gewinnerwartung — ein EBIT-Wachstum von sieben bis zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 1,41 Milliarden Euro — hat TUI kassiert. Das bereinigte EBIT soll nun wechselkursbereinigt zwischen 1,1 und 1,4 Milliarden Euro landen. Die Umsatzprognose bleibt ausgesetzt, bis sich die Rahmenbedingungen stabilisieren.

Auf der Kostenseite hat der Konzern vorgesorgt: 83 Prozent des Kerosinbedarfs für den Sommer 2026 sind abgesichert, im Kreuzfahrtgeschäft mehr als 80 Prozent der Energiekosten für das laufende Geschäftsjahr.

Die Aktie notiert aktuell bei 6,80 Euro — knapp 24 Prozent unter dem Jahresanfangsniveau und rund 28 Prozent unter dem Februar-Hoch von 9,50 Euro. Ob die anziehenden Buchungszahlen reichen, um die gesenkte EBIT-Spanne von 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro zu erreichen, hängt maßgeblich davon ab, wie sich die geopolitische Lage im Persischen Golf bis zum Hochsommer entwickelt.

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