TUI Aktie: Mittwoch Halbjahreszahlen mit 40-Millionen-Krisenkosten

TUI verzeichnet sinkende Buchungen und hohe Evakuierungskosten, erwartet aber für das zweite Quartal einen operativen Gewinn.

Die Kernpunkte:
  • Sommerbuchungen sieben Prozent unter Vorjahr
  • Rückholaktionen kosten rund 40 Millionen Euro
  • Operativer Gewinn von bis zu 25 Millionen Euro erwartet
  • TUI-Aktie verliert seit Jahresbeginn über 26 Prozent

Geopolitische Spannungen bremsen die Reiselust im östlichen Mittelmeer. Wenn TUI am Mittwoch seine Halbjahreszahlen vorlegt, blicken Investoren auf ein herausforderndes Umfeld. Der Touristikkonzern kämpft mit sinkenden Buchungen und hohen Sonderlasten aus Evakuierungen. Dennoch rechnet das Management für das abgelaufene Quartal mit schwarzen Zahlen.

Buchungsflaute und Krisenkosten

Die Konflikte im Nahen Osten hinterlassen deutliche Spuren in den Auftragsbüchern. Jüngsten Daten zufolge liegen die Sommerbuchungen rund sieben Prozent unter dem Vorjahresniveau. Besonders in den Kernmärkten Türkei, Zypern und Ägypten halten sich Urlauber spürbar zurück. Als Reaktion beobachtet TUI eine Verlagerung der Nachfrage in das westliche Mittelmeer. Hinzu kommt ein Trend zu kurzfristigen Reiseentscheidungen, was die Planbarkeit für den Konzern massiv erschwert.

Parallel dazu belasten unvorhergesehene Sondereffekte die Bilanz. Im März musste das Unternehmen rund 10.000 Gäste und 1.500 Besatzungsmitglieder aus Krisenregionen zurückholen. Die Kosten für diese Rückführungen und die damit verbundenen Störungen im Flug- und Kreuzfahrtbetrieb belaufen sich auf geschätzt 40 Millionen Euro.

Operative Wende trotz Gegenwind

Trotz dieser erheblichen Belastungen zeigt sich der Vorstand für das zweite Quartal zuversichtlich. TUI stellt ein bereinigtes EBIT zwischen 5 und 25 Millionen Euro in Aussicht. Im Vorjahreszeitraum stand noch ein branchenüblicher Verlust von 207 Millionen Euro in den Büchern.

Für das Gesamtjahr 2026 bleibt die Prognose bestehen. Das Management peilt ein operatives Ergebnis von mindestens 1,1 Milliarden Euro an. Eine solide Absicherungsquote stützt diese Planung. Aktuell sind 83 Prozent des Kerosinbedarfs für die anstehende Sommersaison preislich fixiert.

Aktie unter Druck

An der Börse spiegelt sich die unsichere Lage wider. Seit Jahresbeginn hat die TUI-Aktie gut 26 Prozent an Wert verloren und notiert aktuell bei 6,59 Euro. Damit bewegt sich das Papier spürbar unter der 200-Tage-Linie.

Zuletzt deutete sich eine leichte Stabilisierung an. Auf Wochensicht verzeichnet der Titel ein Plus von knapp vier Prozent. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter sechs ist der Konzern zwar moderat bewertet. Ein nachhaltiger Ausbruch aus dem Abwärtstrend erfordert am Mittwoch jedoch starke Signale für das bereits angelaufene Sommerquartal.

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