TUI Aktie: Nahost bremst
TUI stoppt Kreuzfahrten im Persischen Golf und holt Tausende Gäste zurück. Analysten schätzen hohe Umsatzausfälle, erste Buchungsdämpfer sind spürbar.

- Zwei Kreuzfahrtschiffe im Persischen Golf gestoppt
- Finanzielle Belastung durch Umsatz- und Gewinnausfälle
- Nachfrageverschiebung von Golf- auf Karibikziele
- Aktienkurs zeigt deutlichen Abwärtstrend
TUI muss im Nahen Osten binnen Tagen vom Wachstumskurs in den Krisenmodus schalten. Kreuzfahrten im Persischen Golf stehen still, Tausende Gäste werden zurückgeholt – und zugleich zeigen sich laut Konzernchef erste Dämpfer im Buchungsverhalten. Wie teuer wird die Unterbrechung, wenn sich die Lage nicht zügig beruhigt?
Kreuzfahrten gestoppt, Rückholung läuft
Betroffen sind die beiden TUI-Cruises-Schiffe „Mein Schiff 4“ und „Mein Schiff 5“, die aktuell in Abu Dhabi bzw. Doha liegen und zusammen Platz für rund 5.000 Passagiere bieten. Nach militärischen Auseinandersetzungen in der Region sowie gesperrten Lufträumen und der Straße von Hormus liegt der Kreuzfahrtbetrieb im Persischen Golf faktisch auf Eis. TUI Cruises hat bevorstehende Abfahrten beider Schiffe bis mindestens Mitte März abgesagt.
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Die Rückholung der Gäste ist bereits weit vorangekommen. Seit Anfang März wurden rund 2.140 Gäste von der „Mein Schiff 4“ über Dubai und Muscat zurückgeflogen. Am Samstag (7. März) kamen weitere 640 Passagiere in Frankfurt an – damit seien alle deutschen Gäste dieses Schiffs wieder in Deutschland.
Komplexer ist die Lage bei der „Mein Schiff 5“. Luftraumsperrungen über den Emiraten und Katar erschweren Abflüge aus Doha. Am Sonntag konnte ein erster Flug mit knapp 300 Passagieren in Riad starten, zusätzlich wurden rund 300 Gäste kurzfristig auf einen Qatar-Airways-Flug ab Doha verteilt. Spätestens bis Mittwoch, 11. März, sollen laut Konzernchef Sebastian Ebel alle noch in der Region verbliebenen TUI-Kunden zurückgeholt sein; es gehe um mehrere Tausend europäische Reisende.
Erste Bremsspuren bei Buchungen – und ein Preisschild
Neben der operativen Belastung werden die finanziellen Folgen konkret. mwb research schätzt den Umsatzausfall auf rund 50 Mio. Euro und den EBIT-Rückgang auf etwa 25 Mio. Euro – allerdings unter der Annahme, dass sich die Störungen auf den März begrenzen.
Ein zusätzlicher Kostentreiber droht, falls die Schiffe nicht durch die Region fahren können: Müssten sie über das Kap der Guten Hoffnung nach Europa verlegt werden, veranschlagt mwb research weitere 22 Mio. Euro. Hintergrund ist die rund 25-tägige Route mit höheren Treibstoff- und Logistikkosten.
Auch auf der Nachfrageseite zeigt sich laut Ebel bereits eine Verschiebung: Reisende weichen demnach auf die Karibik aus. Für Golfziele erwartet er vorübergehend Zurückhaltung – und rechnet damit, dass es „einige Monate“ dauern könnte, bis sich das normalisiert. Der Deutsche Reiseverband geht von rund 30.000 deutschen Reisenden aus, die direkt oder indirekt von dem Krieg in Nahost betroffen sind.
Ziele bestätigt, Aktie bleibt im Abwärtstrend
Strategisch hält TUI an der Ausrichtung fest, die Abhängigkeit vom reinen Veranstaltergeschäft zu reduzieren. Parallel treibt der Konzern das Hotelgeschäft in Asien und Afrika voran: Im Juni 2026 soll das „TUI Blue Yangtze Shanghai“ eröffnen, für März 2027 ist „Robinson Boa Vista“ auf den Kapverden geplant; zudem sind über 70 weitere Hotelprojekte in der Pipeline.
An den Konzernzielen für 2026 (Umsatzwachstum 2 bis 4 Prozent, EBIT-Wachstum 7 bis 10 Prozent) hält TUI fest – allerdings unter der Voraussetzung, dass sich die Lage im April normalisiert. An der Börse spiegelt sich die Unsicherheit bereits im Trend: Auf 30 Tage liegt die Aktie mit -20,87% deutlich im Minus, der Schlusskurs am Freitag betrug 7,29 Euro und damit klar unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 8,65 Euro.
Der nächste konkrete Datenpunkt für Anleger folgt mit dem Halbjahresbericht am 13. Mai 2026 – bis dahin dürfte entscheidend sein, ob die Störungen im Nahen Osten tatsächlich auf den März begrenzt bleiben oder ob sich die erwarteten Belastungen weiter ausdehnen.
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