TUI Aktie: Öl unter 80 Dollar entlastet
TUI profitiert von sinkenden Ölpreisen und der Aussicht auf eine Beruhigung der Schifffahrt im Nahen Osten.

- Einmalbelastungen von bis zu 45 Millionen Euro
- Rekordjahr 2025 mit operativem Gewinnplus
- Prognose für 2026 unter Vorjahresniveau
- Aktie erholt sich trotz gesenkter Erwartungen
Die Straße von Hormus bleibt einer der neuralgischen Punkte für TUI. Der Konflikt im Nahen Osten hatte den Reisekonzern im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres direkt getroffen. Einmalige Belastungen von 40 bis 45 Millionen Euro fielen an – durch gestrichene Flüge und geänderte Schiffsrouten.
Doch die Hoffnung auf eine Normalisierung der Schifffahrt wächst. Die Ölpreise sind zuletzt unter 80 Dollar gefallen. Für TUI wäre das eine doppelte Entlastung: niedrigere Treibstoffkosten und weniger Zwangsausfälle im operativen Geschäft.
Rekordjahr 2025 als Fundament
Das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 (Ende September) hatte TUI mit einem Rekord-Ergebnis abgeschlossen. Der bereinigte operative Gewinn stieg um 12,6 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro – über der zuvor angehobenen Prognose. 34,7 Millionen Kunden reisten mit dem Konzern, ein Plus von fünf Prozent. Der Umsatz legte um 4,4 Prozent auf 24,2 Milliarden Euro zu.
Die Nettoverschuldung sank um fast ein Fünftel auf 1,3 Milliarden Euro.
Der Start ins Geschäftsjahr 2026 zeigt trotz geopolitischer Bremsspuren eine leichte Besserung. Der bereinigte operative Verlust im zweiten Quartal (bis 31. März) ging um 18,5 Millionen Euro auf 188,3 Millionen Euro zurück. Die Kundenzahlen stiegen im Quartal um zwei Prozent auf 5,6 Millionen.
Allerdings zeigt sich ein Trend: Preisbewusste Urlauber weichen zunehmend auf günstigere Ziele wie Ägypten, Bulgarien oder Tunesien aus.
Prognose gesenkt – Aktie trotzdem im Aufwind
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Tui ein bereinigtes operatives Ergebnis zwischen 1,1 und 1,4 Milliarden Euro. Das ist weniger als das Rekordniveau von 2025. Die Aktie notiert aktuell bei 7,31 Euro – immerhin 13,5 Prozent über dem Niveau von vor einem Monat und 19,7 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 6,11 Euro.
Die Volatilität von knapp 33 Prozent zeigt: Der Titel reagiert empfindlich auf Nachrichten, vor allem aus dem Nahen Osten.
Ob die Hormus-Entspannung ausreicht, um die Aktie zurück Richtung 52-Wochen-Hoch von 9,50 Euro zu tragen, hängt von der weiteren Entwicklung ab. Ein dauerhafter Rückgang der Ölpreise und eine Beruhigung der gesamten Region wären dafür die Voraussetzung.
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