TUI Aktie: Pale Fire Capital hat kräftig aufgestockt

Pale Fire Capital hält nun 5,15 Prozent der TUI-Stimmrechte; Dauer und finanzielle Folgen der Reparatur bleiben offen.

Die Kernpunkte:
  • Zurechnung über Fonds der SICAV
  • 26.157.021 TUI-Stimmrechte entfallen auf SICAV
  • Reparatur der Mein Schiff 3 geplant
  • Weitere Kreuzfahrtausfälle noch ungeklärt

Pale Fire Capital hat seinen zugerechneten Stimmrechtsanteil an TUI auf 5,15 % erhöht. Zuvor waren es 3,0046 %. Das geht aus der heute veröffentlichten Stimmrechtsmitteilung hervor. Damit gewinnt der Investor im Aktionärskreis an Gewicht. Zugleich bleiben nach der Kollision der „Mein Schiff 3“ die Folgen für weitere Kreuzfahrten offen.

Größerer Anteil über Fondsstruktur

Die Schwellenberührung erfolgte am Dienstag. Die Mitteilung an TUI datiert von gestern. Der erhöhte Anteil wird Pale Fire Capital SE zugerechnet; gehalten werden die Aktien über Teilfonds der Pale Fire Capital SICAV.

Die Beteiligungsstruktur ist für die Einordnung wichtig: Pale Fire Capital SE hält sämtliche Gründeraktien der SICAV und sämtliche Anteile an deren Investmentmanagerin. Der gemeldete Stimmrechtsanteil beruht damit auf einer Zurechnung innerhalb dieser Struktur. Er ist nicht mit einem unmittelbaren Aktienbesitz der SE gleichzusetzen.

Auf die SICAV entfallen 26.157.021 TUI-Stimmrechte. Der gemeldete Anteil stammt vollständig aus Aktien; über Instrumente werden keine zusätzlichen Stimmrechte ausgewiesen.

Die Veröffentlichung dokumentiert damit eine Veränderung im Aktionärskreis. Sie ist keine operative Erfolgsmeldung von TUI. Für die Bewertung der Aktie bleibt deshalb neben der Beteiligungsnachricht entscheidend, wie sich die offenen Fragen im Kreuzfahrtbetrieb entwickeln.

Weitere Reiseausfälle noch ungeklärt

TUI Cruises bestätigte gestern, dass die „Mein Schiff 3“ bei der Lloyd Werft in Bremerhaven repariert werden soll. Die Verlegung an die Werftpier ist für den 1. November geplant. Wie lange die Arbeiten dauern und ob weitere Reisen ausfallen, ist offen.

Beschädigte Rettungsboote und deren Aufhängungen erschweren die Wiederaufnahme des Betriebs. Vor einer nächsten Reise müssen ausreichende Rettungsmittel für alle Menschen an Bord gewährleistet sein. Der Werftwechsel allein bedeutet daher noch keine gesicherte Rückkehr in den Reisebetrieb.

Die abgesagte Kanarenreise sollte bis zum 14. November dauern. Gäste erhalten den Reisepreis vollständig zurück. Auch die anschließend geplante Norwegenkreuzfahrt ist ungewiss; TUI Cruises erwartet Anfang kommender Woche mehr Klarheit über weitere Reisen.

Laut Polizei entstand bei der Kollision ein Schaden in Millionenhöhe. Verletzte gab es nicht. Reparaturkosten und Versicherungsleistungen sind noch nicht beziffert. Für Anleger stehen somit zwei unterschiedliche Nachrichten nebeneinander: ein höherer gemeldeter Stimmrechtsanteil von Pale Fire und weiterhin unbezifferte finanzielle Folgen des Schiffsunfalls.

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