TUI Aktie: Umsatzprognose komplett ausgesetzt
TUI streicht Umsatzprognose und senkt EBIT-Ziele. Geopolitische Krisen belasten das Geschäft, die Aktie fällt unter die 200-Tage-Linie.

- Umsatzprognose komplett gestrichen
- Operativer Verlust leicht gesunken
- Buchungen für Sommer um sieben Prozent gefallen
- Aktienkurs unter 200-Tage-Linie gerutscht
TUI macht Fortschritte beim operativen Ergebnis, streicht aber die Umsatzprognose. Der Reisekonzern kämpft mit den Folgen geopolitischer Krisen und schwächelnden Buchungen. Das schreckt Anleger auf. Die Aktie rutschte am Freitag deutlich ab.
Weniger Verlust, mehr Sorgen
Im zweiten Geschäftsquartal verbesserte TUI das bereinigte operative Ergebnis. Der saisontypische Verlust schrumpfte leicht auf 188,3 Millionen Euro. Der Umsatz stagnierte bei 3,7 Milliarden Euro. Sparprogramme und gut gebuchte Kreuzfahrten stützten die Bilanz.
Geopolitische Krisen belasten das Geschäft massiv. Der Konflikt im Nahen Osten verursachte allein im März Kosten von rund 40 Millionen Euro. TUI musste Urlauber zurückholen und den Flugbetrieb anpassen. Insgesamt summieren sich die Sondereffekte im Quartal auf 45 Millionen Euro.
Das drückt auf die Sommer-Saison. Für die anstehende Hauptreisezeit meldet der Konzern sieben Prozent weniger gebuchte Umsätze. In Großbritannien brach das Geschäft um zehn Prozent ein. Dennoch verzeichnet TUI europaweit 7,9 Millionen Reservierungen.
Umsatzprognose ausgesetzt
Das Management zieht Konsequenzen. TUI setzt die bisherige Umsatzprognose komplett aus. Auch beim operativen Gewinn rudert der Vorstand zurück. Das bereinigte EBIT für 2026 soll nun zwischen 1,1 und 1,4 Milliarden Euro liegen. Zuvor hatte der Konzern einen Gewinn über dem Vorjahreswert angepeilt.
Trotz der Zurückhaltung erholen sich klassische Urlaubsziele. Die Nachfrage für Ägypten und die Türkei zieht wieder spürbar an. Antalya führt die Hitliste der deutschen Urlauber an. Mallorca und Kreta folgen dicht dahinter. Um Preisschocks zu vermeiden, hat der Konzern 83 Prozent des Kerosins für den Sommer abgesichert.
Aktie rutscht ab
Am Aktienmarkt dominiert die Skepsis. Das TUI-Papier schloss am Freitag bei 7,38 Euro. Damit fiel der Kurs wieder unter die wichtige 200-Tage-Linie von 7,67 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf über 17 Prozent.
Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 9,50 Euro wächst damit auf gut 22 Prozent. Die kommenden Wochen entscheiden über die Jahresbilanz. Die starken Sparten Kreuzfahrten und Hotels müssen die schwachen Flugbuchungen abfedern. Gelingt das nicht, drohen weitere Gewinnkorrekturen.
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