Twitter-Absturz: Lohnt jetzt die Schnäppchenjagd?

Die Bekanntgabe der jüngsten Quartalsergebnisse entwickelte sich für die Aktie des Kurznachrichten-Dienstes Twitter zum Desaster. Denn vorher bekannt gewordene schlechte Zahlen sorgten für einen heftigen Sell-off.

 

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© Twitter

Die Zahlen, die Twitter für sein Auftaktquartal in diesem Jahr vorlegte, erschreckten die Investoren zutiefst. Denn nicht nur, dass der Kurznachrichten-Dienst tiefer in die roten Zahlen glitt. Das hätte man bei solch einer Firma womöglich vorerst noch toleriert. Dramatisch wurde es vor allem auch deshalb, weil der Umsatz trotz eines deutlichen Plus hinter den Erwartungen zurückblieb und das Unternehmen auch gleichzeitig seine Jahresprognose deutlich unterhalb der Marktschätzungen ansiedelte.

Ein Grund dafür liegt wohl darin, dass neue Projekte nicht so gut anlaufen wie gedacht. So hatte Twitter in den vergangenen Monaten u. a. Video-Funktionalität oder Möglichkeiten für Gruppennachrichten implementiert. Doch konnte dadurch nicht so viel Umsatz gemacht werden wie erwartet.

 

Mehr Umsatz, trotzdem höherer Verlust

Unter dem Strich stieg der Quartalsumsatz zwar um 74% auf 436 Mio. Dollar – davon 388 Mio. Dollar aus Werbeeinnahmen. Doch damit blieb Twitter hinter der bislang kommunizierten Prognosespanne zwischen 440 und 450 Mio. Dollar zurück. Beim Ertrag wurde ein Verlust von 162 Mio. Dollar bzw. 25 Cents je Aktie ausgewiesen nach einem Verlust von 132 Mio. Dollar bzw. 23 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Kleiner Lichtblick: Beim Gewinn je Aktie ohne Sondereinflüsse überflügelte Twitter die Schätzungen von 4 Cents mit ausgewiesenen 7 Cents je Aktie.

Doch das konnte den Dammbruch in der Aktie nicht mehr verhindern. Zumal Twitter für das laufende 2. Quartal einen Umsatzprognose zwischen 470 und 485 Mio. Dollar ausgab, während der Markt schon mit durchschnittlich 538 Mio. Dollar gerechnet hatte. Und auch bei der Jahresschätzung bleibt Twitter hinter den Analystenschätzungen zurück.

 

Twitter-Aktie: Liefert der Absturz Schnäppchenkurse?

Die Folge: Die Aktie stürzte – inklusive eines zwischenzeitlichen Aussetzens vom Handel – um bis zu 26% ab. Zum Schluss schlug immer noch ein Tagesverlust von über 18% zu Buche. Was die Frage aufwirft, ob das jetzt nun Schnäppchenkurse sind oder nur der Beginn eines weiteren Abstiegs.

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Unsere Prognose: Dieser Sell-off dürfte eher in einen Rebound münden als in weitere Verluste. Und das unabhängig von den schwachen Zahlen und der trotzdem immer noch sehr hohen Bewertung der Aktie. Aber Twitter ist eines der klassischen IT-Trendinvestments.

 

Twitter und Investoren hoffen auf mobile Werbung

Und so ist es absehbar, dass sich wieder Investoren finden werden, die einerseits auf die neue Werbe-Kooperation mit Google verweisen und andererseits auf das überdurchschnittliche Werbewachstum auf mobilen Geräten, was am Ende noch positive Überraschungen bringen könnte.

Insofern rechen wir damit, dass auf aktueller Basis eher eine Erholung möglich ist. Deshalb raten wir unter deutlich spekulativem Ansatz zum Einstieg. Allerdings nicht ohne eine entsprechende Absicherung über Stopp-Loss, die wir unterhalb des gestrigen Tagesverlusts bei 37,90 Dollar ansiedeln würden.

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