Twitter: Die Anleger bleiben skeptisch

Der Kurznachrichtendienst Twitter hat an der Börse ein paar ganz harte Tage hinter sich. Nachdem das Unternehmen seine Bilanz für das zurückliegende zweite Quartal vorgestellt hatte, sackte die Aktie direkt um 20 % ab.

Dieser Sell-off wurde dann sogar noch ausgebaut und es ging zeitweise bis auf fast 31 Dollar abwärts. Und das, obwohl die Zahlen von Twitter generell recht ansprechend ausfielen. Dank höherer Werbeeinnahmen während der Fußball-WM in Russland konnte das Unternehmen ein Umsatzplus von 24 % verbuchen. Gleichzeitig erzielte man mit 100 Millionen Dollar den höchsten Quartalsgewinn in der bisherigen Firmengeschichte und blieb das dritte Quartal in Folge in den schwarzen Zahlen.

Twitters Problem: Die Nutzerzahlen

Dennoch gab es etwas, was den Anlegern sehr negativ aufstieß. Denn Twitter verlor bei den monatlichen Nutzerzahlen rund 1 Million auf 335 Millionen Nutzer. Erwartet worden war ein Zuwachs um 1 Million. Angesichts der Größenordnungen scheint es fast so, als wenn die Börse hier mit ihrem Abschlag deutlich überzogen hat.

Doch die 1 Million dürften nicht der Knackpunkt sein. Vielmehr ist es wohl die Enttäuschung, dass auch die Wachstumsstory bei Twitter hinsichtlich der Reichweite langsam zum Ende kommt. Ein Problem, mit dem sich auch andere soziale Netzwerke herumschlagen müssen.

Anleger werden kritischer

Unter dem Strich hat Twitter nun ein klares Glaubwürdigkeitsproblem. Denn anscheinend glauben nur wenige Anleger, dass der Nachrichtendienst seine Reichweite in Zukunft signifikant ausbauen kann. Doch das wäre letztlich die Grundlage, um auch bei Umsatz und Gewinn weitere Zuwachsraten zu erreichen. Deshalb hat auch die Aktie in den vergangenen Tagen nur wenige Anstalten gemacht, hier einen schnellen Rebound in Angriff zu nehmen. Die Bodenbildung könnte also deutlich länger dauern.

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