Uber Aktie: 14 Milliarden für Berlin

Uber kauft Delivery Hero für 14,8 Milliarden Dollar und baut sein Liefergeschäft massiv aus. Der Deal sichert den Berliner Standort bis 2029.

Die Kernpunkte:
  • Kaufpreis von 41,50 Euro je Aktie
  • Ausbau auf 58 gemeinsame Märkte
  • Berliner Hauptsitz bleibt bis 2029
  • Milliardeninvestition in Deutschland geplant

Uber macht ernst mit dem Sprung in die Essenslieferung: Der Fahrdienst-Konzern hat heute ein bindendes Business Combination Agreement mit Delivery Hero unterzeichnet. Aus dem seit Wochen kursierenden Übernahmepoker wird damit eine verbindliche Transaktion mit klaren Zahlen, Fristen und Finanzierungsstruktur.

Die Eckdaten des Angebots

Uber bietet den Delivery-Hero-Aktionären 41,50 Euro je Aktie in bar. Das entspricht einem Eigenkapitalwert von rund 14,8 Milliarden Dollar, beziehungsweise 13,7 Milliarden Dollar unter Berücksichtigung der bereits von Uber gehaltenen Anteile. Der Angebotspreis liegt rund 127 Prozent über dem unbeeinflussten Kurs vor dem 8. Mai 2026 und noch immer 34 Prozent über dem Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate.

Parallel zur Übernahme verkauft Delivery Hero Geschäftsaktivitäten in 14 Märkten an die New Yorker Investmentgesellschaft SSW Partners – darunter Spanien, Polen, Griechenland und die Türkei. Der Kaufpreis für dieses Paket liegt bei rund 1,4 Milliarden Euro. Diese Abspaltung dort, wo sich Uber Eats und Delivery Hero bislang direkt Konkurrenz machten, ist an den Vollzug des Hauptangebots gekoppelt.

Warum Uber jetzt zugreift

Zusammen kommen beide Plattformen auf 99 Länder und ein kombiniertes Pro-forma-Bruttowarenvolumen von 236 Milliarden Dollar für 2025. Besonders die Überschneidung von Mobilität und Lieferung dürfte für Uber der eigentliche Werttreiber sein: Die Zahl der Märkte, in denen der Konzern künftig beide Dienste gleichzeitig anbietet, wächst von 34 auf 58. Nutzer, die beide Angebote parallel verwenden, generieren nach Unternehmensangaben etwa dreimal so hohe Bruttoerlöse wie Einzelprodukt-Kunden – ein Hebel, den Uber offenbar konsequent ausbauen will.

Finanziert wird der Kauf über vorhandene Barmittel und eine Brückenfinanzierung von rund 14 Milliarden Euro, arrangiert unter anderem von Morgan Stanley, Deutsche Bank und Bank of America. Der Konzern rechnet bereits zum Abschluss mit einem positiven Effekt auf die bereinigte Gewinnspanne je Aktie, im dritten Jahr soll dieser Effekt im hohen einstelligen Prozentbereich liegen. Die Investment-Grade-Bonität soll dabei erhalten bleiben.

Zusagen für Deutschland und nächste Schritte

Uber sichert Delivery Hero zu, den Berliner Hauptsitz sowie die dortige Belegschaft bis mindestens 2029 unangetastet zu lassen. Bis 2031 will der Konzern rund 2 Milliarden Euro in Deutschland investieren – mit Schwerpunkt auf Unternehmenswachstum und dem Einstieg ins autonome Fahren gemeinsam mit der deutschen Autoindustrie.

Der Großaktionär Prosus hat seine Anteile bereits unwiderruflich zur Andienung zugesagt. Zusammen mit der bestehenden Beteiligung und Derivatepositionen bringt das Uber auf ein wirtschaftliches Gesamtinteresse von über 53 Prozent – deutlich über der geforderten Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent plus einer Aktie.

Der nächste formale Schritt ist die Freigabe der Angebotsunterlage durch die BaFin. Erst danach beginnt die eigentliche Annahmefrist für die Delivery-Hero-Aktionäre. Der vollständige Vollzug der Transaktion wird für die zweite Jahreshälfte 2027 erwartet.

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